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Das Stehauf-Mändli am CSIO St. Gallen

Er ist zurück. Motiviert und ambitioniert: Beat Mändli gehört mit Dsarie wieder der Schweizer Springreiter-Equipe an. In den USA, wo der 48-Jährige lebt und arbeitet, halten Experten die Stute von Mändli als das beste Springpferd des Landes.
Peter Wyrsch
Beat Mändli auf der unverkäuflichen Dsarie, der zehnjährigen Holländer-Stute ohne Schwächen. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Beat Mändli auf der unverkäuflichen Dsarie, der zehnjährigen Holländer-Stute ohne Schwächen. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Beat Mändli, inzwischen 48-jährig, bleibt ein Stehaufmännchen. Der am Rheinfall geborene ehemalige Weltcupsieger, Olympia- und EM-Medaillengewinner ist am vergangenen Freitag aus den USA in die Schweiz zurückgekehrt. In Lyss traf der einstige Bereiter bei bekannten Schweizer Pferde­besitzern wie Arthur Schmid, Urs Mühlebach, Hans Liebherr, Rolf Theiler und Paul Bücheler sowie bei seinem Schweizer Freund ­Niklaus Schurtenberger die letzten CSIO-Vorbereitungen. «Seit viereinhalb Jahren lebe und arbeite ich als Trainer von Katie Dinan in den USA. Im Winter in Wellington in Florida, sonst auf der Staysail Farm in North Salem in der Nähe von New York», so Mändli. Diese ist im Besitze von Dinans Vater James, einem bekannter Hedge-Funds-Manager in den Vereinigten Staaten. James Dinan ist Milliardär, Besitzer von Mändlis Pferden und auch Teilhaber der NBA-Franchise der Milwaukee Bucks.

So gut beritten wie seit Jahren nicht mehr

«Als ich Anfang 2014 in die USA ging und meine Schweizer Zelte abbrach, war ich vor allem Trainer und Ausbildner von Dinans Tochter Katie, die auch in St. Gallen reitet. Inzwischen hat sie ihre Ausbildung an der Harvard University mit Auszeichnung abgeschlossen, kennt mich und meine Inputs. Jetzt kann ich wieder zu fünfzig Prozent meine Reiter­ziele verfolgen», sagt Mändli. Mit einigen guten Pferden wie Dsarie, Simba, Diabatsja und Galan sei er so gut beritten wie seit Jahren nicht mehr. «Deshalb kann ich mir wieder hohe sportliche Ziele setzen. Nahziel ist die WM in ­Tryon, meiner zweiten Heimat, Fernziel die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Ich sagte immer, dass ich nur zurückkomme, wenn ich Chancen sehe, ganz vorne mitzureiten.»

Das dürfte mit der unverkäuflichen Dsarie, der zehnjährigen Holländer-Stute ohne Schwächen, der Fall sein. Mit ihr gewann er im vergangenen Herbst den GP in Washington, wurde Dritter in Okala/Florida sowie Lexington/Kentucky und belegte dadurch vor Spitzenreitern wie McLain Ward und Beezie Madden Platz eins in der Gesamtwertung der Weltcup-Qualifikation in Nordamerika. Dennoch verzichtete er im April aus logistischen Gründen auf eine Finalteilnahme. «Ich hätte das Pferd nach zwanzig­tägiger Quarantäne und gemäss amerikanischem Gesetz spätestens nach sechzig Tagen wieder in die USA zurückfliegen müssen. Das wollte ich Dsarie er­sparen», begründet Mändli sein Forfait. «Es wäre zu viel für das noch ­unerfahrene Pferd gewesen und hätte unnötige Kräfte verschlissen.» Wegen Dsarie überschlagen sich in Übersee die ­Lobeshymnen. Experten halten es für «das beste Springpferd in den USA», erwähnt Mändli. Als Sechsjährige entdeckte er die Holländer-Stute beim En­gadiner Pferdehändler Gian-­Battista ­Lutta in Lossy im Kanton Freiburg. «Behutsam habe ich sie aufgebaut. Stets glaubte ich an sie und überforderte das vorsichtige und rittige Pferd nie.» Deshalb verzichtete er im Vorjahr auch auf eine Teilnahme für die EM in ­Göteborg. «Es wäre für Dsarie noch zu früh gewesen. Ich will ihre Kräfte bündeln. Sie soll mich noch ein-, zweimal an internationale Titelkämpfe führen.» Mändli weiss, wovon er spricht. Er war trotz seines aussergewöhnlichen Talents, das früh von seinem verstorbenen Bruder Markus erkannt und gefördert wurde, nicht ohne Rückschritte und seine Karriere war von häufigen Wechseln geprägt.

Die Rückversetzung war schwierig für Mändli

Im Herbst 2008 beispielsweise, nach den Olympischen Reiterspielen in Hongkong, trennten sich die Wege von Mändli und dem ehemaligen CSI-Zürich-­Präsidenten Rolf Theiler, der den Weltcupsieger von 2007 während dreier Jahre mit exzellenten GP-Pferden ausgerüstet hatte. Der Siegreiter musste seine sport­lichen Ambitionen einschränken und einen neuen Anlauf nehmen, um wieder ganz an die Spitze zu kommen. «Der Rückschritt und die damalige Rückversetzung ­waren nicht leicht.» Danach kehrte er zum Thurgauer Unternehmer Paul Bücheler nach ­Biessenhofen zurück. Er war schon vor seinem Wechsel 2005 in die Westschweiz in den Stall Liebherr sein Steigbügelhalter. Mit Louis, der mit 18 Jahren ­immer noch aktiv ist und am CSIO in St. Gallen von Büchelers Nichte Annina Züger vorgestellt wird, fand er wieder Anschluss an die Spitze, in die Equipe und an die Europameisterschaften. Mändli war 2011 an der EM in Madrid mit Louis bester Schweizer und mitverantwortlich für die Olympiaqualifikation der Schweizer für London, wo Steve Guerdat ja bekanntlich Olympiasieger wurde.

Nun nimmt das «Stehaufmännchen» einen neuen Anlauf, die Spitze nochmals zu erklimmen. Viele Experten glauben ­daran. Mändli selbst auch: «Ich bin hervorragend beritten, fitter und besser als vor zehn Jahren, als ich 2007 mit Idéo du Thot Weltcupsieger wurde. Ich lebe ­gesünder, bin ruhiger und vernünftiger geworden.» All diese Voraussetzungen versprechen ja einiges.

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