Das Stadion bremst den Höhenflug

In der Challenge League gastiert heute abend ab 19.45 Uhr Wintermeister FC Wohlen in der Wiler IGP Arena. Die Aargauer beantragen zwar die Lizenz für die höchste Spielklasse, ein Aufstieg ist aber trotz sportlichen Erfolgs in weiter Ferne. Es fehlt ein taugliches Stadion.

Simon Dudle
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FUSSBALL. Der Erfolg kam selbst für Lucien Tschachtli, Präsident des FC Wohlen, überraschend. Nachdem in der vergangenen Saison 32 Punkte errungen worden waren und der Abstieg erst in der letzten Runde abgewendet wurde, gab Tschachtli 58 Punkte als Ziel für die neue Saison vor, was aus seiner Sicht mindestens für Platz vier reicht. Bei Saisonhälfte sind es schon 37 Zähler. «Ein Platz unter den ersten drei ist unser Ziel», sagt der neue starke Mann bei den Aargauern nun. Träumen vom Aufstieg ist erlaubt, zumal die Wohler im Herbst auf Rückschläge wiederholt mit positiven Leistungen reagiert haben. Vom Aufstieg ist der Wintermeister allerdings weiter entfernt, als die Tabelle aussagt. Dem Überraschungsteam fehlt ein Spielort, um in der höchsten Spielklasse die Heimspiele auszutragen. «In unserem Stadion Niedermatten ist so ziemlich nichts Super-League-tauglich, von der Anzahl Sitzplätze über die Beleuchtung bis hin zum Rasen», sagt Tschachtli. Gleichzeitig lässt er verlauten, dass aus seiner Sicht nur Wohlen als Spielort in Frage kommt, da der Verein lokal verankert sei.

Ohne Ausbauprojekt

Trotzdem beantragt Wohlen die Lizenz II, welche für die Teilnahme an der Super League berechtigt, und gibt das Niedermatten als Spielort an. Die logische Konsequenz werden Auflagen sein, welche die Infrastruktur betreffen. Da das Stadion nicht dem FC Wohlen, sondern der Gemeinde gehört, wird man danach mit ihr das Gespräch suchen. Ein Ausbauprojekt gibt es allerdings nicht.

So bleibt bei den Aargauern nur die Hoffnung, dass seitens der Swiss Football League eine Ausnahmebewilligung gewährt wird. Oder es tritt im Frühling ein, dass Tschachtlis Wort nicht mehr das entscheidende ist. Momentan ist er das einzige Mitglied des Verwaltungsrates. Im Verlauf der Rückrunde soll aber eine ausserordentliche Generalversammlung anberaumt werden, bei der das Gremium um eine noch zu bestimmende Anzahl Mitglieder ergänzt wird. Die neuen Verwaltungsräte könnten Tschachtli in der Stadionfrage punkto Spielort überstimmen.

Mit Schultz und Holenstein

Sportlich deutet einiges darauf hin, dass der Höhenflug der Aargauer anhält. Die Mannschaft wurde in der Winterpause beisammengehalten und im offensiven Bereich verstärkt. Alain Schultz ist nach Gastspielen bei den Grasshoppers und Aarau zurückgekehrt. Von Luzern wurde der Uzwiler Claudio Holenstein bis Saisonende ausgeliehen. Der 24jährige Flügelspieler hat bis vergangenen Sommer für Wil gespielt. Bei den Innerschweizern hat er sich bei seinem ersten Einsatz verletzt.

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