Der FC Wil bringt sich in Vaduz selbst um den Sieg

In einer unterhaltsamen Partie trennen sich der FC Vaduz und der FC Wil mit 2:1. Trotz einer frühen Führung und einer weitestgehend guten Vorstellung können die Wiler die Punkte nicht mit nach Hause nehmen.

Gianluca Lombardi
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Der Vaduzer Tunahan Cicek (links) im Kampf um den Ball gegen den ehemaligen Vaduzer Philipp Muntwiler.

Der Vaduzer Tunahan Cicek (links) im Kampf um den Ball gegen den ehemaligen Vaduzer Philipp Muntwiler.

Eddy Risch

Bereits im ersten Durchgang hätten die Wiler die Möglichkeit gehabt, die Partie vorzeitig zu ihren Gunsten zu entscheiden, haben dies aber gleich mehrfach verpasst. Nachdem Valon Fazliu den FC Wil bereits nach knapp sieben Minuten in Führung gebracht hatte, waren Ostschweizer die deutlich aktivere und bessere Mannschaft. In der Offensive gingen die Spieler von Ciriaco Sforza zu leichtsinnig mit ihren Möglichkeiten um.

Das beste Beispiel dafür legte Mergim Brahimi an den Tag. Nachdem er zwei Gegenspieler aussteigen liess hatte er das fast leere Tor vor sich. Sein Abschluss glich dann aber mehr einer flachen Rückgabe als einem Torschuss, so dass der Vaduzer Torhüter Benjamin Büchel den Ball unter sich begraben konnte. Doch bereits eine Viertelstunde vorher scheiterte Brahimi am starken Vaduzer Keeper.

Von den Gastgebern kam im ersten Durchgang überschaubar wenig. Die beste Chance verzeichnete Milan Gajic, der seinen Freistoss an den Pfosten setzte. Ansonsten zeigten sich die Vaduzer in der Offensive zu harmlos. Vor allem im und um den Strafraum herum waren die Hausherren zu wenig aktiv um den Wilern wirklich gefährlich zu werden.

Wende nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel ging es in ähnlicher Manier weiter, wie schon vor dem Pausentee. Erneut war der FC Wil die deutlich aktivere Mannschaft, schlug aber aus seinen Vorteilen kein Kapital. Kwadwo Duah sah in der 51. Minute seinen Freistoss vom Pfosten abprallen. Spätestens hier hätte es 2:0 stehen müssen, doch es war der Wendepunkt in dieser Partie.

Nur drei Minuten später brachte Tunahan Cicek den FC Vaduz zurück in die Partie. Mit einem schönen Schlenzer bezwang er Anthony Mossi im Wiler Tor und glich die Partie aus. Es war fortan ein Spiel auf Augenhöhe mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Eine Unachtsamkeit in der Wiler Hintermannschaft entschied dann aber dieses Duell. Nach einer Ecke von links flog der Ball an Freund von Feind vorbei, so dass der aufgerückte Denis Simani nur noch einzuschieben brauchte.

Damit wurden die Wiler für einen weitestgehend guten Auftritt bitter bestraft. Einmal mehr bewahrheitete sich die alte Fussballfloskel, dass man die Tore kassiert, wenn man sie vorne nicht schisst. Ähnlich kritisch sahen Verteidiger Lindrit Kamberi und Trainer Ciriaco Sforza die Ereignisse nach dem Spiel.

Von Spiel zu Spiel denken

Trotz der Niederlage konnten man dem Wiler Spiel aber positives abgewinnen, was auch für Rückrunde einige Hoffnung macht. Offensiv präsentierten sich die Ostschweizer sehr gefällig und liessen den Ball gut durch die eigenen Reihen zirkulieren. Immer wieder suchten die Spieler den Abschluss, gerne auch aus der zweiten Reihe.

Das waren die Szenen, die auch Ciriaco Sforza zu gefallen wussten. Ein genaues Ziel für die Rückrunde liess sich der Übungsleiter nicht entlocken. Er betonte viel mehr, dass es von grosser Wichtigkeit ist, sich immer auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Sforza liess damit auch offen, ob der FC Wil trotz dieser Niederlage weiterhin in Richtung Spitzengruppe schielen darf.

Die Wiler Spieler werden gut daran tun, sich nicht von dieser Niederlage beirren zu lassen. Am Ende war diese nämlich nicht unbedingt zwingend, aber nicht ganz unverdient. Vieles deutet aber darauf hin, dass die Ostschweizer wohl eine ähnlich erfolgreiche Halbserie spielen könnten, wie Sie das bereits im Herbst des letzten Jahres taten. Um den Schalter bereits kommendes Wochenende umzulegen Bedarf es aber mehr Konsequenz in der Defensivarbeit und ein wenig mehr Abschlussglück im Angriff.

Telegramm:
FC Vaduz – FC Wil 1900 2:1 (0:1)

Rheinpark, Vaduz: 1404 Zuschauer. – Sr: Alessandro Dudic.
Tore: 7. Fazliu 0:1. 54. Cicek 1:1. 75. Simani 2:1.
Vaduz: Büchel; Sülüngöz, Schmid, Simani; Dorn, Gajic, Lüchinger, Schwizer (86. Gasser); Cicek (76. Prokopic); Coulibaly, Sutter (76. Milinceanu).
Wil: Mossi; Padula, Schmied, Kamberi, Schmid; Muntwiler, Abedini; Brahimi (81. Silvio), Fazliu, Bosic (76. Krasniqi); Duah.
Bemerkungen: Vaduz ohne Hofer, Wieser (beide verletzt), Drazan, Antoniazzi, Sele, Saglam, Gomes und Djokic (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Klein, Schäppi, Wörnhard, Rohner (alle verletzt), Kostadinovic, Sejdija und Beka (alle nicht im Aufgebot). - 27. Pfostenschuss Gajic, 51. Pfostenschuss Duah. - Verwarnungen: 43. Gajic (Foul). 63. Sülüngöz (Foul). 68. Muntwiler (Reklamieren).