Den Abstand verkleinert

Simon Ammann belegt an den beiden Weltcup-Skispringen in Engelberg zweimal Rang neun. Der Toggenburger beurteilt seine letzten Resultate vor der Vierschanzen-Tournée unterschiedlich.

Jörg Greb/Engelberg
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Aus dem Loch gefunden: Simon Ammann nach seinem gestrigen Auftritt in Engelberg. (Bild: ky/Sigi Tischler)

Aus dem Loch gefunden: Simon Ammann nach seinem gestrigen Auftritt in Engelberg. (Bild: ky/Sigi Tischler)

SKI NORDISCH. Simon Ammann startete gestern mit Rückstand zum Finalsprung beim zweiten Engelberger Einzelspringen. Erst bei 135,5 m landete er. Es war seine mit Abstand beste Leistung an diesem Wochenende. Die zwischenzeitliche Führung täuschte jedoch.

Die Topspringer waren noch oben. Und darum war klar, dass es dem Schweizer Aushängeschild auch diesmal nicht zu einer Top-Klassierung reichen würde. Zu schlecht war seine Ausgangsposition gewesen. Nach dem ersten Durchgang und einem Sprung bei dichtem Schneetreiben fand er sich lediglich auf Position 16 wieder. Auf Platz neun klassierte er sich zum Abschluss, nachdem der Österreicher Andreas Kofler seinen Sieg unter Dach und Fach gebracht hatte. Es ist für Ammann nicht jene Klassierung, von der er im Vorfeld gesprochen hatte. Der zweite Sprung gibt aber zu Hoffnung Anlass.

Hoffnung keimt auf

«Ich fand im Anlauf die gewünschte Position und erwischte den Absprung. Ich wusste, dass es einmal kommen musste. Aber je länger es dauert, desto stärker wünschst du dir, dass es endlich klappt», sagte Ammann. Er realisierte die zweitbeste Punktzahl des zweiten Durchgangs hinter dem Gesamtzweiten Kamil Stoch.

Grund, euphorisch zu werden, hat Ammann aber nicht. Er und seine Betreuer hatten immer betont, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis er die Feinabstimmung gefunden haben werde. Der Toggenburger wird nicht davon ausgehen, dass dem nun immer so sein wird. Aber er weiss dieses Erfolgserlebnis zu nutzen. «Ich habe aus dem Loch herausgefunden», sagte er, «und bin zuversichtlich, nicht wieder hineinzufallen.» Der Illusion, dass mit diesem Sprung die Stabilität für eine ganze Tournée ausreichen wird – die Vierschanzen-Tournée zum Jahreswechsel hat er als grosses Saisonziel deklariert –, gibt er sich nicht hin. Er sagt aber: «Mit diesem Erfolgserlebnis kann ich nun solide weiterarbeiten.»

Bleibt Ammann in Engelberg?

Noch offen ist, wo die Vorbereitung vonstatten gehen. Weil im Tournée-Auftaktort Oberstdorf der Schnee fehlt, scheint es wahrscheinlich, dass Ammann mit Trainer Martin Künzle bis Weihnachten in Engelberg bleibt. Die Ausgangsposition ist nach diesem letzten Sprung in Engelberg vielversprechend: «Simon strahlt nun eine noch grössere Sicherheit aus», sagte Künzle. Die beiden neunten Plätze hatten unterschiedlichen Wert. Am Samstag noch war Ammann enttäuscht gewesen. Er sprach davon, dass ihm das Glücksgefühl fehle und folglich der emotionale Schub. Jener neunte Rang hatte nach zwei mässigen Sprüngen herausgeschaut. Trotzdem sagte Ammann: «Der Abstand zu den Besten hat sich verkleinert.»