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Der FCL startet mit einem 2:0-Sieg, doch der VAR führt in St. Gallen zu Diskussionen und gehässigen Reaktionen

Für den FC Luzern entscheiden zwei späte Tore in der 87. und 96. Minute. Blessing Eleke und Christian Schneuwly sind die Schützen zum 2:0-Startsieg. Doch in St. Gallen ist das Publikum ausser sicher, der neu eingeführte VAR hat zum ersten Mal zugeschlagen.
Daniel Wyrsch, St. Gallen
Am Schluss jubeln die Luzerner Lucas Alves, Marius Müller und Pascal Schürpf (von links) über den glücklichen Sieg in St. Gallen. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, St. Gallen, 20. Juli 2019)

Am Schluss jubeln die Luzerner Lucas Alves, Marius Müller und Pascal Schürpf (von links) über den glücklichen Sieg in St. Gallen. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, St. Gallen, 20. Juli 2019)

Erstmals in einem Meisterschaftsspiel des FC Luzern ist in St. Gallen der Video Assistant Referee (VAR) zum Einsatz gekommen. Die neu eingeführte Unterstützung der Schiedsrichter hat zweimal zu Gunsten der Innerschweizer entschieden. Einmal verhinderte der VAR einen bereits gepfiffenen Elfmeter, einmal entschied Schiedsrichter Lionel Tschudi nach später Konsultation des VAR auf Penalty. Fünf Minuten nach dem Foul von Dejan Stojanovic an Lucas Alves traf Blessing Eleke in der 87. Minute zum siegbringenden 1:0 der Luzerner.

Doch der Reihe nach: Etwas mehr als eine Viertelstunde war gespielt, als Lazar Cirkovic den St. Galler Axel Bakayoko penaltyreif foulte. Tschudi zeigte auf den Punkt. Doch ging der Schiedsrichter danach auf Rat des VAR-Teams zum Bildschirm am Spielfeldrand, um die Szene zu überprüfen. Tschudi nahm den Elfmeter zurück, zeigte Bakayoko anschliessend die gelbe Karte für eine sogenannte Schwalbe. Diskussionen hat es im Kybunpark gegeben, weil der VAR vorgesehen ist, um eindeutige Fehlentscheide des Refs zu entlarven und rückgängig zu machen. In dieser Szene hätte man allerdings wie erwähnt auch auf Foulpenalty entscheiden können, ohne, dass später von einem (klaren) Fehlentscheid gesprochen worden wäre. Also hatte Luzern viel Glück, ohne Elfmeter gegen sich davongekommen zu sein.

In der 82. Minute hatte der FCL seine ersten beiden Torchancen: Innenverteidiger Lucas Alves kam bei einem Corner zu einem Kopfball - und Sekunden später traf er mit einem weiteren Kopfball die Torlatte. Der Brasilianer blieb danach recht lange am Boden liegen. Die Auflösung erfolgte ungefähr zwei Minuten nach der Szene: Tschudi unterbrach den Match auf Anleitung seiner VAR-Kollegen in Volketswil, eilte zum Bildschirm und gab schliesslich zum Entsetzen des Grossteils der 11'672 Zuschauer im Kybunpark Penalty für die Innerschweizer. Wie eingangs erwähnt, hatte St.-Gallen-Goalie Stojanovic den Luzerner Alves mit einem Schlag an der Schläfe tatsächlich getroffen.

Eleke provoziert das Publikum nach dem Treffer zum 1:0

Der von Eleke souverän verwandelte Penalty war im Nachhinein korrekt geahndet worden. Trotzdem waren die St. Galler Fans ausser sich vor Wut. Die beiden VAR-Entscheide gegen die Ostschweizer waren zu viel Ungemach für viele Anhänger des Heimteams.

Blessing Eleke brachte das gegnerische Publikum mit seinen übertriebenen Jubelgesten an der Eckfahne noch mehr zur Weissglut - und gegen sich und den FCL auf. Der eingewechselte Christian Schneuwly erhöhte kurz vor dem Abpfiff noch zum 2:0-Endstand (96.). Die Gäste dürfen sich nach dieser spielerisch doch sehr bescheidenen Leistung nicht zu viel auf diesen Startsieg einbilden.

FCL-Trainer Thomas Häberli zitierte denn auch passenderweise Hermann Hesse: «Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.» Und löste sogleich auf: «Wir haben in diesem Startmatch wahrlich nicht gezaubert! Das war zweifellos ein glücklicher Sieg. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.»

St.-Gallen-Trainer Zeidler lässt mit Aussage aufhorchen

St.-Gallen-Coach Peter Zeidler meinte gar sehr pointiert: «Jeder hat gesehen, dass es in diesem Spiel nur einen Sieger hätte geben dürfen; das ist der FC St. Gallen!» Der Deutsche lag nicht ganz falsch, wenn er analysierte, dass beim FC Luzern nur die Defensivleistung gut war und «Torhüter Marius Müller herausragend gehalten hat». Der 26-jährige Neuzugang von RB Leipzig machte es mit seinen Paraden überhaupt erst möglich, dass seine Mannschaft in der Schlussphase noch hat zum Sieg kommen können.

Der FCL war vor allem in der ersten Halbzeit ganz schlecht im Spiel, hatte kaum Zugriff, wirkte nervös und spielte sich keine zusammenhängenden Aktionen heraus. Einzig vereinzelte Konterangriffe über den linken Aussenangreifer Pascal Schürpf brachten einen Hauch von Gefahr vor das St. Galler Tor.

Zehnter Sieg hintereinander gegen die Ostschweizer

Für Luzern war es übrigens der zehnte Sieg in Folge gegen St. Gallen. Von einer «ominösen Serie» sprach Zeidler vor dem Match. Danach wollte er wohl gar nichts mehr wissen von diesem FCL-Sieges-«Stängeli» gegen seinen Verein. Schon seit drei Jahren konnte der FCSG nicht mehr gegen die Innerschweizer gewinnen.

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