Der FC Sion muss mit einer Strafe rechnen

Nach dem Fackelwurf in Sion entscheidet der Einzelrichter über das weitere Vorgehen. Als verantwortlicher Club dürfte neben dem Täter auch der FC Sion zur Rechenschaft gezogen werden. Ein Sicherheitsnetz, wie es in St. Gallen vorhanden ist, wird erst in der Winterpause angebracht.

Markus Zahnd
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Die Fackel brannte auf dem Spielfeld des Tourbillon weiter. (Bild: ky/Laurent Gillieron)

Die Fackel brannte auf dem Spielfeld des Tourbillon weiter. (Bild: ky/Laurent Gillieron)

FUSSBALL. Der betrunkene Mann, der am Samstag in Sion eine brennende Fackel aufs Spielfeld warf und damit beinahe den St. Galler Goalie Daniel Lopar traf, ist gefasst. Der 26-Jährige muss sich vor Gericht verantworten und dürfte zudem mit einem Stadionverbot belegt werden. Abgeschlossen ist die Sache damit aber nicht. «Der Fall wurde rapportiert und liegt beim Einzelrichter», sagt Roger Müller, Sprecher der Swiss Football League. Kommt der Einzelrichter zum Schluss, dass er nicht zuständig ist, leitet er den Fall an die Disziplinarkommission der Liga weiter – das dürfte in den kommenden Tagen geschehen. Der FC Sion als verantwortlicher Club darf dann eine Stellungnahme abgeben. Um eine Strafe werden die Walliser kaum herumkommen. Möglich ist dabei vieles, also von einer Busse bis hin zu einem Spiel vor leeren Rängen.

Der Schiedsrichter entscheidet

Nach dem Fackelwurf wurde im Tourbillon über einen Spiel-abbruch diskutiert. «Das Vorgehen nach solchen Vorfällen ist klar geregelt», sagt Müller. Der Schiedsrichter bespricht sich mit den Sicherheitsverantwortlichen des Clubs sowie den anwesenden Sicherheitsdelegierten der Liga. «Es müssen innert weniger Minuten zahlreiche Aspekte diskutiert werden», sagt Müller. Geklärt werden muss zum Beispiel die Frage, ob ein Abbruch nicht das grössere Sicherheitsrisiko darstellt als die Fortsetzung des Spiels, weil die Situation bei den Anhängern im Fall eines Abbruchs eskalieren könnte. Diese Diskussionen wurden auch im Tourbillon geführt. Die Entscheidung liege letztlich beim Schiedsrichter, sagt Müller. Und Sascha Amhof entschied auf Weiterspielen.

Bald sind Netze Pflicht

Dass der Mann die Fackel aufs Spielfeld werfen konnte, liegt am fehlenden Netz vor dem Sektor der einheimischen Anhänger. Dieses Netz ist in Planung, es wird in der Winterpause angebracht. Zum Beispiel in St. Gallen wäre ein solcher Wurf daher nicht möglich, denn vor dem Espenblock und vor dem Sektor der Gästeanhänger hat es Netze. Ab kommender Saison sind Netze hinter den Toren in Super-League-Stadien Pflicht.

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