Der Druck auf die Ski

Après-Ski

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Das Wort ist immer wieder zu hören – vor allem im Sport: der Druck. Auch im Vorfeld der Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz ist davon die Rede. So sagte Stéphane Cattin, Alpin-Direktor von Swiss-Ski, im Interview mit unserer Zeitung, dass «der Druck vor allem von extern, von den Medien kommt».

Das ist eine etwas einseitige Sichtweise und tönt nach einer vorweggenommenen Ausrede, falls die Erwartungshaltung nicht erfüllt werden sollte. Dabei ist die Sache relativ einfach: Druck hat jeder, der eine spezielle Leistung erbringen möchte. Das gilt im Sport wie im täglichen Berufsleben. Natürlich: Wer im Vorfeld gute Leistungen gezeigt hat und als Favorit gehandelt wird, der hat viel Selbstvertrauen.

Vor 30 Jahren, bei der Ski-WM in Crans-Montana, war das Schweizer Team der grosse Favorit auf die Titel, denn es dominierte den Weltcup beinahe nach Belieben. Alles andere als viele Medaillen wären eine Enttäuschung gewesen – der Druck vor dieser Heim-WM muss enorm gewesen sein. Am Schluss konnten sich die Schweizer über 14 Medaillen (achtmal Gold, viermal Silber, zweimal Bronze) freuen. Von den zehn WM-Titeln gingen deren acht an die Gastgeber. Erika Hess, Maria Walliser und Pirmin Zurbriggen wurden Doppel-Weltmeister, Peter Müller und Vreni Schneider vervollständigten die unglaubliche Bilanz. In St. Moritz sind die Erwartungen des Schweizer Teams ungleich kleiner. Zu den Medaillen­anwärtern werden Lara Gut, Wendy Holdener und Beat Feuz gezählt.

Heute steht mit dem Super-G der Frauen die erste Entscheidung an. Freuen wir uns auf die Heim-WM. Mögen die Schweizer den richtigen Druck auf die Ski bringen und möglichst viele Medaillen herausfahren.