Das Schweigen nach dem Abstieg

Das Nachwuchsteam des FC St. Gallen steigt in die 1. Liga ab. Die junge Equipe scheitert am hohen Niveau der Promotion League. In die dritthöchste Liga zurückzugelangen, wird nicht einfach.

Tobias Krüsi
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FUSSBALL. Am Samstag verlor das Nachwuchsteam des FC St. Gallen gegen Rapperswil-Jona mit 1:3. Damit steigt das Zugpferd des Nachwuchsprojekts Future Champs Ostschweiz (FCO) in die vierthöchste Spielklasse ab. Seit der Gründung der Promotion League im Jahr 2012 hat St. Gallen, das seit einem Jahr von Boro Kuzmanovic trainiert wird, stets dieser Liga angehört.

Die Verantwortlichen Kuzmanovic und der Technische Leiter Marco Otero wollten gestern keine Stellung zum Abstieg nehmen, oder waren nicht zu erreichen. Der Trainer sagte lediglich, dass über die Auswirkungen und Gründe des Abstiegs sowie die zukünftige Planung andere leitende Personen Auskunft geben sollen.

Mit dem Druck umgehen

Fest steht: Der Abstieg erschwert die Lage der ersten Mannschaft, weil der Unterschied nun drei Ligen beträgt. Spieler, die in der Super League nicht zum Einsatz kommen, werden in der 1. Liga wohl Spielpraxis erhalten, aber kaum gefordert sein. Das Niveau der Promotion League ist hoch, daran ist St. Gallens zweite Mannschaft nun gescheitert. Das Team ist jung, das Durchschnittsalter beträgt 20 Jahre. In der 1. Liga ist der Druck sicherlich geringer und die Spieler können wohl befreiter aufspielen. Auch die Young Boys spielen in der vierthöchsten Spielklasse. Es stellt sich die Frage, ob es nicht genau die Herausforderung Promotion League ist, die ein Spieler braucht, welcher den Sprung in die Super League schaffen will. Denn in der höchsten Schweizer Liga wird der Druck wohl kaum geringer. Die aktuellsten Beispiele sind Roy Gelmi und Silvan Hefti. Die Erwartungen an diese Spieler sind gross. Hefti schaffte es bis anhin zu überzeugen. Auch Gelmi zeigte zu Beginn der Saison gute Leistungen. In der Rückrunde fiel er jedoch, wie das ganze Team, in ein Loch.

Schlechteres Niveau

Ein Rückschlag für das Projekt und den Verein ist der Abstieg so oder so. Die Gegner in der 1. Liga sind weniger attraktiv und das Niveau ist schlechter. Es gibt keine Stadtderbies gegen den SC Brühl mehr. Der Wiederaufstieg wird schwierig zu realisieren sein und hängt auch vom Abschneiden anderer Nachwuchsteams ab. Zuerst müsste St. Gallen in die Aufstiegsrunde der besten acht Teams aus den drei Gruppen der 1. Liga kommen und sich dort durchsetzen. Danach wäre der Aufstieg allerdings noch nicht sicher, denn in der Promotion League sind maximal vier Nachwuchsteams erlaubt. Gewinnen also die Grasshoppers dieses Jahr die Aufstiegsrunde, wird es in den kommenden Saisons sehr schwierig für St. Gallen, wieder aufzusteigen.

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