Der FC Basel wird gegen ein schwaches Apoel Nikosia ohne grosse Anstrengung ins Achtelfinale geweht

Nach dem 3:0 im Hinspiel gewinnt der FC Basel auch das Rückspiel gegen Apoel Nikosia. Durch das 1:0 steht der FCB im Achtelfinale der Europa League. Dort warten namhafte Gegner.

Jakob Weber
Drucken
Teilen
Fabian Frei schiesst per Elfmeter das einzige Tor des Abends.
7 Bilder
Nach Fabian Freis 1:0 konnten sich die Basler beruhigt dem Rest des Spiels gegen APOEL Nikosia stellen
Dieses Foul im Strafraum von Nicholas Ioannou an Valentin Stocker genügt dem FCB zum ersten Heimsieg im Jahr 2020
Wird von Trainer Marcel Koller ins kalte Wasser geworfen: Nachwuchsspieler Elis Isufi kommt zum Europacup-Debüt
Auch im Goal muss Marcel Koller rotieren: Djordje Nikolic kommt für den angeschlagenen Jonas Omlin zum Einsatz
Fabian Frei verwandelt den fälligen Penalty mit Überzeugung
Die Basler Spieler beklatschen den Einzug in die Europa-League-Achtelfinals

Fabian Frei schiesst per Elfmeter das einzige Tor des Abends.

Freshfocus

Dass ein 3:0 im Hinspiel im Fussball nicht immer die Qualifikation für die nächste Runde bedeutet, weiss der FCB. Zumindest der spanische aus Barcelona, der solche Spiele in den letzten drei Jahren dreimal selbst erlebte. 2017 drehten die Katalanen ein 0:4 gegen Paris St. Germain. 2018 reichte Barcelona ein 3:0 gegen die AS Rom nicht und 2019 schied Barcelona auch gegen Liverpool aus, obwohl sie das Hinspiel 3:0 gewonnen hatten. Auch der Schweizer FCB aus Basel hat auf internationalem Parkett 2014 bereits ein 3:0 verspielt. Im Viertelfinale der Europa League gewann Valencia das Rückspiel mit 5:0.

Vorzeige-Mahner Marcel Koller hatte wohl auch diese Spiele im Kopf, als er vor dem Rückspiel seines FCB gegen Apoel Nikosia sagte, es sei noch nichts entscheiden. Doch Nikosia ist nicht Valencia. Das ist am Donnerstagabend schon nach wenigen Minuten klar. Die Zyprioten scheinen nach dem 0:3 im Hinspiel ohne Ambitionen nach Basel gereist. In der Startphase sehen die 14428 Zuschauer, die trotz des eisigen Orkantiefs Bianca den Weg ins Joggeli gefunden haben, ein bizarres Spiel. Nikosia zieht sich mit elf Mann in die eigene Hälfte zurück und Basel lässt den Ball ohne Druck in der Viererkette zirkulieren. Nur ganz selten wagt Rotblau einen Pass in die Spitze.

Als wäre das nicht komisch genug, schafft es die zypriotische Defensivabteilung gleich dreimal, den Ball im oder am eigenen Strafraum zu verlieren. Doch auf die Annahme dieser Gastgeschenke verzichtet der FCB in Person von Kemal Ademi, Raoul Petretta und Valentin Stocker zunächst. Alle drei vergeben die Chance auf das 1:0. Obwohl eigentlich Nikosia mindestens drei Tore schiessen müsste, igeln sich die Zyprioten auch in der Folge hinten ein. Der FCB kann so kaum Torchancen kreieren, es fehlt der Raum.

So ist es kein Wunder, dass das 1:0 per Elfmeter fällt. Der Videoschiedsrichter hatte den tschechischen Feldschiedsrichter Pavel Kralovec darauf aufmerksam gemacht, dass Nicholas Ioannou Stocker im Strafraum ein Bein gestellt hatte. Nach Ansicht der Bilder gibt es Penalty für Basel, den Fabian Frei in der 38. Minute im rechten oberen Eck unterbringt.

Doch am Spiel ändert sich dadurch nichts. Im Gegenteil. In der zweiten Halbzeit beschleicht einen das Gefühl, dass die Spieler auf dem Rasen durch die steife Brise zunehmend starr frieren. Nikosia zeigt in der 74. Minute, dass es heute wirklich kein Tor schiessen will. Tomas De Vincenti schiesst den Elfmeter, den FCB-Europa-League-Debütant Elis Isufi verursacht hatte, neben das Tor. Insgesamt schiessen die Zyprioten überhaupt nur dreimal in Richtung des FCB-Tores. Somit hält der FCB ohne Probleme die Null und gewinnt das Spiel souverän.

Der FCB holt 43 Prozent aller Schweizer Punkte

Der FC Basel wird gestern, ohne ans Limit gehen zu müssen, ins Achtelfinale geweht. Als einziger Vertreter hält Rotblau dort die Schweizer Fahne hoch. Sowieso wäre die Schweiz ohne den FCB im Fünfjahresranking der Uefa noch schlechter. 43 Prozent aller Schweizer Punkte gingen vor dem Weiterkommen gegen Nikosia auf das Konto der Basler. Aktuell liegt die Schweiz nur auf Rang 20. Doch Länder wie Russland, Tschechien oder jetzt auch Zypern, die jetzt noch vor der Schweiz liegen, können in dieser Saison nicht mehr punkten. Die Schweiz macht dank Basel dagegen Boden gut. Denn der aktuell Dritte der Super League hat noch mindestens zwei weitere Gelegenheiten, um erneut zu punkten. Die Achtelfinals finden am 12. und 19. März statt. Es warten Gegner wie Inter Mailand, Man United oder Eintracht Frankfurt. Wohin die Reise geht, wird heute um 13 Uhr ausgelost. Ganz so einfach wie gegen Nikosia dürfte es in der Runde der letzten Sechzehn aber nicht werden.