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Das St.Galler Ehepaar Thoma fiebert heute Abend für den FC Lugano: «Wäre Erich St.Gallen-Fan gewesen, hätten wir wohl eher nicht zusammengefunden»

Es gibt sie, die FC-Lugano-Fans in St.Gallen: Das Ehepaar Thoma freut sich auf die Europa League im Kybunpark. Am Donnerstag treffen die Tessiner auf Dynamo Kiew.
Patricia Loher
Graziella und Erich Thoma: Sie hat sich für die Europa-League-Partien in St.Gallen das neue Lugano-Trikot gekauft. (Bild: Hanspeter Schiess)

Graziella und Erich Thoma: Sie hat sich für die Europa-League-Partien in St.Gallen das neue Lugano-Trikot gekauft. (Bild: Hanspeter Schiess)

Es war ein Freudentag im Haushalt des Ehepaars Graziella und Erich Thoma: Als bekannt wurde, dass der FC Lugano seine «Heimspiele» in der Europa League in St.Gallen austragen wird, «war das für uns eine schöne Überraschung». Graziella und Erich Thoma sind in der Ostschweiz aufgewachsen. Sie als Tochter eines Italieners und einer Appenzellerin in Arbon, er in der Stadt St.Gallen. Die 65-jährige Graziella, einst Wirtin im Restaurant Burgeck in St.Gallen, hat ihr Faible für den südländischen Fussball in die Wiege gelegt bekommen.

Schon der Vater war Anhänger der Tessiner Vereine, die Tochter verlor ihr Herz früh an den FC Lugano. «Wir schauten uns nach dem Zwangsabstieg selbst die Partien in der 2. Liga interregional an. In der Schweiz gibt es keinen anderen Club für mich», sagt sie. Nur ihre zwei Söhne aus erster Ehe zeigten sich von der Leidenschaft der Mutter unbeeindruckt. Sie drücken dem FC St.Gallen die Daumen. Die Mutter sagt: «Sie sind hier aufgewachsen. Da kann man nichts machen.»

«Im Espenmoos hatten wir es noch lustig»

Manchmal ist es für sie als Lugano-Anhängerin in der Ostschweiz hart. Hie und da muss sie sich Sprüche von Fans des FC St.Gallen anhören. Meistens sind es Neckereien, mehr liebevoll als aggressiv. Seit die St.Galler aber im neuen Stadion spielen, bleibt sie den Partien lieber fern.

«Hatten wir es im Espenmoos meistens auch mit den St.Galler Fans noch lustig, ist der Umgang heute problematischer.»

Graziella Thoma mag ihre Begeisterung nicht verstecken, wodurch sich andere offenbar provoziert fühlen. Eigens für die Europa-League-Spiele hat sie sich das neue Lugano-Trikot gekauft.

Als sich Erich und Graziella kennen lernten, übertrug sich die Leidenschaft für den Tessiner Verein schnell auch auf ihren Mann, einen waschechten Brühler. Der 61-Jährige war Trainer der ersten Mannschaften von Brühl und Fortuna, heute steht er bei den jüngsten Junioren des SC Brühl an der Seitenlinie. Graziella Thoma sagt: «Wäre Erich St.-Gallen-Fan gewesen, hätten wir wohl eher nicht zusammengefunden.»

Der HC Lugano ist eine zweite Leidenschaft

Drei- bis viermal im Jahr fährt das Ehepaar nach Lugano, um sich im Cornaredo die Super-League-Partien der Tessiner anzusehen. Meistens kombinieren die beiden diese Besuche mit einem Heimspiel des Eishockeyclubs Lugano in der Resega. Der HC Lugano ist eine weitere Leidenschaft der beiden Ostschweizer. In der vergangenen Saison waren sie an einem der längsten Playoff-Spiele der Geschichte gegen Zug im Stadion, zur gleichen Zeit absolvierte der FC Lugano in St.Gallen eine Meisterschaftspartie. Als die Thomas die Resega nach dem Out «ihres» Eishockeyclubs im Viertelfinal weit nach Mitternacht verliessen, traf soeben der Mannschaftsbus des FC Lugano wieder im Tessin ein. Wenigstens hatte ihr anderer Verein einen Sieg im Gepäck.

Das Ehepaar glüht für den Sport. Es unterstützt Dortmund, Celtic Glasgow und das Schweizer Nationalteam. Beide sind pensioniert und reisen viel. Die meisten Leidenschaften teilen sie, Graziella besucht nun auch Partien des SC Brühl. Aber es gab auch im Paul-Grüninger-Stadion diesen einen Moment, als ihr südländisches Blut die Oberhand gewann. Als Brühl gegen Chiasso spielte, unterstützte sie im Verlauf der Partie je länger je mehr die Tessiner.

Was im Haushalt der Thomas passieren kann, wenn nicht die «richtige» Mannschaft gewinnt, hat sich gezeigt, als Erich noch Anhänger des EHC Kloten war. Er sagt:

«Setzte sich Kloten gegen Lugano durch, ging Graziella jeweils wortlos zu Bett.»

Unterdessen sei sie aber gelassener und ruhiger geworden, fügt die Ehefrau an. Erich Thoma aber sagt: «Das kann ich so nicht bestätigen.»

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