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Interview

SCK-Präsident Baumgartner: «Der Ehrgeiz ist grösser als die Ehrfurcht»

2 Siege in 3 Spielen – der SC Kriens ist positiv in die Rückrunde gestartet. Nun kommt Leader Servette (Samstag, 17.30 Uhr) ins Kleinfeld. Der Blick von SCK-Präsident Werner Baumgartner in die Rückrunde und darüber hinaus.
Turi Bucher
Kriens-Präsident Werner Baumgartner fasste im letzten Mai nach dem Aufstieg eine Wasserdusche. (Bild: Philipp Schmidli (La Chaux-de-Fonds))

Kriens-Präsident Werner Baumgartner fasste im letzten Mai nach dem Aufstieg eine Wasserdusche. (Bild: Philipp Schmidli (La Chaux-de-Fonds))

Werner Baumgartner, Ihr SC Kriens hat in den ersten drei Rückrundenspielen gezeigt, dass er sich im Abstiegskampf nicht kampflos ergibt.

Ja, diese zwei Siege sind gut für die Moral, haben deutlich gemacht, dass wir den Herbst hinter uns gelassen haben. Siege bringen halt mehr Punkte als Unentschieden und wirken sich in der Tabelle sofort aus. Aber wir sind uns bewusst: Uns steht nicht nur das Cupspiel beim FC Zürich bevor, auf uns warten auch noch 15 Cupspiele in der Meisterschaft.

Wie wichtig ist der Ligaerhalt für den SC Kriens?

Sehr wichtig. Der Ligaerhalt ist unser sportliches Ziel. Wir haben Geld in die Hand genommen für eine neue Infrastruktur und viel Arbeit geleistet, um in der Challenge League mit dabei zu sein. Über längere Zeit betrachtet stehen von den 20 Super-League- und Challenge-League-Vereinen etwa 15 Clubs vor uns. Wenn die beiden Ligen in den nächsten Jahren womöglich auf jeweils 12 oder 14 Vereine aufgestockt werden, sehen wir uns im Mittelfeld. Ein Abstieg würde nicht den Tod des SC Kriens bedeuten, wir wollen den Ligaverbleib nicht auf Gedeih und Verderb erzwingen. Aber wir sehen uns ganz klar als Challenge-League-Club.

Falls dem SCK der Ligaerhalt gelingt: Gibt es nächste Saison im Kleinfeld Halbprofitum, oder bleibt es beim Amateurfussball?

Nochmals: Wir wollen oben bleiben. Aber nicht im jeden Preis. Unsere Werte, unsere Identität, unsere Philosophie werden wir sicher nicht verraten. Diese Werte werden wir hochhalten. Vollprofifussball ist in Kriens sowieso nicht möglich, das können wir uns nicht leisten. Wir können auch unser Budget nicht verdoppeln. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir nächste Saison unseren Spielern ermöglichen, ihr Arbeitspensum zu reduzieren, damit sie insgesamt mehr Zeit in den Fussball und in die Erholung investieren können. Auf diesem Niveau ist es ein Riesenunterschied, Trainingsbeginn um 18.30 Uhr zu haben oder um 18.30 Uhr geduscht den Heimweg antreten zu können.

Das heisst, der SC Kriens müsste seinen Spielern höhere Löhne bieten können.

Ohne dass ich das jetzt mit unserem Finanzchef abgesprochen habe: Ja, wir müssten versuchen, die Löhne etwas anzupassen. Im überschaubaren Rahmen natürlich. So vielleicht, dass die Spieler ihr bisheriges Arbeitspensum um 20 Prozent reduzieren könnten.

Wie sieht die Finanzlage beim SCK überhaupt aus?

Mäzene im grösseren Rahmen haben wir nicht. Wir haben an unserer letzten Generalversammlung vom Herbst 2018 eine Restverschuldung von rund 100000 Franken ausgewiesen. Jetzt gilt es, diese und die Darlehen betreffend Stadionbau zurückzuzahlen.

Haben Sie auch eigenes Geld in den Verein gesteckt?

Ich habe während des Stadionbaus ausgeholfen, um da und dort ein Loch zu stopfen. Es sind keine riesigen Geldbeträge. Es ist Geld, das ich ausgeliehen habe, und ich gehe davon aus, dass ich es zurückerhalten werde.

Sie betonen immer wieder, dass der SC Kriens nicht nur die 1. Mannschaft ist, sondern noch viel mehr zu bieten hat. Wo drückt der Schuh, wo macht’s Spass?

Es macht halt generell Spass beim SCK. Ich glaube, die Leute haben Freude am neuen Stadion, und das macht uns auch Freude, das tut dem Verein gut. Nach der Aufregung und Nervosität während der Bauzeit ist nun der Zusammenhalt im Club noch grösser geworden. Das Bauen – das war die Hardware. Jetzt können wir uns wieder der Software widmen, und das ist die Vereinskultur.

Von attraktiven Spielertransfers kann man wohl weiterhin nur träumen, aber der SCK hat in der Winterpause immerhin vier neue Spieler geholt. Mit Verlaub: Kennen Sie deren Namen überhaupt?

Klar kenne ich die Namen. Dzonlagic, Sadrijaj, Berisha und Sukacev. In erster Linie werden wir sicher weiterhin nach Talenten in der Zentralschweiz Ausschau halten. Aber auch über die Innerschweizer Grenze hinaus. Wichtig ist: Diese Spieler sollen zum SCK passen, der SCK soll für diese Spieler ein Sprungbrett sein.

Am nächsten Donnerstag spielt Kriens auswärts im Cup gegen den FC Zürich. Das interessiert nur den SCK-­Finanzchef, sportlich liegt da nichts drin, oder?

(zögert)

… Das werden wir sehen. Wir gehen nicht nach Zürich, um zu verlieren. Ich glaube, der Ehrgeiz im Team ist grösser als die Ehrfurcht.

Wie viel Geld wird Kriens mit diesem Viertelfinal einnehmen?

Der FCZ hat uns schon vorgewarnt, viele Zuschauer wird es kaum geben. Ich rechne mit 5000 bis 6000. Das bringt uns einige 10 000 Franken, wobei ein Teil als Prämie für die Viertelfinalqualifikation an die Spieler geht.

Nach dem Heimsieg gegen das Spitzenteam aus Winterthur sind Sie persönlich mit einer Harasse Bier in die Spielerkabine. Welche Prämie gibt’s für die Spieler, wenn sie den Ligaerhalt schaffen?

Es gibt eine Prämie, aber die Summe macht im Leben der Spieler nicht den grossen Unterschied aus. Ich bin fest überzeugt davon, dass es dieser Mannschaft nicht um Geld geht, sondern um den Spirit.

Ehrgeiz vor Ehrfurcht – das gilt auch für das Heimspiel vom Samstag gegen Tabellenführer Servette. Ihr Wunsch für diese Toppartie?

Viele Zuschauer. Und wir wollen punkten. Ich tippe ein 2:1 für Kriens.

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