Dem TV sei Dank

Die kleine Sportfrage

Philipp Wolf
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Warum sind Tennisbälle eigentlich gelb?

Als um 1870 begonnen wurde, modernes Tennis zu spielen, waren die Bälle meist entweder weiss oder schwarz. Erst 100 Jahre später, im Jahr 1972, legte der Internationale Tennisverband endgültig fest, welche Farbe die Bälle haben müssen: Gelb oder Weiss. Schliesslich hat sich ein grelles Gelb durchgesetzt. Dies, weil herausgefunden wurde, dass sich diese Farbe für Fernsehübertragungen schlicht am besten eignete. Weisse Bälle waren im Fernsehen nur schwer zu erkennen. Die Wimbledon Championships bildeten mit weissen Bällen bis ins Jahr 1986 die Ausnahme von der Regel. Danach musste auch das traditionsreichste Tennis­turnier der Welt auf Druck der Fernsehstationen hin auf Gelb umsteigen.

Nicht nur die Farbe, auch die Zusammensetzung der herkömm­lichen Tennisbälle änderte sich über die Jahrzehnte. Heute sind sie mit Filz überzogen, mit Luft gefüllt und haben eine festgeschriebene Grösse. Das war nicht immer so. Anfangs besassen Tennisbälle einen festen Kern aus Naturkautschuk und wurden beispielsweise mit Leder überzogen. Im Laufe der Zeit stellte sich ­heraus, dass Bälle mit einem gasförmigen Kern viel bessere Spieleigenschaften besitzen. Einzig an der Grösse der Bälle hat sich praktisch nichts verändert. Bis jetzt. Ion Tiriac, Direktor des Masters 1000 Madrid, brachte vor einigen Jahren eine Vergrösserung der Filzkugeln ins Spiel. Seiner Meinung nach sollte das Spiel damit verlangsamt werden und so das Talent der Spieler wieder mehr zur Geltung kommen.

Philipp Wolf

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.