Davos knapp gescheitert

Der Spengler-Cup-Final findet heute ab 12 Uhr ohne den HC Davos statt. Der Gastgeber verliert seinen Halbfinal gegen das KHL-Team ZSKA Moskau mit 4:5 nach Penaltyschiessen.

Kristian Kapp/Davos
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EISHOCKEY. Lange Gesichter beim HC Davos nach einem Spiel gegen ZSKA Moskau. Zum bereits zweiten Mal in diesem Jahr konnte dies gestern beobachtet werden. Mitte August in einem Vorbereitungsspiel in Sursee hatte das Skore 0:5 gelautet, und der HC Davos war dermassen unterlegen gewesen, wie selten in einem Spiel der vergangenen Jahre. Dieses Begegnung war bei den Davosern auch gestern, auch viereinhalb Monate später, noch nicht vergessen. «Wir wollten schon zeigen, dass wir nicht so schlecht sind», sagte Nationalstürmer Andres Ambühl. Lange Gesichter auf Davoser Seite gab es dennoch erneut. Der Grund war nicht die Leistung seiner Mannschaft. Aber wer an seinem Heimturnier wegen einer Niederlage im Penaltyschiessen den Final verpasst, strahlt halt keine Freude aus.

Spannend und turbulent

Das Spiel gegen die Moskauer bescherte den 6303 Zuschauern in der erneut ausverkauften Vaillant Arena ein hochstehendes, spannendes und turbulentes Spiel mit Moskaus Superstar und Künstler Alex Radulow als herausragendem Akteur. Es war ein Spiel, in dem beide Mannschaften mehrfach die Oberhand zu haben schienen, nur, um das oft zitierte Momentum gleich wieder dem Gegner preisgeben zu müssen.

Zweimal verhinderte Davos das Aus in extremis. Zunächst glich Rapperswil-Jonas Leihspieler Peter Sejna 155 Sekunden vor Schluss die Partie aus und brachte den Schweizer Rekordmeister in die Verlängerung und das anschliessende Penaltyschiessen. Und in diesem «Shoot out» hielt Reto von Arx als einziger Davoser dem Druck stand und glich zum 1:1 aus. Doch Sekunden später, als Alexander Frolow für ZSKA Moskau getroffen hatte, war die russische Finalteilnahme besiegelt.

«Wir wollten mitspielen»

«Sehr gut. Alles sehr gut.» So lautete trotz des knappst möglichen Ausscheidens das Fazit von Arno Del Curto. Der Davoser Trainer blickte – aus seiner Sicht – auf ein fast perfektes Turnier seiner Mannschaft zurück, mit einer kleinen Einschränkung: «Das einzig Schlechte war das Mitteldrittel gegen ZSKA.» Diese ging nach dem mit 2:1 gewonnenem Startdrittel mit 1:3 verloren, «weil», so Del Curto, «wir da mitspielen und ebenfalls geile Sachen probieren wollten.» Und das werde gegen eine Mannschaft wie ZSKA Moskau halt bestraft.

Die Reaktion im Schlussdrittel machte den Coach dann wieder glücklich. «Wir hatten das Zepter aus der Hand gegeben, holten es aber wieder zurück. Nur die Tore fehlten, sonst hätten wir gewinnen können. Oder sogar gewinnen müssen», so der Davoser Trainer.

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