Der einzige Siegfahrer ist schon zurück

Das durch Verletzungen arg dezimierte Abfahrtsteam aus Österreich hat sein wichtigstes Mitglied zurück. Hannes Reichelts Entscheid, morgen in der Abfahrt in Garmisch zu starten, bringt Entspannung. Gestern stellte Reichelt im Training sogar die Bestzeit auf.

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Hannes Reichelt Österreichischer Abfahrer (Bild: ky/Erich Spiess)

Hannes Reichelt Österreichischer Abfahrer (Bild: ky/Erich Spiess)

SKI ALPIN. Hannes Reichelts schwerer Sturz in der Abfahrt in Kitzbühel war für die Österreicher der traurige Schlusspunkt hinter eine Serie von Verletzungen, die ihresgleichen sucht. Olympiasieger Matthias Mayer, Max Franz, Georg Streitberger, Joachim Puchner, Florian Scheiber, Markus Dürager, Thomas Mayrpeter und Daniel Danklmaier – sie alle sind derzeit ausser Gefecht.

Nun fand sich auf der langen Liste auch noch Hannes Reichelt wieder. Er, der in jüngster Vergangenheit der konstanteste Speedfahrer des Österreichischen Skiverbandes war. Er, der die meisten der zuletzt seltener gewordenen Siege für die österreichische Equipe verbucht hatte. Elfmal in den vergangenen fünf Jahren stand nach einer Weltcup-Abfahrt ein Österreicher ganz oben, fünfmal war dies Hannes Reichelt. Einen dieser Siege hatte er im vergangenen Winter in Garmisch errungen – vor seinen Teamkollegen Romed Baumann und Mayer.

Die diagnostizierte Knochenprellung am linken Knie liess zwar auf eine kürzere Pause schliessen. Dass Reichelt sich aber schon fünf Tage nach dem fatalen Sturz auf der Streif unterhalb der Hausbergkante zurückmeldete, kam für alle Beteiligten überraschend.

Als wäre nie etwas passiert

Den ersten wettkampfmässigen Test brachte Reichelt hinter sich, als wäre nie eine Absenz von den Rennpisten im Raum gestanden. Probleme bekundete Reichelt einzig beim Start. In durchgestrecktem Zustand schmerzt das havarierte Knie weiterhin. Dass er im ersten Abfahrtstraining in Garmisch gleich wieder der Schnellste war, war für den Salzburger nebensächlich. «Ich will die Bestzeit nicht überbewerten. Ich bin primär froh, dass ich den Kopf wieder freibekommen habe.»

Die Begegnung mit Waldner

Im Zuge der Streckenbesichtigung kam es zur Begegnung mit FIS-Renndirektor Markus Waldner. Reichelt hatte den Südtiroler nach den Stürzen in Kitzbühel aufs schärfste kritisiert. «Ich habe ihm gesagt, dass ich bis jetzt in der Abfahrt zweimal ins Netz geflogen bin. Vor einigen Jahren war mir dies auch im Europacup passiert. Und schon damals sei er, Waldner, in der Verantwortung gestanden», sagte Reichelt in Garmisch. (sda)

Markus Waldner Renndirektor der FIS (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

Markus Waldner Renndirektor der FIS (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

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