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Der 100-fache Lichtsteiner

Stephan Lichtsteiner bestreitet morgen in Lugano gegen Japan sein 100. Länderspiel. Er ist nach Heinz Hermann, Alain Geiger und Stéphane Chapuisat der vierte Schweizer, dem diese Ehre zuteil wird. Der Captain blickt auf Meilensteine zurück – und voraus.
Etienne Wuillemin, Raphael Gutzwiller
Lichtsteiner im ersten Länderspiel gegen Brasilien, hier im Zweikampf mit Correia Adriano.(Bild: Karl Mathis/Keystone)

Lichtsteiner im ersten Länderspiel gegen Brasilien, hier im Zweikampf mit Correia Adriano.(Bild: Karl Mathis/Keystone)

Debüt gegen Brasilien

«Ich bin kein Mensch, der sehr auf Zahlen fixiert ist. Darum bedeutet mir das erste Spiel nicht enorm viel mehr als das hundertste. Natürlich ist die Ehre gross, im Schweizer Dress auflaufen zu dürfen. Es war für mich schön, nach zwei Jahren mit den Grasshoppers und eineinhalb Jahren bei Lille den nächsten Schritt zu machen und mich auf der Bühne Nationalmannschaft beweisen zu können. Vom Spiel selber weiss ich noch, dass wir mit 1:2 gegen Brasilien verloren haben, es war ein Testspiel im Hinblick auf die Heim-EM 2008. Die Konkurrenz war schon damals gross, ich musste einige Zeit hinter Bernt Haas und Philipp Degen anstehen. Ich habe mich durchgekämpft.»

Vor der EM wird Lichtsteiner von den Heimfans gefeiert. Die Schweiz scheidet früh aus. (Bild: Laurent Gillieron/KEY)

Vor der EM wird Lichtsteiner von den Heimfans gefeiert. Die Schweiz scheidet früh aus. (Bild: Laurent Gillieron/KEY)

Vorfreude auf die Heim-EM

«Die Heim-EM war das erste grosse Turnier von mir. Jeder wollte eine speziell gute Figur abgeben. Wir hatten grosse Ziele. Am Ende sind wir schon nach zwei Spielen ausgeschieden, das ist das, was in Erinnerung geblieben ist. Es hätte nicht sein müssen, ich erinnere mich an eine Riesenchance von Hakan Yakin gegen die Türkei, es wäre das 2:0 gewesen. Die Unterstützung im Schweizer Volk ist immer da. Ich nehme es aber auch als kritische Stimme wahr. Und so soll es auch sein. Erfolg ist man sich mittlerweile von der Nationalmannschaft gewohnt. Und das ist das grösste Kompliment, das es geben kann. Also braucht es noch mehr Erfolge, um alle hinter uns zu kriegen.»

Es ist ein grosser Sieg für die Schweiz: 1:0 gegen Spanien. Das nützt aber später herzlich wenig. (Bild: Halden Krog/EPA)

Es ist ein grosser Sieg für die Schweiz: 1:0 gegen Spanien. Das nützt aber später herzlich wenig. (Bild: Halden Krog/EPA)

WM-Sieg gegen Spanien WM 2010

«Eigentlich ist das ja fast unmöglich. Du besiegst zuerst den Favoriten Spanien und fliegst dann trotzdem schon in der Gruppenphase aus dem Turnier. Das ist unbefriedigend, natürlich, und schade. Wenn ich jetzt an den Sieg gegen Spanien zurückdenke, dann kommen die Gedanken, was danach passierte, logischerweise auch ziemlich schnell. Die Frage, ob es, alleine betrachtet, mein schönster Sieg war, stellt sich für mich nicht. Ich finde jeden Sieg wichtig und schön. Egal, ob es gegen einen ‹Grossen› oder einen ‹Kleinen› ist. Für mich geht es nur ums Gewinnen. Wenn ich das Spiel von damals mit dem Testspiel vom letzten Sonntag vergleiche, stelle ich fest, dass wir viele Fortschritte gemacht haben.»

Da braucht es Trost: Argentinien-Goalie Sergio Romero muntert Lichtsteiner auf. (Bild: Sergei Grits/AP)

Da braucht es Trost: Argentinien-Goalie Sergio Romero muntert Lichtsteiner auf. (Bild: Sergei Grits/AP)

Niederlage gegen Argentinien WM 2014

«Es war und ist für mich nie ein Problem, zu Fehlern zu stehen. So auch bei der Aktion in dieser 118. Minute im WM-Achtelfinal 2014 gegen Argentinien. Ich versuche, hinten rauszuspielen, der Ball bleibt hängen. Wenige Sekunden später fällt das Tor. Auch wenn ich es nochmals anders machen könnte, ich würde es wieder gleich versuchen und nicht einfach das Ding weghauen. Das wäre vielleicht der Stil von früher gewesen. Wenn man mutig ist und etwas riskiert, dann können solche Fehler passieren. Aber weil wir uns in diesen Bereichen stets weiterentwickelt haben, steht die Schweiz jetzt da, wo sie steht. Mir ist es lieber, wir übernehmen Verantwortung, versuchen etwas und machen auch mal Fehler, als dass sich jeder von der Verantwortung davonstiehlt.»

Seit 2016 ist Lichtsteiner Captain des Nationalteams – hier im Spiel gegen Portugal. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)

Seit 2016 ist Lichtsteiner Captain des Nationalteams – hier im Spiel gegen Portugal. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)

Rolle als Captain Leaderfigur

«Captain zu sein – da ändert sich nicht viel für einen eher dominanten Typen wie mich, der immer hinsteht und sagt, was Sache ist. Natürlich rede ich jetzt ein bisschen mehr mit dem Trainer. Und wenn es darum geht, die Prämien auszuhandeln, ist das jetzt auch eine meiner Aufgaben. Klar ist auch, dass sich der Fokus der Mitspieler und der Öffentlichkeit noch ein bisschen mehr auf dich richtet, das schon. Der Captain ist das Vorbild Nummer eins. Aber auch der Captain ist ein normaler Mensch, der auch Fehler macht. Mir geht es als Captain aber nicht um irgendeine individuelle Krönung. Alles andere als das Gewinnen ist nebensächlich. Auch bevor ich Captain wurde, pflegte ich einen intensiven Austausch mit dem Trainer.»

Trainer Vladimir Petkovic und Lichtsteiner bereiten sich derzeit auf die WM in Russland vor. (Bild: Gabriele Putzu/Keystone)

Trainer Vladimir Petkovic und Lichtsteiner bereiten sich derzeit auf die WM in Russland vor. (Bild: Gabriele Putzu/Keystone)

Ziele bei der WM 2018

«Wir dürfen uns keine Limiten setzen. Die Mannschaft ist weit. Wir kommen aus einer extrem positiven Phase – und das gibt Vertrauen. Aber wie die WM wirklich verlaufen wird, ist auch eine Frage der Tagesform und des Glücks. Das ist auch so, weil wir in eine sehr schwierige Gruppe mit Brasilien, Serbien und Costa Rica gelost wurden. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass wir es packen. Letztendlich geht es auch darum, Grosses zu erreichen. WM- oder EM-Teilnahmen sind wir Schweizer uns mittlerweile gewohnt. Aber ein K. o.-Spiel zu gewinnen, das hat noch kein Schweizer Team geschafft. Wir arbeiten darauf hin. Und ich bin überzeugt: Wenn man seinen Level immer wieder bestätigt, dann ist irgendwann der Moment für den grossen Wurf gekommen.»

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