Der Abbruch der Saison im Regionalfussball ist nahe – Fragen und Antworten zur aktuellen Situation

Die Regionalverbände des Fussballverbandes fordern die Annullierung der Saison ab der 2. Liga interregional. Wie geht es weiter?

Ives Bruggmann
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Dem Regionalfussball – im Bild ein Spiel des FC Uzwil gegen Bazenheid – droht das abrupte Saisonende.

Dem Regionalfussball – im Bild ein Spiel des FC Uzwil gegen Bazenheid – droht das abrupte Saisonende.

Bild: Ralph Ribi (Uzwil, 5. Oktober 2019)

Seit Mitte März ruht der Ball im Amateurfussball. In Anlehnung an die Swiss Football League ist seither der gesamte Spielbetrieb des Schweizerischen Fussballverbandes, der Ersten Liga, der Amateur Liga und aller Regionalverbände in allen Kategorien und Altersklassen bis mindestens zum 30. April ausgesetzt. Weil der Fussball gemäss Einschätzung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) eine Mannschaftssportart mit erhöhter Ansteckungsgefahr ist, rieten die Verbände allen Clubs dringend davon ab, bis zum 30. April Trainings durchzuführen. Fünf Fragen und Antworten zur Lage im Regionalfussball:

Wie ist der aktuelle Stand?

Am vergangenen Samstag haben die 13 Regionalverbände sowie die Amateur Liga dem Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) einstimmig beantragt, alle ihre Meisterschafts- und Cupwettbewerbe der Männer von der 2. Liga interregional bis zur 5. Liga, bei den Frauen ab 1. Liga abwärts, Senioren/Seniorinnen und Junioren/Juniorinnen abzubrechen und die Saison zu annullieren, also nicht zu werten.

Um was geht es genau?

Der Ostschweizer Fussballverband hat gemeinsam mit den anderen zwölf Regionalverbänden sowie der Amateur Liga einen Antrag an den Schweizerischen Fussballverband gestellt. Dabei wird vorgeschlagen, die Saison abzubrechen und nicht zu werten. Es soll keine Meister, keine Auf- und Absteiger und keine Cupsieger geben. Die Teilnehmer am Schweizer Cup sollen per Los aus den in den regionalen Cup-Wettbewerben übrig gebliebenen Teams bestimmt werden. Es handelt sich dabei um einen Antrag, beschlossen ist zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Wer entscheidet über die weiteren Massnahmen?

Der Antrag liegt nun beim Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV). Er erstellt ein Gutachten, das vor allem die rechtlichen Fragen beantworten soll. Darauf gestützt beschliesst der Zentralvorstand, wie es weitergeht und kommuniziert diese Massnahmen.

Was wären die Folgen eines Saisonabbruchs?

Selbstredend werden dann ab der 2. Liga interregional bei den Männern, ab der 1. Liga bei den Frauen, bei den Senioren/Seniorinnen und Junioren/Juniorinnen keine Spiele mehr ausgetragen. Für die Vereine und den Ostschweizer Fussballverband würde das finanziell sicherlich einen grossen Verlust zur Folge haben. Zudem ist ebenfalls ungeklärt, ob die kommende Saison plangemäss gestartet werden kann. Was über den Saisonabbruch hinaus für Massnahmen beschlossen werden, obliegt dem Zentralvorstand des SFV. Er alleine entscheidet, ob es beispielsweise Auf- und Absteiger gibt und ob die Saison gewertet wird oder nicht.

Wann fällt der Zentralvorstand des SFV den Entscheid?

Der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands wird den Antrag der Amateur Liga und der Regionalverbände und die damit verbundenen Konsequenzen prüfen und bis Mitte dieser Woche darüber entscheiden. Es ist davon auszugehen, dass der SFV am Donnerstag kommuniziert. Nicht Gegenstand dieses Antrages sind die Wettbewerbe des SFV selbst, insbesondere die NLA und NLB der Frauen, der Schweizer Cup der Männer und der Frauen, der Swiss Football League (Super League und Challenge League) und der Ersten Liga (Promotion League und 1. Liga).