Das positive Klima soll beflügeln

Das Schweizer Nationalteam bestreitet den ersten Teil der EM-Vorbereitung in Lugano. Während dieser Zeit stehen zwei Testspiele auf dem Programm. Am 6. Juni reist das Team nach Montpellier, wo sich die EM-Trainingsbasis befindet.

Gerhard Lob/Lugano
Drucken

FUSSBALL. Eine Reihe von Möglichkeiten wurde geprüft. Doch am Ende fiel die Wahl auf Lugano. Hier wird sich das Nationalteam am 22. Mai einfinden, um während knapp zwei Wochen den ersten Teil der Vorbereitung auf die EM-Endrunde zu bestreiten. Die EM wird vom 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich ausgetragen. «Das positive Klima in der Stadt und der Enthusiasmus haben uns überzeugt, auf Lugano zu setzen», sagte Nationaltrainer Vladimir Petkovic gestern. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) und die Stadt Lugano hatten zur Medienkonferenz ins Vier-Stern-Superior-Hotel Villa Sassa von Lugano geladen.

Wohnen wird das Team just in diesem Hotel, das laut Petkovic nicht nur eine gastfreundliche Atmosphäre bietet, sondern auch nahe zum Stadion Cornaredo gelegen ist. Schon frühere Erfahrungen mit den Sportstätten in Lugano seien positiv gewesen. 2008 hatte sich die Nationalmannschaft unter Köbi Kuhn in Lugano auf die EM-Endrunde vorbereitet, damals logierte das Team aber im etwas weiter entfernten Fünf-Stern-Haus Villa Principe Leopoldo. Die Villa Sassa war im Jahr 2008 hingegen das Quartier der schwedischen Nationalmannschaft während der EM.

Die Familie lebt in Locarno

Das Cornaredo sei vom Hotel zu Fuss in fünf Minuten erreichbar, so Petkovic, der auch die Qualität des Rasens unterstrich. Zudem wollte der Trainer ein kleines Zeichen für das Tessin und den FC Lugano setzen, der in dieser Saison wieder in die höchste Spielklasse aufgestiegen ist. Aus familiären Gründen kommt Petkovic die Retraite zudem gelegen. Seine Familie lebt im benachbarten Locarno.

Der Trainingsstart ist für den Montag, 23. Mai, geplant. Zwei- mal täglich soll trainiert werden. Es wird geschlossene und offene Trainings geben. Ungewiss ist noch, ob Eintritt verlangt wird. Ein Höhepunkt wird das Test-Länderspiel am 3. Juni ab 18 Uhr gegen Moldawien im Cornaredo werden. Bereits am 28. Mai findet in Genf das Testspiel gegen Belgien statt. Der Anpfiff ist auf 16.15 Uhr festgesetzt. Eigentlich wollte Petkovic um 15 Uhr spielen, um die Zeit der ersten EM-Gruppenpartie in Lens gegen Albanien zu simulieren. Doch in Absprache mit dem Fernsehen hat man den Termin etwas weiter in den Nachmittag verschoben. Lugano sieht der Verband auch in Bezug auf das Klima als gute Voraussetzung, um danach im südfranzösischen Montpellier die Vorbereitung fortzusetzen. Nach dem Training und letzten Testspiel gibt es zwei Tage frei; am 6. Juni fliegt das Team dann nach Frankreich. Es versteht sich von selbst, dass die Stadtbehörden von Lugano über die Präsenz der Nationalmannschaft erfreut sind. «Es macht uns stolz, dass unsere Stadt gewählt wurde», sagte Stadtpräsident Marco Borradori. Es sei ein Qualitätsausweis für die Infrastrukturen und die Hotels am Platz. Man werde alles tun, damit der Aufenthalt des Teams so angenehm wie möglich sei.

Auch Deutschland im Tessin

Den zweiten Teil der EM-Vorbereitung bestreitet das Nationalteam in Montpellier. Im Südwesten Frankreichs steht Petkovic und den 23 Fussballern das Stade de la Mosson von Ligue-1-Verein Montpellier zur Verfügung. Dort wird das Schweizer Nationalteam gut fünf Tage vor dem ersten EM-Gruppenspiel sein erstes Training absolvieren. Die Schweiz spielt an der EM in der Gruppe A am 11. Juni in Lens gegen Albanien, am 15. Juni in Paris gegen Rumänien und am 19. Juni in Lille gegen Frankreich.

Neben der Schweiz wird sich auch Weltmeister Deutschland im Tessin auf die EM 2016 vorbereiten. Wohnen wird die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw wie während der EM 2008 im Hotel Giardino von Ascona.

Aktuelle Nachrichten