Fortitudo Gossau erlebt ein Déjà-vu im Ostschweizer Handball-Derby

Die Fürstenländer verlieren in der NLB auch die zweite Begegnung mit dem HSC Kreuzlingen. Das Verdikt lautet 19:24.

Sarina Bischoff
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Es harzte in der Offensive Gossaus um Regisseur Lucius Graf (rechts).

Es harzte in der Offensive Gossaus um Regisseur Lucius Graf (rechts).

Bild: Benjamin Manser (Kreuzlingen, 1. Februar 2020)

Es sollte für Fortitudo Gossau in der NLB die Revanche werden, denn die Fürstenländer verloren das erste Spiel der Hinrunde gegen Kreuzlingen 25:32. Am Ende jedoch wurde das Spiel, zumindest resultatmässig, zum Déjà-vu. Die Gossauer unterlagen auch das zweite Ostschweizer Derby gegen die um fünf Plätze schlechter klassierten Thurgauer. Mit der wiederum zu Beginn erlittenen Niederlage vermochte Gossau nicht an die fünf Erfolge vor der Winterpause anzuschliessen. Kreuzlingen seinerseits beendete eine Serie von vier verlorenen Partien.

Von Beginn weg fand Gossau den Tritt nicht und es schien, als kam es nie ganz in der Partie an. Die St.Galler konnten während der ganzen Spielzeit nie in Führung gehen. Nach dem 1:1 zu Beginn war das Unentschieden beim Stand von 13:13 nach knapp 40 Minuten das einzige Lebenszeichen Fortitudos. Der Tabellendritte leistete sich zu viele Eigenfehler und noch mehr Fehlwürfe.

Rückkehrer hält Team im Spiel

Bereits nach zehn Minuten lagen die Gossauer mit vier Toren 2:6 in Rückstand. Dieser kam vor allem durch ungenügende Abschlüsse und die unsortierte Abwehr zu Stande. Kreuzlingen kam zu Beginn immer wieder zu freien Würfen, die es nutzte. Insbesondere Drenit Tahirukaj und Attila Kun trafen in dieser Phase nach Belieben. Der ehemalige Gossauer Kun sagte danach: «Natürlich waren wir gegen Gossau sehr motiviert, wiederum eine gute Leistung zu zeigen und ich sogar noch zusätzlich, da es gegen die ehemaligen Kollegen ging.» Diese Motivation war auch im Auftreten der Thurgauer zu sehen, wohingegen Fortitudo einiges ans Emotionen vermissen liess.

Immerhin wurde aus Gossauer Sicht die Verteidigung nach der Umstellung auf die offensivere Variante mit einem vorgezogenen Spieler solider. «Die Verteidigungsleistung war in Ordnung», meinte der ins Tor zurückgekehrte Gabor Busa, «aber die Abstimmung zwischen mir und der Verteidigung ist nach lediglich einer Woche Training natürlich noch verbesserungsfähig.» Der Ungar Busa ist nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Magnus Staub und Ronan Le Peillet zurück bei Gossau und trug mit seinen zehn Parade massgeblich dazu bei, dass seine Mannschaft nicht schon früher chancenlos im Rückstand lag.

Ungenügende Angriffsleistung

Den Rückstand handelte sich Gossau aber vor allem in der Offensive ein. Mit insgesamt elf unerzwungenen Fehlern und unzähligen vergebenen Würfen, teils aus aussichtsreichsten Positionen im Gegenstoss, beim Penalty oder nach einem Durchbruch, vergaben die Fürstenländer ihre Möglichkeiten auf ein besseres Resultat. Sie wirkten im Angriff ideenlos, unkonzentriert und erspielten sich keine zwingenden Chancen. Alles in allem zeigten sie eine ungenügende Angriffsleistung. Trainer Oliver Roth:

«Es fehlte an allem. Wir vergaben zu viele freie Würfe, produzierten technische Fehler und hatten zu wenig Spielfluss. Es fehlte an kollektiver Arbeit und zwingenden Würfen aus dem Rückraum.»

Sein Torhüter Busa ergänzte: «Es fehlte die Abgeklärtheit, wir agierten im Angriff zu hektisch. Die einzelnen Räder haben nicht ineinadergegriffen.» Mit ihren Analysen zeigten die beiden, dass es nicht am Gegner lag, sondern am eigenen Unvermögen, dass die Rückrunde gleich schlecht begann wie die Hinrunde. Denn Kreuzlingen zeigte zwar eine gute Leistung, war aber nicht stärker als die Gossauer. Es war effizienter und hatte mit Feliciano Perez einen überragenden Torhüter, der 19 Paraden und dabei eine Quote von 50 Prozent erreichte.

Gossau hat nach dieser Niederlage vor allem in der Offensive viel Arbeit vor sich, die es möglichst schnell in positive Resultate umzumünzen gilt, damit das Ziel Wiederaufstieg realistisch bleibt.