Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Shaqiri ist vor der WM sicher: «Der beste Xherdan folgt erst noch»

Xherdan Shaqiri spricht vor der WM über seine persönliche Entwicklung und über die Erwartungen mit dem Nationalteam. «Wenn vieles passt, können wir eine Überraschungsmannschaft der WM werden.»
Etienne Wuillemin, Céline Feller/Lugano
Xherdan Shaqiri: «Die Eishockey-Nati hat uns ein bisschen Druck gemacht.». (Bild: Walter Bieri/KEY)

Xherdan Shaqiri: «Die Eishockey-Nati hat uns ein bisschen Druck gemacht.». (Bild: Walter Bieri/KEY)

Haben wir in dieser Saison den besten Xherdan Shaqiri gesehen?

Das ist schwierig zu sagen. Ich habe eine sehr gute Saison hinter mir. Bin zufrieden mit meinen Leistungen. Aber der beste Xherdan? Nein, der folgt noch.

Sie spielten stark – aber Ihr Verein ist abgestiegen. Wie gehen Sie damit um?

Ich bin enttäuscht. Das ist normal. Aber ich brauche mir nichts vorzuwerfen, habe meine Leistungen gebracht, holte 15 Skorerpunkte, davon acht Tore. Ich habe alles fürs Team gegeben, wir haben uns mit allen Mitteln gegen den Abstieg gestemmt, ihn aber leider nicht verhindern können.

Erstmals in Ihrer Karriere sind Sie auf über 3000 Einsatzminuten gekommen. Sind Sie vor der WM müde?

Die Premier League ist intensiv, wir haben keine Winterpause. Ein bisschen müde bin ich. Auch mental war die Saison anstrengend, weil der Abstiegskampf einen vereinnahmt. Das war nicht einfach. Aber im Hinblick auf die WM bin ich sehr zuversichtlich.

Früher spielten Sie um Pokale, jetzt gegen den Abstieg. Wie verkrafteten Sie das?

Ich kenne jetzt beide Seiten. Niemand will absteigen, klar. Aber es gibt Schlimmeres im Leben, und man kann daraus lernen für die Zukunft.

Denken Sie an die Zukunft?

Natürlich, ja. Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass ich den Klub verlassen werde.

Bleiben Sie in England?

Die Liga ist perfekt für mich. Es ist die beste Liga mit den besten Spielern. Ich würde gerne in England bleiben, möchte aber nichts ausschliessen.

Wie gross ist die Sehnsucht, auf die grosse Bühne zurückzukehren?

Sehr gross. Davon kannst du nie genug kriegen. Jeder will sich immer mit den Besten messen. Und die meisten Leute wissen ja, dass ich da nicht anders ticke. Auch das war ein Grund, weshalb ich mich für die Premier League ­entschieden habe. Und darum möchte ich nun auch den nächsten Schritt machen.

Analysieren Sie Ihre Auftritte per Video?

Ich schaue meine Videos natürlich an. Ich finde es zwingend, mich selbst zu analysieren. Aber ich habe auch Leute, die mir dabei helfen. Meinen Vater rufe ich direkt nach einem Spiel besser nicht an. Er ist mein grösster Kritiker. Sogar wenn ich drei Tore mache, meint er, es hätten fünf sein können (lacht).

Und Videos von anderen Spielern?

Auf Youtube gehen und Fussballvideos schauen? Nein, das mache ich nicht. Oder besser gesagt nicht mehr. Mit 18 oder 20 habe auch ich das gemacht, da habe ich mir Ronaldinho zu Gemüte geführt. Aber jetzt bin ich 26 und versuche, mich selber weiterzuentwickeln. Da muss ich auf mich schauen, nicht auf andere.

Wie oft denken Sie noch an das spektakuläre Tor im EM-Achtelfinal gegen Polen?

Oft, denn viele Leute erinnern mich auch immer wieder daran (lacht). Jenes Tor werde ich nie vergessen. Das war grossartig. Und ein wichtiges Tor.

Dennoch schied die Schweiz aus. Wie lange trauerten Sie der verpassten Chance nach?

Nach dem Turnier dachte ich schon noch oft: «Hätten wir gewonnen, wer weiss, wohin uns der Weg dann noch geführt hätte.» So offen wie in Frankreich war ein Tableau wohl noch nie.

Wie hat sich Ihre Rolle im Nationalteam entwickelt?

Ich bin ein erfahrener Spieler in der Nati, gehöre zu jenen mit den meisten Länderspielen, ich glaube, im Moment bin ich auch jener Spieler mit den meisten Nati-­Toren. Ich bin ein Leader in dieser Mannschaft. Und ich werde das immer sein.

Was braucht es, damit Sie am Ende der WM sagen können: Das war eine erfolgreiche WM für die Schweiz?

Schwierig zu sagen. Die Eishockey-Nati hat uns ein bisschen Druck gemacht (lacht). Ich hoffe nur nicht, dass uns die Leute verwechseln… Ich hoffe, dass wir gute, tolle Auftritte zeigen. Dann haben wir die Chance, etwas zu bewegen. Zuerst gilt es, die Gruppe zu überstehen. Brasilien, Serbien, Costa Rica – das ist eine der schwierigsten Gruppen der WM!

Es gibt einige Fans, die sich einen Viertelfinal sehnlichst wünschen. Wie denken Sie darüber?

Wenn wir etwas Grösseres erreichen wollen als bisher, müssen wir ja in die Viertelfinals kommen. Sagen wir es so: Wenn vieles passt, können wir eine Überraschungsmannschaft werden.

Wenn Sie Brasilien hören, woran denken Sie?

Ziemlich schnell an «Weltmeister». Das hat sich seit meiner Kindheit eingenistet. Auch wenn der letzte Titelgewinn schon eine Weile zurückliegt. Brasilien ist für mich ein grosser Titelfavorit.

Brasilien hat im WM-Halbfinal 2014 gegen Deutschland 1:7 verloren. Fürchten Sie, dass Brasilien nun an der Schweiz Revanche nimmt?

Die werden einen Plan haben für ihr grosses Ziel, Weltmeister zu werden. Sie werden von Anfang an Vollgas geben und versuchen, jeden Gegner zu dominieren. Wir müssen bereit sein, dagegenzuhalten.

Im zweiten WM-Spiel trifft die Schweiz auf Serbien. Was verbinden Sie mit dem Land?

Viele denken, in dieser Partie sei viel Politik im Spiel. Weil einige Teamkollegen und ich aus dem Kosovo sind, und es zwischen Serbien und Kosovo Krieg gab. Aber es geht hier um ein Fussballspiel. Um nichts anderes.

Wenn Sie die WM-Gruppe anschauen: Wie gross ist die Gefahr, dass man am Anfang zu weit schaut?

Diese Gefahr ist immer da. Wenn man zu grosse Träume hat und glaubt, dass man die verwirklichen kann. Bescheiden bleiben, das ist für uns das Wichtigste.

Zum Schluss: Wer wird Weltmeister?

Schwierig. Es sind immer die gleichen Favoriten: Deutschland, Frankreich, Brasilien, Spanien. Die Grossen bleiben die grossen Favoriten. Die Franzosen sind ein heisser Tipp. Sie haben offensiv wie defensiv ein sehr gutes Team.

Mit Xhaka ans Testspiel


Ausflüge auf den Monte Generoso und die gestrige Bootsfahrt im Beisein der Medien, um den Teamgeist der Schweizer für die WM-Aufgabe zu stärken. Übungseinheiten, Stimmung unter den Spielern und mit der Villa Sassa eine Unterkunft, die keine Wünsche übrig lässt – eigentlich hat in Lugano alles gepasst in der ersten Trainingswoche. Wäre da nicht dieser Schockmoment am Donnerstagabend gewesen um Granit Xhaka, der unglücklich auf den Rasen fiel. Und die Schweiz kurzzeitig um ihre Schaltzentrale bangte. Die Entwarnung folgte auf dem Fuss, Xhaka erlitt eine Knieprellung, trainierte bereits wieder auf dem Hometrainer. Der Mittelfeldstratege macht heute die Reise nach Villarreal mit, spielt morgen gegen die Spanier (ab 21 Uhr) im zweitletzten WM-Test aber nicht. (cbr)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.