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Demontage des Favoriten

Der SC Bern gewinnt im Playoff-Viertelfinal auch das vierte Spiel und zieht in den Halbfinal ein. Für die ZSC Lions ist die Saison zu Ende. Noch nie schied ein Qualifikationssieger so deutlich aus.
Matthias Hafen
Im vierten Spiel lässt sich Berns Goalie Jakub Stepanek nicht bezwingen. Auch ZSC-Jungstar Auston Matthews kommt nicht am Tschechen vorbei. (Bild: ky/Marcel Bieri)

Im vierten Spiel lässt sich Berns Goalie Jakub Stepanek nicht bezwingen. Auch ZSC-Jungstar Auston Matthews kommt nicht am Tschechen vorbei. (Bild: ky/Marcel Bieri)

EISHOCKEY. Ausgerechnet im letzten Frühling seiner vierjährigen Amtszeit beging ZSC-Trainer Marc Crawford schwere Fehler. Im Playoff-Viertelfinal gegen Bern vergass er fast alles, was die ZSC Lions in den vergangenen Jahren stark gemacht hat. Er brachte die funktionierende Rollenverteilung im Kader des Qualifikationssiegers durcheinander, indem er seinen Lieblingstransfer Auston Matthews über Gebühr forcierte. Der 19jährige Matthews mag ein zukünftiger NHL-Star sein, doch von den mentalen Herausforderungen, die im NLA-Playoff warten, war auch das amerikanische Wunderkind zuweilen überfordert.

Mit seinem sturen Glauben an die vermeintlich stärksten Kräfte stellte ZSC-Headcoach Crawford die gegenseitige Wertschätzung im Team in Frage und destabilisierte im Verlauf des Playoff-Viertelfinals seine restlichen Sturmlinien, die den Tabellenachten Bern ebenso gut hätten besiegen können. Von der mentalen Stärke und der enormen Qualität, welche die Zürcher zum Qualifikationssieg geführt hatten, war zuletzt jedenfalls nur noch wenig zu sehen. Dass Crawford in nordamerikanischen Medien schon ungeniert mit einer Rückkehr in die NHL liebäugelte, trug ebenso wenig zur Stärkung der Zürcher bei.

Bern cleverer

Zwar waren die ZSC Lions in keinem der vier Viertelfinalpartien deutlich unterlegen. Trotzdem verabschiedet sich der Qualifikationssieger ohne einen einzigen Sieg – erstmals seit der Einführung des Playoffs. Gestern lagen die Zürcher schon nach drei Minuten und einem Treffer von Andrew Ebbett im Rückstand. Die Berner machten wie schon seit Beginn der Best-of-7-Serie alles richtig, gaben dem Gegner keine Luft, um das enorme Potenzial zu entfalten. Die Berner spielten cleverer und härter. Kurz vor Spielmitte erhöhte Alain Berger auf 2:0. Die Zuschauer in der ausverkauften Postfinance-Arena feierten bereits den Halbfinaleinzug.

Die demontierten ZSC Lions hinterliessen im vierten Playoff-Spiel gegen Bern den schlechtesten Eindruck und machten nicht den Anschein, als könnten sie das Skore noch wenden und zumindest das Saisonende noch etwas hinauszögern. Den Zürchern fehlte nebst dem Selbstvertrauen auch die letzte Konsequenz, um ihren Gegner vom Eis zu arbeiten. Und genau das hätte es gebraucht, um den wiedererstarkten SC Bern zu bezwingen. In der 48. Minute setzte Thomas Rüfenacht mit seinem Powerplaytreffer zum 3:0 den Schlusspunkt unter die Playoff-Serie, die wegen des grossartigen Scheiterns der ZSC Lions in die Geschichte eingehen wird.

Leuenbergers Meisterwerk

Es ist aber auch die Geschichte eines grossartigen SC Bern, der diesen Erfolg nicht zuletzt seinem Coach zu verdanken hat. Im mentalen Bereich leistete Lars Leuenberger erstklassige Arbeit. Der Ostschweizer brachte eine Mannschaft, die das Playoff beinahe verpasst hätte, auf den Punkt in Form. Dass er am Ende nach der gewonnenen Viertelfinalserie Freudentränen in den Augen hatte, spricht für die sympathische Art des 40-Jährigen, der als Berns Headcoach von vielen unterschätzt wurde.

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