Der FC St.Gallen verliert gegen Ingolstadt den ersten Test gleich mit 3:6

Der deutsche 3.Liga-Club weist die Ostschweizer in die Schranken. Aussagekräftig ist diese hohe Testspielniederlage gegen Jeff Saibenes Mannschaft indes kaum.

Christian Brägger
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Lukas Görtler hat im Zweikampf das Nachsehen.

Lukas Görtler hat im Zweikampf das Nachsehen.

Bild: Manuel Nagel

Der FC Ingolstadt, körperlich robust und ebenfalls seit wenigen Tagen in der Vorbereitung und in Spanien im Trainingslager, fand sich erstaunlich gut zurecht mit dem FC St.Gallen. Den Ostschweizern, in den ersten 45 Minuten bis auf den angeschlagenen Leonidas Stergiou in der Stammformation angetreten, waren über die gesamte Spielzeit Müdigkeit und Konzentrationsmängel anzusehen, und bereits nach sechs Minuten lagen sie 0:1 zurück.

Daraufhin folgte die beste Phase des Tabellendritten der Super League in La Nucia in der Nähe Benidorms, weil Lust und Ehre nun angestachelt waren. Nach zweimaliger schöner Vorarbeit Cedric Ittens ging er durch Boris Babic und Ermedin Demirovic postwendend in Führung. Weil der FC St.Gallen in der Folge aber nicht zulegen konnte, dafür die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene stabil blieb, war das überraschende Bild ein 2:4 zur Pause.

Für die zweite Halbzeit wechselte Saibene zehn neue Spieler ein, St.Gallens Trainer Peter Zeidler gleich eine ganze Mannschaft. Der Spielfluss konnte sich so nicht einstellen, und es war Ingolstadt, das mit etwas Glück das 5:2 erzielte. Erst in den Schlussminuten zeigten sich die Ostschweizer dominanter, hatten bei einem Pfostenschuss in der Schlussphase aber Glück. Als Milan Vilotic nach einem Eckball auf schöne Weise das 3:5 in der 85. Minute erzielte, verloren die St.Galler ein weiteres Mal in der Hintermannschaft die Orientierung und mussten gar das 3:6 hinnehmen.

Schwierig ein Fazit zu ziehen

Wenn es ein Fazit über dieses erste Testspiel des FC St.Gallen gibt, dann dieses: Man sollte diese hohe 3:6-Niederlage nicht überbewerten, Aufschlüsse sind nur schwierig zu ziehen. Zum einen spielten die beiden Nachwuchsgoalies Armin Abaz und Leutrim Pali je eine Halbzeit, weil Stammtorwart Dejan Stojanovic eine leichte Blessur am Oberschenkel hat und geschont wurde. Zum anderen fehlt den St.Gallern nach diesen wenigen Trainingstagen der Rhythmus, der noch von Übungseinheiten und nicht von Spielsystemen und -flüssen bestimmt ist. Darunter leidet die Abstimmung. Und doch war für die erste Standortbestimmung der Test, der blieb, was er ist, eine willkommene erste Standortbestimmung. Sie bedeutet, dass vor Zeidler und seinem Team noch ein gutes Stück Arbeit liegt.

Ingolstadt - St.Gallen 6:3 (4:2)
La Nucia, Estadi Olímpic Camilo Cano – 30 Zuschauer – Sr. Navarro.
Tore: 6. Wolfram 1:0. 7. Babic (Itten) 1:1. 9. Demirovic (Itten). 17. Schröck 2:2. 22. Krausse 3:2. 39. Gaus 4:2. 57. Elva 5:2. 85. Vilotic 5:3. 87. Elva 6:3.
FC St.Gallen 1. Halbheit: Abaz; Muheim, Letard, Fazliji, Hefti; Ruiz, Quintillà, Görtler; Demirovic, Itten, Babic. 
FC St.Gallen 2. Halbzeit: Pali; Kräuchi, Vilotic, Fabiano, Rüfli; Staubli, Costanzo (82. Ajeti), Solimando; Campos, Guillemenot, Ribeiro.