Ein Rückraum-Allrounder für die St.Galler Handballer: Das Multitalent soll St.Otmar besser machen

Neuzugang Filip Maros entschärft die Personalsituation beim NLA-Verein. In Zukunft ist für ihn eine Hauptrolle vorgesehen.

Ives Bruggmann
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Filip Maros' Vertrag bei St.Otmar läuft bis 2022.

Filip Maros' Vertrag bei St.Otmar läuft bis 2022.

Michel Canonica

Die Schweizer Handballwelt ist klein. Das beweist eine Episode, die St.Otmars Neuzugang Filip Maros mit dem zukünftigen St.Galler Trainer Zoltan Cordas verbindet. Vor etwa zehn Jahren war es, als Cordas – damals beim TV Endingen engagiert – die Brüder Filip und Luka Maros zu sich lotsen wollte. Zwar scheiterte der Transfer der beiden aufstrebenden 18- und 16-jährigen Rückraumtalente von GC Amicitia Zürich, doch seither kennt man sich. Der Kontakt ist jedenfalls nie ganz abgebrochen. «Nun hat ja der Wechsel trotzdem noch geklappt», sagt Filip Maros, der in den Plänen von Cordas eine zentrale Rolle spielt. «Das war letztlich ausschlaggebend», sagt der heute 28-jährige Maros. Denn zuletzt war er ein unzufriedener Spieler bei den Kadetten Schaffhausen, weil er wenig Spielzeit erhielt. Er spürte, dass sich seine Situation weder kurz- noch langfristig ändern würde. Den Vertrag abzusitzen, kam für den Zürcher nicht in Frage:

«Dafür liebe ich den Sport zu sehr.»

An diesem Punkt kommt St.Otmar ins Spiel. Denn der vielseitige Spielertyp Maros hilft den St.Gallern sofort weiter, kann er doch auf allen drei Rückraumpositionen eingesetzt werden. «Das ist der Hintergrund, weshalb wir so schnell zugeschlagen haben», sagt Sportchef Andy Dittert. Mit Rares Jurca und Dominik Jurilj fallen derzeit bei St.Otmar erneut zwei Rückraumspieler aus. Regisseur Andrija Pendic und Spielertrainer Bo Spellerberg schultern seit längerem den grossen Teil der offensiven Verantwortung. «Filip hat ein hohes Spielverständnis», sagt Dittert. Das sei die beste Voraussetzung, um sich im System Spellerberg zurechtzufinden. «Von seiner Schnelligkeit und seinem Spielwitz erhoffen wir uns einiges», so Dittert. Auch die Entlastung Pendics und Spellerbergs sei ein wichtiges Kriterium.

Wertvolle Tipps des ehemaligen Mitspielers

Maros’ erstes Vorhaben in St.Gallen: Er will so schnell wie möglich zurück in die Form kommen, die er hatte. An seiner letzten Station vor den Kadetten Schaffhausen, bei Pfadi Winterthur, war er einer der Hauptgründe für die schlechte St.Galler Bilanz in den Direktbegegnungen. Auch wenn viele der Partien umkämpft waren. In der letzten Begegnung in der Kreuzbleiche glich Winterthur erst in der Schlusssekunde aus. «Vielleicht ist er die Essenz im Zaubertrank, die uns den Sieg bringt», sagt Dittert. In der Vorbereitung auf das Spiel, das am Sonntag um 17 Uhr beginnt, konnte Maros mit Tipps aushelfen. Vor allem, was die taktische Herangehensweise der Winterthurer betrifft, so Dittert.

Der 1,88 m grosse und 90 kg schwere Rechtshänder fühlt sich schon nach kurzer Zeit wohl in St.Gallen. Mit dem Auto hat er knapp eine halbe Stunde Anfahrtsweg von seinem Zuhause in Oberwinterthur, wo er mit seiner Freundin wohnt. Nebenbei absolviert der gebürtige Dübendorfer an der Fachhochschule in Winterthur ein Marketingstudium. Der Absolvent der United School of Sports befindet sich im dritten von vier Jahren. «Für mich passt das so optimal, wenn ich meinen Lebensmittelpunkt nicht verlegen muss.» Die Vertragslaufzeit bis Ende der Saison 2021/22 spricht für die gegenseitige Wertschätzung der beiden Parteien. Maros:

«Der Verein gehört in die Top 4. Dazu will ich meinen Beitrag leisten.»

St.Otmar sei ein Verein mit grossem Potenzial, auch der neue Trainer Cordas habe einiges vor.

Gegen Pfadi Winterthur erwartet Maros ein «spezielles Spiel». Er habe dort vier gute Jahre verbracht, sagt er. Der vierte Platz, den St.Otmar derzeit innehat, soll mit aller Macht verteidigt werden, denn der Heimvorteil im Playoff sei von enormer Bedeutung. «Vor allem in St.Gallen, wo die Halle so laut ist wie sonst nirgends.»