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Interview

«Der Anhänger hört die Expertenstimme»

Die Fussballclubs werden immer mehr zu Medienunternehmen. Kommunikationsexperte Dominik Allemann sagt, es brauche in dieser Zeit die unabhängigen Medien mehr denn je. Der CEO und Inhaber von Bernet Relations in Zürich erforscht mit seiner Agentur Trends zur Nutzung von digitalen Kanälen.

Welchen Fussballclubs folgen Sie in Ihren sozialen Netzwerken?

Dominik Allemann (Bild: PD)

Dominik Allemann (Bild: PD)

Ich verfolge vor allem die Super League. Es sind spannende Praxisbeispiele für Online-Communities. Es ist beeindruckend, wie sich die Schweizer Fussballclubs in den vergangenen Jahren entwickelt haben bezüglich Social Media.

Wie beurteilen Sie die Auftritte?

Sie sind professioneller geworden. Allerdings hatten der Schweizer Sport und auch der Fussball keine Vorreiterrolle inne, vielmehr hinkten sie der Entwicklung etwas hinterher. Dabei wären Fussballclubs prädestiniert gewesen, Social Media früher zu nutzen, da es dabei ja vor allem um den Community-Gedanken geht. Das heisst, der Austausch mit den Fans kann über diese Plattformen intensiviert werden. Nur fehlten wohl lange die Ressourcen und das Know-how für professionelle Social-Media-Auftritte.

Weshalb fand ein Umdenken statt?

Am Anfang haben noch die Fans für die Clubs die Websites und Netzwerke betrieben – in Fronarbeit. Danach übernahmen das oft die Medienchefs. Die Vereine aber merkten, dass sie im Netz Geld verdienen und ihre Fanbasis erreichen können. Seither wenden sie dafür deutlich mehr Ressourcen auf.

Müssen sich unabhängige Medien Sorgen machen?

Nein. Den Anhänger interessiert es, was klassische Medien über eine Partie berichten. Er freut sich nach dem Spiel auf Online- oder Printartikel und die Zusammenfassung im Schweizer Fernsehen. Die kritischen Betrachtungen kommen von den Journalisten und nicht von den Medienchefs. Die Leute können sehr wohl unterscheiden zwischen Vereinsberichterstattung und unabhängigem Journalismus. Vor allem, wenn es in einem Club kriselt, will der Anhänger die distanzierte Einordnung.

Wie müssen klassische Medien auf die Veränderungen reagieren?

Es reicht nicht mehr, bloss die Medienkonferenzen zu besuchen, da diese meistens gestreamt werden. Die Journalisten müssen wieder eigene Themen setzen. Dann könnte es sein, dass das Interesse an klassischen Medien steigt. (pl)

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