Der Autorennfahrer Mike Rockenfeller aus Landschlacht hat den Schweizer Pass erhalten

Nun hat auch die Schweiz ihren Rockenfeller. Mike Rockenfeller. Der gebürtige Deutsche, der seit 2007 im Kanton Thurgau wohnt, hat das Schweizer Staatsbürgerrecht erhalten. Der heute 36-jährige Autorennfahrer war 2013 DTM-Champion und 2010 Sieger in Le Mans.

Daniel Good
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Mike Rockenfeller, DTM-Sieger 2019 auf dem Lausitzring

Mike Rockenfeller, DTM-Sieger 2019 auf dem Lausitzring

Bild: www.imago-images.de

Sportlich könnte es besser laufen derzeit, aber privat hat Mike Rockenfeller einen Meilenstein gesetzt. Er hat den Schweizer Pass erhalten. «Es gibt viele Sachen, die das Land so lebenswert machen. Auf jeden Fall ist die Lebensqualität sehr hoch», sagt er.

«Die Landschaft gefällt uns. Nicht nur bei uns am Bodensee ist es sehr schön, sondern auch in vielen anderen Regionen der Schweiz.»

Durch Zufall kam Rockenfeller Anfang 2017 nach Altnau. Seit 2013 wohnt er mit der Familie in Landschlacht. «Hier erlebt man noch die heile Welt auf dem Land. Faszinierend ist die Sauberkeit, wenn ich es mit manchen Orten im Ausland vergleiche.» Auch die direkte Demokratie hat es Rockenfeller angetan. «So etwas kennt Deutschland bekanntlich nicht.»

Verwandt mit den Milliardären

Die Thurgauer Rockenfellers stammen aus dem Norden des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Sie sind entfernt verwandt mit der amerikanischen Milliardärsfamilie Rockefeller, die ebenfalls aus Neuwied ausgewandert ist.

«Natürlich kostet es etwas, in der Schweiz zu leben», sagt der Rennfahrer Rockenfeller. Er schätzt auch das Schweizer Bildungssystem, zumal die Familie ihr drittes Kind erwartet. «Mit war es wichtig für die Zukunft unserer Kinder, dass wir nicht mehr einfach nur die Ausländer hier sind.»

Eine Region mit viel Prominenz

In Landschlacht wohnen auch der ehemalige Sauber-Pilot Timo Wehrlein und der frühere Veloprofi Andreas Klöden, zweimal Zweiter der Tour de France. Im Raum Kreuzlingen sind die deutschen Autorennfahrer Timo Glock und Bernd Schneider ansässig. Rockenfeller sagt:

«Meines Wissens bin ich der Erste, der den Schweizer Pass in der Hand hat.»

Auch nach Ellighausen zum vierfachen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat er es nicht weit. «Zehn, fünfzehn Minuten im Auto», sagt Rockenfeller.

Wie Vettel im Hintertreffen

Im Rennauto kam Rockenfeller in diesem Jahr wie Vettel nicht wunschgemäss auf Touren. Das Auto ist zu wenig schnell. «Wir sind leider wie zweite Bundesliga», sagt Rockenfeller. Immerhin fuhr er am Wochenende auf dem Nürburgring auf das Podest. Mit Audi hat er noch einen Vertrag fürs kommende Jahr. «Aber es gibt derzeit viele Fragezeichen, was meine Karriere betrifft.»

Geklärt ist immerhin die Einbürgerung. Es verging einige Zeit, bis es so weit war.

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