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DAVIS-CUP: Unverhofft gute Karten

Auch ohne Roger Federer und Stan Wawrinka stehen die Chancen für die Schweizer gut, gegen Weissrussland den Verbleib in der Weltgruppe zu schaffen.
Der Schweizer Captain Severin Lüthi warnt vor den Weissrussen. (Bild: Alexandra Wey/KEY)

Der Schweizer Captain Severin Lüthi warnt vor den Weissrussen. (Bild: Alexandra Wey/KEY)

Der Gegner unberechenbar, die beiden Besten im eigenen Lager abwesend, der Rahmen in der 2700 Zuschauer fassenden Swiss-Tennis-Arena am Verbandshauptsitz klein: Severin Lüthi, der Trainer der Schweizer, hatte sich im Vorfeld auf einen heissen Tanz im Vergleich mit Weissrussland eingestellt und rückte auch am Tag vor dem Auftakt nicht von seiner Einschätzung ab. Doch die Ausgangslage hatte sich kurzfristig zu Gunsten der Schweizer verändert. Mit Jegor Gerassimow (ATP 126) fällt bei den Weissrussen die nominelle Nummer 1 aus. Auch der als zweiter Einzelspieler vorgesehene Ilja Iwaschka (221), der seinem Team zuletzt mit zwei Einzelsiegen zum Überraschungserfolg gegen Österreich verholfen hat, fehlt verletzungsbedingt. Im Zuge der Mutationen beim Gegner gestand Lüthi ein, dass sich die Favoritenrolle «auf dem Papier in unsere Richtung verschoben hat». Die Chancen von Henri Laaksonen (115) und Marco Chiudinelli (262), die wie zuletzt beim 0:5 gegen die USA (mindestens) für die Einzel vorgesehen sind, verbesserten sich merklich. Gegen Jaroslaw Schyla (390) und Dimitri Schyrmont (333) treten sie nun als Favoriten an. Lüthi warnt: «Die Unterschiede unterhalb der Top 100 sind klein. Der Blick auf die Weltrangliste täuscht.» Ohne Gerassimow, der im Davis-Cup eine 15:4-Bilanz vorweist, ist das Doppel Weissrusslands grösster Trumpf. Wer für die Schweiz gegen die Spezialisten Max Mirnyi (ATP 55 im Doppel) und Andrej Wassilewski (65) antritt, ist noch offen. Neben Laaksonen und Chiudinelli sind Doppelspezialist Luca Margaroli und Adrian Bodmer die Kandidaten. Einfach wird es für keine der Schweizer Optionen – wenngleich Mirnyi erst mit Verspätung in der Schweiz eintraf. Wegen des Tropensturms Irma sass der 40-Jährige tagelang in Florida fest. Helfen könnte den Schweizern die Erfahrung. Seit Lüthi 2005 das Coaching von seinem Vorgänger Marc Rosset übernommen hat, bestritt die Schweizer Equipe elfmal eine Barrage. Nur zweimal stieg sie ab.

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