«Der Durchschnittlichkeit entfliehen»

Fussball. Michael Hüppi sagt, nach dem Abstieg sei «falsche Bescheidenheit» fehl am Platz. Die Saison in der Challenge League biete die Chance, eine Siegermentalität zu entwickeln.

Patricia Loher
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Michael Hüppi (Bild: Rainer Bolliger)

Michael Hüppi (Bild: Rainer Bolliger)

Mit Michael Hüppi wird der Generalversammlung am 18. Juni ein Mann zur Wahl vorgeschlagen, der die Mechanismen im Spitzenfussball kennt, über ein Beziehungsnetz verfügt und der «schon immer mein Vertrauen genoss», so der Grossaktionär und Inhaber des Namensrechts der AFG Arena, Edgar Oehler.

«Gerne zur Verfügung gestellt»

Seit Mai 1996 präsidiert der 51jährige Michael Hüppi, Bruder von TV-Sportmoderator Matthias Hüppi, den Business-Club, eine der vier Donatorenvereinigungen des FC St. Gallen. Zudem gehört er dem Beirat an. «Mein Herz ist grün-weiss. Ich habe mich gerne zur Verfügung gestellt», sagte der Anwalt gestern an der Medienorientierung in Arbon. Hüppi ist seit 1992 Partner bei Schoch, Auer & Partner, einer Anwaltskanzlei in St. Gallen. Zudem ist er Referent am Management-Seminar an der Universität St. Gallen.

Hüppi sagte gestern, es sei eine sogenannte «Task Force» gebildet worden, welche sich um die sportlichen Belange der ersten Mannschaft kümmere – um Trainerwahl und künftiges Spielerkader. Obwohl nicht bekannt wurde, wer dieser Gruppe angehört, sind Hüppis Vorstellungen unmissverständlich: «Der FC St. Gallen hat die Chance, das Kader grundlegend zu bereinigen.» Es könne nicht sein, dass «alte Cracks» mit hohen Kostenfolgen engagiert würden. Vielmehr gelte es, jungen Spielern in der Challenge League eine Chance zu geben.

Selbstbewusstsein als Basis

Mittelfristig und in der höchsten Liga sollen sie einem Kader angehören, das sich «aus eigenen und willigen Spielern, ergänzt mit zwei bis drei guten Super-League-Akteuren und allenfalls drei bis vier guten, aber auch jungen ausländischen Spielern, zusammensetzt», so Hüppi. Neben dem Eckpunkt «Spielerkader» präsentierte er zwei weitere Pfeiler, auf die sich seine Philosophie abstützt: «Siegermentalität» und «Clubführung»: «Es muss in der Challenge League das Ziel sein, die Saison nicht nur auf dem ersten Platz zu beenden, sondern möglichst auch jedes Spiel zu gewinnen. Daraus entwickelt sich ein Selbstbewusstsein, das Basis für die Zukunft ist. Die Saison in der Challenge League gibt dem FC St. Gallen die Chance, eine Siegermentalität zu entwickeln und damit der Durchschnittlichkeit zu entfliehen.» Hüppi ist zudem der Überzeugung, «dass wenige Köpfe in der Clubführung die Verantwortung tragen sollen». Es gelte, die Organisation zukunftstauglich zu gestalten.

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