Der ewige Dario Cologna ist auch nach zwölf Jahren noch immer Weltklasse

Ganz nach vorne reichte es dem Schweizer Langläufer an der Tour de Ski nicht, trotzdem bleibt sein Anspruch das Podest. Mit diesen Ambitionen will der 33-Jährige seine Karriere bis zu den Olympischen Spielen 2022 in Peking fortsetzen.

Rainer Sommerhalder
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Dario Cologna will auch zukünftig mit den besten Russen und Norwegern mithalten. (Bild: Urs Flüeler/Keystone; Lenzerheide, 27. Dezember 2019)

Dario Cologna will auch zukünftig mit den besten Russen und Norwegern mithalten. (Bild: Urs Flüeler/Keystone; Lenzerheide, 27. Dezember 2019)

Urs Flueeler, KEYSTONE

Gegen die Russen und Norweger war im berüchtigten Schlussanstieg der Tour de Ski hinauf auf die Alpe Cermis kein Kraut gewachsen. Norwegens Olympiasieger Simen Krueger gewann die Etappe vor seinem Landsmann Sjur Roethe. Russlands Leader Alexander Bolschunow sicherte sich die Tour-Gesamtwertung vor Sergej Ustjugow. Dario Cologna war als Sechster im Aufstieg und als Siebter im Schlussklassement der Beste der restlichen Langlaufwelt.

Ein bisschen stolz darauf ist der 33-Jährige, obwohl sein Anspruch nach wie vor Podestplätze bleiben. Mit diesem Ziel vor Augen hat er sich vorgenommen, die beeindruckende Karriere bis zu den Winterspielen 2022 in Peking zu verlängern. Erste Voraussetzung war, dass er «den Abstand zur Spitze» im Vergleich zum unbefriedigenden Winter 2018/19 verkleinern konnte. Zweite Voraussetzung bleibt, dass Cologna die Chance auf eine weitere Olympiamedaille weiterhin als «realistische Chance» sieht.

Künftige Ambitionen für die Tour de Ski hingegen hat der Bündner beerdigt. Sein Reizhusten und das Format mit zwei Sprintrennen machen ihn für den Sieg in einem Mehretappenrennen nicht mehr ganz konkurrenzfähig. Cologna hat ausgerechnet, dass er auf den Gesamtdritten Johannes Klaebo alleine in den beiden Sprints zweieinhalb Minuten an Zeit liegen liess.

Anders beurteilt Cologna seine Möglichkeiten an einer grossen Meisterschaft. Aber selbst dort wäre eine weitere Medaille als Einzelkämpfer gegen die immer umfangreichere Armada an norwegischen und russischen Spitzenläufern eine grosse Überraschung. Wir wollen von Dario Cologna wissen, wo er am ehesten seine Chancen sieht: «Rennen mit Einzelstart kommen mir mehr entgegen oder auch schnelle, harte Rennen über längere Distanzen», sagt der vierfache Olympiasieger.

Dario Cologna gehört im Val di Fiemme nicht nur wegen seiner vier Toursiege nach wie vor zu den absoluten Publikumslieblingen. Er bleibt im Tourfeld eine absolute Ausnahmeerscheinung. Kein anderer Langläufer hat nur annähernd über eine solch lange Zeitdauer Podestplätze im Weltcup vorzuweisen. Am 6. Dezember 2008 klassierte sich Cologna erstmals unter den ersten Drei. Grosse Athleten aus seiner Generation kämpfen entweder mit ihrer derzeitigen Form, wie der Franzose Maurice Manificat, der Schwede Martin Sundby oder der Russe Alexander Bessmertnych. Oder sie sind längst von der Bühne abgetreten wie Petter Northug, Markus Hellner oder Ilia Tschernoussow.

Geblieben hingegen ist der scheinbar ewige Dario Cologna. Auch diese Konstanz macht ihn ein wenig stolz. «Die Erwartungen in mich sind seit Jahren konstant hoch. Und wenn man eine solche Serie erreichen will, muss man sich jedes Jahr verbessern. Es ist ein schönes Gefühl, noch immer vorne dabei zu sein, es ist aber gleichzeitig auch mein Anspruch». Diesen unterstreicht der 33-Jährige mit seinem Blick auf den Rest der Saison: «Auch wenn an dieser Tour der Ausreisser gegen vorne gefehlt hat, bleibt es mein Ziel, in diesem Winter erneut aufs Podest zu laufen. Es darf auch ganz zuoberst sein».