Vor den Länderspielen: Die Schweizer Fussballer im grossen Formcheck

Am nächsten Samstag gastiert die Schweiz in der EM-Qualifikation in Dänemark. Drei Tage später empfängt sie Irland. Welche Nationalspieler sind in Form? Und bei wem zeigt die Kurve nach unten? Wir liefern den Überblick. 

Markus Brütsch
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In Topform: Denis Zakaria bringt mit seinem Tor Mönchengladbach gegen Augsburg auf die Siegesstrasse (Bild: Marius Becker / Keystone, 6. Oktober 2019)

In Topform: Denis Zakaria bringt mit seinem Tor Mönchengladbach gegen Augsburg auf die Siegesstrasse (Bild: Marius Becker / Keystone, 6. Oktober 2019)

Stephan Lichtsteiner

Zwei Tage nach seiner Wiederberücksichtigung in Petkovics Kader und grosser medialer Aufmerksamkeit, gibt der Captain der Nati kein Bewerbungsschreiben für einen Startplatz gegen Dänemark ab. Beim 1:5 in Mönchengladbach ist der Rechtsverteidiger überfordert, als Leader viel zu wenig präsent und beispielsweise vor dem 0:2 zu passiv. In der Pause wird er wenig überraschend ausgewechselt.

Denis Zakaria

Er spielt immer und ist der einzige Gladbacher Feldspieler, der noch keine Pflichtspielminute verpasst hat. Aber es ist nicht einfach nur so, dass der 22-Jährige eine Pferdelunge hätte. Nein, er ist einer der schnellsten Spieler der gesamten Bundesliga. Der Aufbauer hat sich vor dem Saisonstart vorgenommen, torgefährlicher zu werden. Und ist gegen Augsburg mit dem 1:0-Führungstreffer belohnt worden.

Breel Embolo

Sitzt beim 5:1 von Gladbach über Augsburg schonungshalber 54 lang auf der Ersatzbank, erzielt dann aber kurz vor dem Ende noch sein drittes Saisontor. Noch am Donnerstag hatte er in der Europa League 90 Minuten lang gespielt. Er ist bei Trainer Rose ein fester Wert. Mit der Position hinter den Spitzen haben sich ihm neue Perspektiven eröffnet. Seine Wucht und Schnelligkeit kommen noch besser zum Tragen.

Yann Sommer

Sein Platz im Mönchengladbacher Tor ist in Stein gemeisselt. Sechs Tage vor seinem 50. Länderspiel hat er gegen Augsburg nicht viel zu tun, sieht aber beim Gegentreffer unglücklich aus. Die Bilanz bleibt indes gut: Nur 6 Gegentore in 7 Spielen.

Fabian Schär

Kurz bevor Newcastle gegen ManUnited der Siegtreffer gelingt, verhindert er mit einer brillanten Aktion den Rückstand. Dass er trotz zwischenzeitlicher Krämpfe nicht ausgewechselt wird, zeigt seinen Stellenwert bei Trainer Bruce.

Manuel Akanji

Der Innenverteidiger geniesst zwar noch immer das Vertrauen von Trainer Favre, enttäuscht ihn aber zu oft. Beim 2:2 der Dortmunder in Freiburg ist er vor dem 1:1 zu passiv, und für das 2:2 sorgt er mit einem Eigentor gleich selber.

Nico Elvedi

Dasselbe wie für Embolo gilt für ihn. Auch ihm wird gegen Augsburg nach dem Europa-League-Auftritt eine (60-minütige) Pause gegönnt. Aber auch er muss um seinen Stammplatz in der Gladbacher Abwehr überhaupt nicht fürchten.

Ricardo Rodriguez

Es sieht nicht gut aus für den Linksverteidiger. Seit Neuverpflichtung Theo Hernandez fit ist, sitzt er nach zwei Jahren als Stammspieler nur noch auf der Bank. Die Perspektiven sind schlecht: Beim 2:1 in Genua war Hernandez gar Torschütze.

Granit Xhaka

Nach einer Verschnaufpause in der Europa League gegen Lüttich führt er Arsenal gegen Bournemouth wieder als Captain auf den Platz und spielt beim 1:0 im zentralen Mittelfeld durch. Er ist der verlängerte Arm von Trainer Emery.

Admir Mehmedi

Kaum ist er gegen Union ausgewechselt, bereitet sein Ersatz das 1:0-Siegtor für Wolfsburg vor. Dennoch ist der Aufbauer für den Bundesliga-Zweiten wichtig. Auch wenn es in dieser Saison (2 Tore) noch zu keinem 90-Minuten-Einsatz gereicht hat.

Remo Freuler

Spielt beim 3:1 gegen Lecce im zentralen Mittelfeld durch. Weil Atalanta Bergamo in der Champions-League auftritt, rotiert Trainer Gasperini vermehrt, und so hat der Aufbauer in neun Spielen auch schon drei Mal pausiert.

Loris Benito

Nach einer kurzen Verletzungspause und zwei Kurzeinsätzen ist der Aussenbahnspieler beim 3:1 von Bordeaux in Toulouse mit einer soliden Leistung über 90 Minuten in die Stammformation zurückgekehrt. Er ist unter Trainer Sousa Titular.

Haris Seferovic

Noch immer Stammspieler, ist der Torschützenkönig der letzten Saison aber nicht mehr so treffsicher. In der Liga braucht er 308 Minuten für ein Tor, 18/19 haben 85 Minuten gereicht. Am Wochenende ist Benfica spielfrei gewesen.

Edimilson Fernandes

Zum siebten Mal im siebten Spiel steht der zentrale Aufbauer bei Mainz in der Startaufstellung. Beim 2:1-Sieg in Paderborn kommt er zum dritten Mal über die volle Distanz zum Einsatz. Sein Manko: Er steht noch ohne Tor und Assist da.

Josip Drmic

24 Minuten – diese Einsatzzeit ist das Höchste der Gefühle in bisher sechs Premier-League-Miniauftritten. Auch beim 1:5 gegen Aston Villa sind es nur sechs. Doch der Stürmer nützt sie für sein erstes Tor im Norwich-Trikot. Das gibt Auftrieb.

Yvon Mvogo

Die Situation ist frustrierend für den Goalie. In sieben Bundesliga- und zwei Champions-League-Spielen drückt er die Leipziger Ersatzbank. Nur im Cup darf er einmal ran.

Jonas Omlin

Der Torhüter des FC Basel bleibt beim 0:0 in St. Gallen in der Super League zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor. Zeigt lediglich in einer Situation eine kleine Unsicherheit.

Mario Gavranovic

Beim 1:0-Sieg von Zagreb gegen Slaven erscheint der Stürmer 15 Minuten vor Schluss. In 15 Pflichtpartien (2 Tore) steht er 7 Mal in der Startformation, spielt aber nur einmal durch.

Renato Steffen

Aus dem oftmaligen Wolfsburger Kurzarbeiter wird am Sonntag fast ein Vollzeitbeschäftigter. Erst in der Nachspielzeit wird der linke Aufbauer ausgewechselt. Ein starkes Zeichen.

Djibril Sow

Nach der langen Verletzungspause nach einem Sehnenriss vor dem Saisonstart spielt er beim 2:2 gegen Bremen zum fünften Mal in Folge in einem Pflichtspiel durch. Formidabel.

Michael Lang

Nachdem er zuletzt für Bremen vier Mal hintereinander während 90 Minuten aufgelaufen ist, wird der rechte Aussenverteidiger in Frankfurt erst in der Nachspielzeit eingewechselt.

Kevin Mbabu

Es bleibt bei mickrigen 11 Minuten Einsatzzeit in der Liga. Die Leidenszeit des Aussenbahnspielers bei Wolfsburg will nicht enden. Gegen Union sitzt er erneut 90 Minuten auf der Bank.

Eray Cömert

Der Dauerbrenner des FCB, bisher nur im Cup geschont, erhält in St. Gallen eine einstündige Erholungspause. Dann hilft der Innenverteidiger als «Sechser», das Remis zu halten.