Der Besuch des Vorzeigeclubs

Der FC Bayern München tritt heute ab 20.45 Uhr erst zum dritten Mal in seiner ruhmreichen Europacup-Geschichte in der Schweiz an – in der Champions League gegen Basel. Tags zuvor verlängerte er den Vertrag mit Trainer Louis van Gaal.

Hansjörg Schifferli/Basel
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Geglückter Start in die Champions League: Zum Auftakt besiegte Bayern München mit Mario Gomez (Mitte) und Miroslav Klose (rechts) die AS Roma mit 2:0. (Bild: epa/Andreas Gebert)

Geglückter Start in die Champions League: Zum Auftakt besiegte Bayern München mit Mario Gomez (Mitte) und Miroslav Klose (rechts) die AS Roma mit 2:0. (Bild: epa/Andreas Gebert)

Fussball. Der FC Bayern München, der Vorzeigeclub der Bundesliga, bestreitet heute in der Schweiz einen Pflichteinsatz. Das ist eine Rarität, denn erst zum dritten Mal in ihrer ruhmreichen Europacup-Geschichte treten die Bayern hier auf. Das erste Mal, im Herbst 1962, spielten sie in der ersten Runde des damaligen Messestädtecup in Basel gegen den FCB. Sie siegten vor 5500 Zuschauern 3:0, zum Rückspiel traten die Basler gar nicht mehr an.

Auf ihren Internationalen Hans Weber mussten sie verzichten, weil er gleichentags für ein Sichtungsspiel der Nationalmannschaft gegen Bari aufgeboten war. Schon ganz anders ging es im Meistercup 1987/88 zu, als die Bayern gegen Xamax spielten. Sie verloren in Neuenburg 1:2; sie standen im Rückspiel am Rande des Ausscheidens, bis Verteidiger Hansi Pflügler in der 88. Minute das 1:0 erzielte und Jürgen Wegmann in der Nachspielzeit das 2:0.

Bayerns Zeichen an den Trainer

Gestern sind die Münchner wieder in die Schweiz geflogen, in einem Hotel beim Basler Bahnhof checkten sie ein; und noch ehe sie abends zum Abschlusstraining in den St. Jakob-Park fuhren, erledigten sie eine Formalität: Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Louis van Gaal setzten die Unterschrift unter einen neuen, um ein Jahr verlängerten Vertrag, der bis 2012 gültig ist.

In Anspielung auf den mit acht Punkten aus acht Spielen mässigen Meisterschaftsstart sagte Rummenigge: «Nach Erfolgen zu verlängern ist einfach. Wir haben die derzeit etwas knifflige Situation gewählt, um vor dem Spiel in Basel zu zeigen, dass uns Van Gaals Philosophie gefällt.»

Kein Zweifel, in München wissen sie, dass sie sich nach einer Heimniederlage gegen Mainz und mit zehn Punkten Rückstand auf den Aussenseiter in der Meisterschaft in der Champions League nicht

weiteres Ungemach einhandeln dürfen – schon gar nicht gegen Schweizer, auch wenn diese von einem der «ihren», von Thorsten Fink, trainiert werden. Auch den Baslern ist bewusst, was der «Reflex» eines Teams wie die Bayern auf einen Misserfolg sein wird: «Sie werden sich auf das Kämpfen einschwören, das kommt auf uns zu», sagt einer der Basler mit Bundesliga-Erfahrung, Benjamin Huggel. Dennoch fügt er an: «Aber natürlich haben wir das Gefühl, dass wir gegen die Bayern punkten können.»

Basel ohne Cagdas

Fink seht es ähnlich. Zum einen sagt er, «dass die Bayern besonders gefährlich sind, wenn sie angeschlagen wirken.» Anderseits: «Für uns ist es ein Vorteil, dass ihnen Franck Ribéry und Arjen Robben fehlen» – jene beiden, die in der vergangenen Saison so oft den Unterschied ausmachten. Den Bayern bleiben natürlich genügend Klassespieler. Fink wiederum stellt jene Mannschaft auf, die am Samstag den FC Zürich deklassierte. Beg Ferati ist wieder im Abwehrzentrum, denn Atan Cagdas verletzte sich gestern im Abschlusstraining.

Der ehemalige Cottbuser wird also verpassen, was Fink als «spezielles Spiel» bezeichnet – für ihn natürlich, aber auch für die anderen ehemaligen Bundesligaprofis Huggel, Alex Frei und Marco Streller. Für alle beim FC Basel.