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Der FC St. Gallen schreibt einen kleinen Gewinn, ist aber finanziell noch nicht aus dem Schneider

Der FC St. Gallen, der am Samstag ab 19 Uhr mit dem Heimspiel gegen die Grasshoppers das erste Saisonviertel abschliesst, wird an der nächsten Generalversammlung einen kleinen Gewinn präsentieren. Trotzdem muss der Club die Ausgaben weiterhin reduzieren.
Patricia Loher
Der FC St. Gallen – im Bild mit Andreas Wittwer – muss finanziell erst wieder auf die Beine kommen. Bild: (Gian Ehrenzeller/KEY)

Der FC St. Gallen – im Bild mit Andreas Wittwer – muss finanziell erst wieder auf die Beine kommen. Bild: (Gian Ehrenzeller/KEY)

Es war im März eine denkwürdige Medienkonferenz. Nachdem der neu installierte Verwaltungsrat des FC St. Gallen mit Wirtschaftsprüfern die Geldströme innerhalb des Clubs analysiert hatte, sagte Christoph Hammer: «Es gab tatsächlich Niedergangsrisiken, wenn man den eingeschlagenen Weg weitergeführt hätte.» Der 47-jährige Hammer ist Finanzchef bei den SBB und im Umgang mit Zahlen vertraut. Er rapportiert vor der SBB-Konzernleitung, manchmal auch vor dem Bundesrat. Beim FC St. Gallen galt es, die angespannte ­Finanzsituation zu bereinigen.
In den vergangenen Wochen hat der FC St. Gallen die Rechnung für das Geschäftsjahr 2017/18 abgeschlossen. Die Ergebnisse werden im November an der Generalversammlung der FC St. Gallen AG neu in der Olma-Halle präsentiert.

Altlasten von 2,8 Millionen Franken bereinigt

Christoph Hammer, im Verwaltungsrat des FC St. Gallen für die Finanzen zuständig. (Bild: Urs Bucher)

Christoph Hammer,
im Verwaltungsrat des
FC St. Gallen für die Finanzen zuständig. (Bild: Urs Bucher)

Vor dem Umsturz im Führungsgremium waren die Kosten explodiert. Der Club schloss das Geschäftsjahr 2016/17 vor Auf­lösung von stillen Reserven mit einem Verlust von 2,6 Millionen Franken ab. Für das vergangene Geschäftsjahr wird Hammer ­einen kleinen Gewinn berichten. Er sagt: «Der kleine Gewinn von 110000 Franken konnte hauptsächlich dank ausserordentlicher Erträge realisiert werden, insbesondere dank Transfererträgen von 3,7 Millionen Franken sowie dank höheren SFL-, TV- und Uefa-Zahlungen von 2,4 Millionen Franken. Zudem wurden stille Reserven von 1,9 Millionen Franken aufgelöst.» Demgegenüber stünden diverse ausserordentliche Aufwände, unter anderem die Bereinigung von Altlasten in der Höhe von 2,8 Millionen Franken. «Die Liquidität ist aktuell gesichert und der eingeschlagene Weg wird konsequent weitergeführt.»
Der FC St. Gallen hat den positiven Abschluss – im März waren die Verantwortlichen noch von einem Verlust von rund einer Million Franken ausgegangen – vor allem den Transfers von Albian Ajeti zu Basel und Jasper Van der Werff zu Salzburg per Ende Saison zu verdanken.

Das strukturelle Defizit bereitet Sorgen

Aber natürlich ist der Club finanziell noch nicht aus dem Schneider. Nach dem Fastkonkurs 2010 arbeiteten die Ostschweizer unter dem damaligen Präsidenten Dölf Früh lange gut, ehe die wirtschaftlich negative Entwicklung einsetzte. Ausgaben und Einnahmen hielten sich nicht mehr die Waage, vor allem die Kosten im Nachwuchs gerieten ausser Kontrolle. Sorgen bereitet das strukturelle Defizit von
zwei Millionen Franken noch immer, die Ausgaben sind weiter ­höher als die Einnahmen. Der FC St. Gallen wird in den nächsten Jahren damit leben müssen, die Ausgaben weiterhin kontinuierlich zu verringern.

«Für eine wirtschaftlich nachhaltige Zukunft ist es notwendig, dass die Einnahmen- und Ausgabenseiten in Balance sind. Entsprechend müssen alle Bereiche im Sport, aber auch bei der Event AG den Gürtel enger schnallen.»

Allerdings erfolge dies nicht in Form einer Radikalkur, «sondern mit gezielten, aber zwingend notwendigen Anpassungen in den ­jeweiligen Bereichen», so Hammer. Die Einnahmeseite wird durch Freundschafts- und Länderspiele im Kybunpark, das Sponsoring sowie Catering- und Eventangebote ­gestärkt.


Weniger lang als auch schon ist die Liste der Altlasten. Einerseits sind Verträge wie derjenige von Joe Zinnbauer ausgelaufen, andererseits wurden Lösungen gefunden oder sei man nahe dran: «Wir haben die Liste diszipliniert abgearbeitet.» Bereits günstiger geworden ist anscheinend der Unterhalt des Kaders. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte Präsident Matthias Hüppi, die neuen Spieler hätten leistungsbezogene Verträge akzeptiert. Hammer sagt: «Mit der jetzigen Mannschaft haben wir den finanziellen Rahmen auf unsere Mittel von acht Millionen Franken angepasst.» Hoffnung macht ihm das aktuelle Team auch für die Zukunft. «Wir haben junge und talentierte Spieler, welche bezahlbar sind und auch über Potenzial für künftige Transfers verfügen.» Im Future Champs Ostschweiz (FCO) ist es das Ziel, das Budget von 4,5 Millionen auf 3 Millionen Franken zu reduzieren. Hammer hält fest, dass der Nachwuchs eine Priorität des Verwaltungsrates sei und man weiterhin mehr investiere als die meisten Schweizer Clubs. Aber: «Wir können nicht den FC St. Gallen wegen eines zu ­hohen FCO-Budgets in Schieflage bringen.» Sportchef Alain Sutter hat die Zielsetzung erhalten, weiterhin auf den Nachwuchs zu setzen und die Sportphilosophie des Clubs konsequent in den Nachwuchsbereich zu tragen. «Aber gleichzeitig muss er die Ausgabeseite den Marktgegebenheiten anpassen.»

Ashimerus Einsatz ist fraglich

Der FC St. Gallen trifft heute ab 19 Uhr im Kybunpark auf die Grasshoppers, die im Falle einer Niederlage auf den letzten Platz abrutschen könnten. Nach der roten Karte für Milan Vilotic am Mittwoch beim 0:2 gegen die Young Boys – der Verteidiger muss ein Spiel aussetzen – ist Trainer Peter Zeidler wie schon nach den Ausfällen von Cedric Itten und Nicolas Lüchinger erneut zu Umstellungen gezwungen, zudem ist der Einsatz von Majeed Ashimeru fraglich. Der junge Ghanaer leidet an muskulären Problemen.
St. Gallen befindet sich nach dem grossen Umbruch in der Sommerpause weiterhin in der Findungsphase, die Verletzungen von Itten und Lüchinger haben die Ostschweizer nach dem Lugano-Spiel gar wieder zurückgeworfen. «Wir müssen uns teilweise neu erfinden», sagt Zeidler. Von der Vorstellung, wie sein Team zu spielen hat, rückt der Trainer allerdings nicht ab. «Daran halten wir fest.» St. Gallens Auftritt bei Leader und Meister Young Boys war lange ansprechend, man habe vor allem nach der Pause bis zum Platzverweis gut gespielt, sagt Zeidler. «Aber wir dürfen das nicht schönreden und sagen: ‹In Bern, da kann man verlieren.› Nein, es geht um Siege.» (pl)

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