«Das Training ist diese Woche härter»

Wenn die Fussball-Nationalmannschaften spielen, steht die Super League still. St. Gallens Trainer Jeff Saibene erklärt, wie er die 14 Tage ohne Meisterschaftsspiel plant, wie er Spieler bei Laune hält und im Training die Intensität anpasst.

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Jeff Saibene Trainer FC St. Gallen (Bild: Quelle)

Jeff Saibene Trainer FC St. Gallen (Bild: Quelle)

Herr Saibene, ist das Wochenende ohne Meisterschaftsrunde für Sie und ihre Spieler Fluch oder Segen?

Jeff Saibene: Die zweiwöchige Pause hat für die Mannschaft Vorteile. Endlich kann ich den Spielern ein freies Wochenende gönnen. Die Möglichkeit, zwei volle Tage mit Familie und Freunden zu verbringen, haben sie während der Saison nur sehr selten.

Ein freies Wochenende, plötzlich wegfallender Druck: Fällt ein Team da nicht aus dem Rhythmus?

Saibene: Dieses Problem sehe ich bei uns nicht. Dass die Spieler diese Woche ohne grossen Druck trainieren können, ist kein Nachteil. Da hat auch mal ein Teamanlass Platz: Anfang Woche gab es mit der ganzen Crew ein Fondueessen. Kommende Woche dann, mit Blick auf das Spiel gegen den FC Zürich, baut sich die Spannung von selber wieder auf. Da braucht es keine speziellen Massnahmen, um die Spieler zurückzuholen.

Wie ändert sich der Trainingsbetrieb in der zweiwöchigen Meisterschaftspause?

Saibene: In der ersten Woche ist die Intensität des Trainings höher als in einer Meisterschaftswoche. Für die Spieler gibt es eine zusätzliche, intensive Einheit Krafttraining. Dort geht es um Muskelaufbau, weniger um Schnellkraft. Auch das Training mit dem Ball gestalten wir physischer. Schliesslich können sich die Spieler am Wochenende erholen. Weiter kommt in Meisterschaftspausen regelmässig ein Testspiel dazu.

Wie vorgestern Mittwoch gegen Vaduz. Welche Bedeutung messen Sie einer solchen Partie zu?

Saibene: Testspiele darf man nicht unterschätzen. Ich erhalte dabei Hinweise, die ich im Training nicht bekomme. Zudem können Spieler, die selten bis nie in der Stammformation spielen, Vertrauen fassen. Sie erhalten Aufmerksamkeit und sehen, dass sie einen wichtigen Part im Team übernehmen können.

Gibt es konkrete Erkenntnisse aus dem Spiel?

Saibene: Da gibt es viele kleine Details, die mir aufgefallen sind. Mehrere Spieler zeigten mit ihrer Leistung, dass sie eine Option sind. Igor Tadic zum Beispiel hat mit seinem Tor und einem herausgeholten Penalty überzeugt.

Wie geht das Training kommende Woche weiter?

Saibene: Am Montag wird intensiver trainiert als nach einem Spielwochenende. Erst gegen Mitte Woche passen wir uns wieder dem Meisterschaftsrhythmus an.

Im Verlauf der Woche werden Pa Modou Jagne, Mikael Ishak, Martin Stocklasa, Mario Mutsch und Ilija Kovacic aus den Nationalmannschaften zurückkehren. Bringt das keine Unruhe ins Team?

Saibene: Nein. Ich hatte bisher jedenfalls nie Probleme, die Rückkehrer wieder einzubinden. Die Spieler sind genügend routiniert, um schnell wieder Fuss zu fassen.

Interview: Ralf Streule

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