Der FCSG nach der Saison
«Dass wir diese Coronazeit so überstehen, ist eine Riesenleistung»: FCSG-Präsident Matthias Hüppi zieht im TVO-Talk Bilanz

Der FC St.Gallen hat eine bewegte Saison hinter sich. Erst in der zweitletzten Runde erreichte das Team den Ligaerhalt, neun Tage später verlor es den Cupfinal. Präsident Matthias Hüppi äussert sich im TVO-Talk «Zur Sache» über die enttäuschende Leistung im Cupfinal, den Videoassistenten VAR und die finanzielle Situation des Klubs. Zudem wird am Rande der Sendung bekannt, dass die Ostschweizer bereits nahezu 10'000 Saisonkarten abgesetzt haben.

Patricia Loher
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FCSG-Präsident Matthias Hüppi (links) mit Stefan Schmid, Tagblatt-Chefredaktor und Moderator, im Studio von TVO.

FCSG-Präsident Matthias Hüppi (links) mit Stefan Schmid, Tagblatt-Chefredaktor und Moderator, im Studio von TVO.

Bild: Donato Caspari

Etwas mehr als eine Woche ist vergangenen seit St.Gallens bitterer 1:3-Niederlage im Cupfinal gegen Luzern. «Es ist verdaut. Ich kann nicht tagelang weinend durch die Stadt laufen», sagt Präsident Matthias Hüppi in der TVO-Talkrunde «Zur Sache» zu Moderator Stefan Schmid.

«Wir waren im entscheidenden Spiel nicht bereit», so der 63-Jährige. Natürlich haben sie aufgearbeitet, weshalb es just im ersten Cupfinal seit 23 Jahren nicht gelungen ist, eine bessere Leistung abzurufen. War der Spannungsabfall nach dem Ligaerhalt nur neun Tage zuvor zu gross? «Nach dem Lausanne-Spiel fiel uns allen ein grosser Stein vom Herzen. Die Saison hat Energie gekostet», sagt Hüppi.

«Aber die Idee war, befreit in den Cupfinal zu steigen und dieses eine Spiel auch noch mitzunehmen.»

Nicht einstimmen mag der Präsident in die Diskussionen um den Video Assistant Referee (VAR), der im Cupfinal nicht eingriff, obwohl es einige strittige Szenen gab: «Wir waren es, die in den entscheidenden Momenten nicht erfüllt haben.» Man müsse selbstkritisch sein und die Schuld nicht beim Schiedsrichter suchen. «Aber es gab durchaus die eine oder andere Szene, über die man hätte diskutieren können. Doch das war nicht ausschlaggebend.»

Hüppi steht dem VAR mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Der Klub hat die Kritik auch schon an entscheidender Stelle platziert.

«Das entspricht meiner Funktion. Ich bin nicht hier, um Öl ins Feuer zu giessen.»

Diskussionen, die eh schon hoch gingen, dürften nie in Bedrohungen gegenüber Schiedsrichtern ausarten. Auf die Frage von Schmid, ob der VAR wieder abgeschafft werden soll, sagt Hüppi: «Er wird nicht verschwinden. Aber wenn er hier ist, muss das Maximum aus ihm herausgeholt werden.»

Der Videoassistent dürfe den Schiedsrichter nicht verunsichern, die Entscheidungshoheit müsse weiter beim Unparteiischen sein. «Wir haben auch schon vom VAR profitiert. Jedoch hatten wir sicher schon mehr Grund, um über ihn zu diskutieren. Aber ich darf die Contenance nicht verlieren.» Und weiter:

«Sonst wäre ich ein himmeltrauriges Beispiel.»

Sportlich hat der FC St.Gallen also eine bewegte Saison hinter sich. Zudem fehlen dem Klub wegen der Coronapandemie seit über einem Jahr die Zuschauer, was bei ihm finanziell mehr ins Gewicht fällt als bei anderen Vereinen. Es scheint aber, dass die Ostschweizer mit einem blauen Auge davon kommen. «Dass wir diese Coronazeit überstehen, ohne dass jemand ein paar Millionen eingeschossen hat, ist eine Riesenleistung», so Hüppi.

St.Gallens Lukas Görtler nach dem verlorenen Cupfinal.

St.Gallens Lukas Görtler nach dem verlorenen Cupfinal.

Bild: Michel Canonica

Schon fast 10'000 Saisonkarten abgesetzt

Und natürlich lebt der FC St.Gallen auch von der Solidarität der Anhängerinnen und Anhänger. Am Rande der Sendung wurde bekannt, dass der Verein bereits nahezu 10'000 Saisonkarten abgesetzt hat, was Klubrekord ist. Der Vorverkauf wurde gestoppt, da derzeit noch nicht absehbar ist, wann wieder mehr als 10 000 Zuschauer zugelassen sein könnten.

Eingereicht hat der FC St.Gallen den Antrag auf A-fonds-perdu-Beiträge. «Ein Segen war zudem die Kapitalerhöhung in der Event AG im Herbst. Sie hat uns enorm geholfen», sagt der Präsident.