Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Clint Capela und das Millionen-Monopoly

Clint Capela hoffte auf einen neuen, 100 Millionen Dollar schweren Vertrag. Doch drei Wochen nach der Marktöffnung hat der Genfer noch immer nirgendwo unterschrieben. Er ist ein Opfer diverser Umstände.
Nicola Berger
Clint Capela ist nachdenklich: Geht sein Vertragspoker auf? Bild: Bill Baptist/Getty (Houston, 28. Mai 2018)

Clint Capela ist nachdenklich: Geht sein Vertragspoker auf? Bild: Bill Baptist/Getty (Houston, 28. Mai 2018)

Eigentlich sollte Clint Capela längst vergoldet sein, nach der überragenden Saison, die er für die Houston Rockets auf das Parkett gezaubert hat. Der Genfer, 24, war eine der grossen Entdeckungen der abgelaufenen NBA-Saison und durfte sich ernsthafte Hoffnungen auf einen Geldreigen machen, wie ihn noch nie ein Schweizer Teamsportler erlebt hat; einen Vertrag in der Grössenordnung von rund 100 Millionen Dollar.

Das war zumindest der Plan von Capelas Agenten Darren Matsubara. Doch er ist nicht aufgegangen, noch nicht zumindest. Dem Vernehmen nach offerierten die Rockets am 1. Juli einen mit 85 Millionen Dollar dotierten Fünfjahresvertrag. Viel Geld, zumal für jemanden wie Capela, der in Genf als Sohn einer Fabrikarbeiterin aufwuchs, die mit ihrem spärlichen Salär eine vierköpfige Familie durchbringen musste. Trotzdem hat Capela die Offerte abgelehnt. Aus dem simplen Grund, dass er sich nicht unter Wert verkaufen will. Ein Jahressalär von 17 Millionen mag für Normalsterbliche astronomisch klingen. Aber im richtigen Marktumfeld könnte Capela auf 25 Millionen kommen.

Gesundheit ist das grösste Risiko

Das ist bisher darum nicht geschehen, weil fast alles gegen ihn lief in den letzten Wochen. Gehandelte Interessenten wie die Dallas Mavericks, Phoenix Suns und die Los Angeles Lakers entschieden sich für andere Op­tionen. Das Gros der 30 NBA-Teams befindet sich gefährlich nahe an der Gehaltsobergrenze. Und auch in Houston sind die Mittel knapp, seit der General Manager Daryl Morey sich entschied, dem Routinier Chris Paul in den nächsten vier Jahren 160 Millionen Dollar zu zahlen – mehr Geld, als LeBron James von den Lakers erhält.

Die Verhandlungsposition Capelas ist mit jedem Tag ein bisschen schlechter geworden. Im Grunde bleiben ihm nun zwei Optionen: die Offerte der Rockets anzunehmen und finanziell für den Rest des Lebens ausgesorgt haben. Oder auf sich selber zu wetten und die «Qualifying Offer» der Rockets zu unterschreiben. Bei letzterer Option würde Capela 2018/19 nur 4,7 Millionen verdienen. Aber er wäre im nächsten Sommer erneut auf dem Markt, dieses Mal als «Unrestricted Free Agent» und in einem Jahr, in dem etliche Organisationen über reichlich Mittel verfügen. Doch die Strategie birgt auch Risiken: Eine gravierende Verletzung kann alles verändern. Einer, der das auf die harte Tour lernen musste, war Isaiah Thomas. Bei den Boston Celtics hatte Thomas 2016/17 die NBA dominiert. Die Fachwelt diskutierte, ob er inskünftig mehr oder weniger als 25 Mil­lionen verdienen würde. Doch Thomas spielte aufgrund von chronischen Hüftproblemen eine miserable Saison, er wurde zwei Mal transferiert – und musste sich mit einem Einjahresvertrag über 2,2 Millionen bei den Denver Nuggets begnügen.

Die Gesundheit scheint das Einzige zu sein, was Capela fürchten muss. Denn sportlich hat sich der talentierte Genfer mit jeder Saison gesteigert. Die Spielweise der Houston Rockets, des Finalisten der Western-Conference, ist wie auf ihn zugeschnitten, er harmoniert perfekt mit dem Teamleader James Harden. Harden setzt Capela so oft und so gekonnt in Szene, dass das den Marktwert des Centers nur steigern kann.

Capela äussert sich derzeit nicht öffentlich – beziehungsweise nur in den sozialen Netzwerken. Am 1. Juli postete er auf Twitter ein Emoji mit traurigem Blick. Es wirkte wie seine Antwort auf die Offerte der Rockets, über die einige Journalisten unter Berufung auf «anonyme Quellen» schrieben, Clint Capela fühle sich von ihr nicht gewürdigt. Und am Freitag schrieb er: «Grind now, shine later», leide heute, glänze morgen. Untermalt war der Satz mit einem Bild aus dem Sommertraining. Aber vielleicht meinte Capela auch einfach sein Bankkonto.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.