Den Meister ins Wanken gebracht

St. Otmar verliert gegen die Kadetten aus Schaffhausen im ersten NLA-Spiel der Saison 29:33. Das Heimteam aus St. Gallen wehrt sich vorab in der zweiten Hälfte wacker und stand einem Punktgewinn nahe.

Daniel Good
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Daniel Good

Die Kadetten aus Schaffhausen sind nicht der Gegner, gegen den der TSV St. Otmar punkten muss, wenn er die Finalrunde der besten sechs NLA-Teams erreichen will. Die Schaffhauser sind Schweizer Serienmeister und haben bis Weihnachten vor allem die Champions League im Kopf. St. Otmar ist schon froh, wenn es nicht wieder in die Abstiegsrunde muss. Aber gestern wäre für die St. Galler mehr möglich gewesen gegen den Titelverteidiger. Benjamin Geisser hatte in der 58. Minute den 30:31-Anschlusstreffer auf der Hand. Aber er scheiterte. Im Gegenzug fiel durch Gabor Csaszar, der schon im olympischen Halbfinal stand, das 32:29. Damit war die Partie entschieden, die favorisierten Schaffhauser setzten sich schliesslich 33:29 durch.

Eine positive Überraschung zum Auftakt der NLA-Meisterschaft wäre St. Otmars Ambitionen dienlich gewesen. Ein Teilerfolg gegen den Meister hätte nicht nur das Punktekonto geäufnet, sondern auch das Selbstvertrauen der St. Galler gestärkt. Zumal sich die Ostschweizer im Cup blamiert und daheim gegen das etwa gleich stark eingeschätzte Bern Muri eine hohe Niederlage kassiert hatten.

Zwei Junge geben in der Offensive den Ton an

In der zweiten Halbzeit spielte St. Otmar zuweilen wie aus einem Guss. Die Schaffhauser mussten mitunter alle Kräfte und Stars aufbieten, um den Schaden im Rahmen zu halten. Zur Pause lagen die St. Galler zwar 12:18 im Rückstand. Aber nach halbem Pensum folgte eine Steigerung. Der in der 31. Minute eingewechselte Goalie Jonas Kindler hielt mindestens so gut wie der Slowake Michal Shejbal, der in der ersten Halbzeit im Tor stand.

Die besten St. Galler Feldspieler waren Dominik Jurlj und Severin Kaiser. Zwei Nachwuchskräfte, die mittlerweile auch gegen starke Gegner wie Kadetten Schaffhausen zu viel Einsatzzeit kommen. Der mit herausragenden Anlagen ausgestattete Jurilj, seit März 22-jährig, war mit sieben Treffern auch der erfolgreichste Torschütze St. Otmars. Der nur einige Monate ältere Kaiser, der gestern häufiger im mittleren Rückraum spielte als auf seiner angestammten Position am Flügel, kam auf fünf erfolg­reiche Abschlussversuche. Als St. Otmar den Rückstand immer weiter verringerte, traf Kaiser auch noch zweimal den Pfosten.

Die Neuzugänge sind noch keine Verstärkungen

Bis zur 47. Minute, als Max Höning das 24:25 erzielte, war die Hypothek aus der ersten Spielhälfte fast wettgemacht. Es sollte aber Hönings einziger Treffer bleiben. Der Neuzugang aus der deutschen Bundesliga ist noch keine Verstärkung für St. Otmar. Auch der Schwede Amadeus Hedin, der zweite namhafte Transfer für diese Saison, kann mehr, als er gestern gezeigt hat. Im nächsten NLA-Spiel empfängt St. Otmar Cupsieger Thun.