Den Heimvorteil ausgenutzt

An den traditionellen Pfingstrennen auf der Grossen Allmend in Frauenfeld erlebten die 10 000 Zuschauer einen Thurgauer Tag. Die Siege in den zwei Hauptereignissen blieben im Kanton.

Nicole D'orazio
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Favorit Oh Calin und Christophe Monjon (Mitte) setzen sich in der Grossen Steeple-Chase nach einem eindrücklichen Angriff durch. (Bild: ky/Walter Bieri)

Favorit Oh Calin und Christophe Monjon (Mitte) setzen sich in der Grossen Steeple-Chase nach einem eindrücklichen Angriff durch. (Bild: ky/Walter Bieri)

turf. Der Lärmpegel auf der Grossen Allmend war gestern dreimal enorm. Immer dann, wenn ein Pferd eines Thurgauer Besitzers im Finish vorne lag. Die 10 000 Zuschauer schrien die einheimischen Vollblutpferde regelrecht zum Sieg, und das gleich dreimal.

Den Anfang der Thurgauer Erfolgsphase machte Oh Calin in der 90. Grossen Steeple-Chase, einem Jagdrennen, das über 4200 Meter führte. Der Favorit, der dem Frauenfelder Ehepaar Ivo und Esther Baumgartner gehört, sprang zu Beginn jedoch schlecht und lag lange an zweitletzter Stelle im Viererfeld. In der Gegenseite attackierte Jockey Christophe Monjon mit Oh Calin, der sich an die Spitze setzte und diese bis zum Schluss verteidigte, obwohl ihm Unpa im Endspurt noch sehr nahe kam. Ein Thurgauer Doppelerfolg kam nicht zustande. Bric d'Or im Besitz des Frauenfelder Stalls Rjsco erreichte als als Dritter das Ziel.

Doppelter Grund zur Freude

Ivo und Esther Baumgartner durften noch ein zweites Mal jubeln. Im Cross Country, in dem nur drei Pferde an den Start gingen, setzte sich Quick Fellow vor Pipina und Avalon souverän durch und bescherte dem Ehepaar einen unvergesslichen Renntag. «Zwei Starts, zwei Siege: Das ist ein super Tag für uns», sagte Ivo Baumgartner strahlend. So einen Pfingstmontag habe er noch nie erlebt. «Die Steeple-Chase ist zu Beginn sehr langsam gelaufen worden, so dass am Schluss noch alle Pferde schnell waren. Gut hat Christophe Monjon mit Oh Calin in der Gegenseite angegriffen und den Vorsprung ins Ziel gebracht.»

Spitze nicht abgegeben

Weniger zittern musste Paul Zöllig im 79. Grossen Flachrennen (2400 m). Sein Pferd Nightdance Paolo führte mit Nicolas Perret im Sattel von Beginn weg das Fünferfeld an und liess sich bis ins Ziel nicht vom ersten Platz verdrängen. Im Finish versuchten der Favorit Mascarpone und Song of Victory noch am Hengst des Engwilers vorbeizukommen, doch dieser wies die Angriffe ab.

«Am Anfang hatte ich etwas Angst, als ich sah, dass der Reiter an die Spitze ging», sagte Zöllig nach dem Rennen. «Doch da das Tempo verhalten war, reichte die Kraft von Nightdance Paolo aus.» Für ihn sei es ein schöner Sieg in diesem traditionsreichen Rennen, das er schon dreimal mit Glavalcour gewonnen habe.

Pech hatte Zöllig mit Nordfalke, der über 1850 m am Start war. Der Hengst führte das Feld lange an, doch am Schluss reichte die Kraft nicht aus. «Ihm fehlten 100 Meter. Schade», so Zöllig. Gewonnen wurde das Rennen von Rock of India, der schon am Frühjahrsmeeting überzeugt hatte.

Der Frauenfelder Jockey Markus Kolb war ebenfalls zufrieden: Mit Debbys Boy belegte er im Hürdenrennen über 3800 m den dritten Rang. «Das Pferd ist super gelaufen. Es waren die besten Hürdler des Landes am Start.» Dieser war einmal mehr Rolling Home, der in dieser Saison bereits das dritte Rennen für sich entschied. Eine Überraschung gab es im Hauptrennen der Traber mit dem Sieg von Maribou de Moitot.

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