Das nächste Schweizer Team beim Spengler Cup: Ist Langnau an der Reihe?

Das Beispiel Ambri zeigt, wie wichtig es ist, dass sich der Gast beim Spengler Cup mit dem Turnier identifiziert. Langnau wäre die perfekte Wahl für die nächste Ausgabe – es gibt aber eine Bedingung.

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(kza) Die Frage, die im Blick auf das nächste Turnier im Zentrum steht: kommt wieder ein zweites Team aus der National League zum Spengler Cup? Und wenn ja, welches? OK-Chef Marc Gianola und sein «Elder Statesman» Fredi Pargätzi sagen übereinstimmend: «Wir möchten wieder ein zweites Schweizer Team neben dem HC Davos. Aber das hängt nicht nur von uns ab. Es muss ja für beide Seiten passen.»

Kommt Langnau bei der nächsten Ausgabe des Spengler Cups zum Zug?

Kommt Langnau bei der nächsten Ausgabe des Spengler Cups zum Zug?

Bild: Marcel Bieri/Keystone
(23. Dezember 2019, Langnau)

Seit der Aufstockung auf das neue Format mit sechs statt fünf Teams (2010) gab es nur ein Turnier (2018) ohne zweites Schweizer Team. Zu Gast waren Servette, Gottéron, Kloten, Lugano und die Nationalmannschaft. Und dieses Jahr ist es Ambri. Und 2020?

Das Beispiel Ambri zeigt, wie wichtig es ist, dass sich der Gast mit dem Turnier identifiziert. Dann ist er eine Bereicherung – wie vor Ambri schon Servette, Lugano und Gottéron. Kloten war hingegen 2011 mit einer völlig lustlosen Vorstellung auf der ganzen Linie ein Ärgernis. Im Rückblick erkennen wir: es waren die ersten Anzeichen eines dramatischen Zerfalls der Leistungskultur in diesem Hockey-Unternehmen. Und weil sie niemand zu deuten vermochte, spielen die Klotener heute während des Spengler Cups in der Altjahrswoche Meisterschaftsspiele – in der Swiss League.

Das Beispiel Ambri zeigt: Wenn eine Spengler-Cup-Teilnahme für einen Klub ein Höhepunkt in der Historie bedeutet, ist der Erfolg programmiert. Im Idealfall ist der Gast noch nie Meister geworden oder der meisterliche Ruhm liegt so weit zurück, dass sich nur noch die Grosseltern vage an die Meisterfeier erinnern können. Dann freuen sich die Fans auf den Spengler Cup, sind stolz, ihre Lieblinge im Schaufenster zu sehen und feiern. Bei grossen Hockeyfirmen wie dem SC Bern oder den ZSC Lions provoziert eine Spengler-Cup-Einladung höchstens ein müdes «Na und?».

So gesehen ist Ambri der ideale Gast auch für 2020. Auch eine zweite Turnierteilnahme wäre ein Fest. Option Nummer zwei ist Langnau. Die Fans der Emmentaler würden die Reise nach Davos freudig zelebrieren wie einen Alpaufzug, einfach ohne blumenbekränzte Kühe, aber mit Treicheln. Und die Beiz neben dem Stadion könnte in eine Tigerstube umfunktioniert werden. Fredi Pargätzi sagt:

«Warum nicht?»

Aber für einen Entscheid sei es noch viel zu früh.

Im Falle einer Einladung dürften die Langnauer natürlich auch fünf Verstärkungen für den Spengler Cup 2020 verpflichten. Aber der HCD müsste zur Bedingung machen, dass einer dieser fünf Chris DiDomenico sein muss. Der Stürmer wechselt Ende dieser Saison zu Gottéron und es wäre eine heisse Rückkehr. Dazu sagt der freundliche Diplomat Fredi Pargätzi nur: «Warum nicht?»

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