Das Kreuz mit dem Kreuzband

Nationalspieler Mario Gavranovic hat sich das vordere Kreuzband gerissen. Das ist eine sehr häufige Verletzung im Fussball. Betroffen sind oft junge Menschen, die eine Stop-and-go-Sportart ausüben. Meist hilft nur eine Operation, dabei wird in der Regel das vordere Kreuzband ersetzt.

Bruno Knellwolf
Drucken

Zwei Szenen am selben Tag, rund 10 000 Kilometer voneinander entfernt und doch so ähnlich: Die eine auf dem Trainingsplatz der Schweizer Nationalmannschaft in Porto Seguro, die andere auf einem Fussballplatz in Goldach. Am einen Ort stürzt Nationalspieler Mario Gavranovic ohne Einwirkung eines Gegners zu Boden, am anderen ein 14jähriger C-Junior. Beide sind mit einem Schuh im Rasen hängen geblieben und beide haben sich dabei das rechte Knie verdreht.

Die Vorfälle sehen unspektakulär aus, die Folgen sind allerdings dramatisch. Beim Schweizer Nationalspieler wird noch am gleichen Tag mittels eines MRI (Magnetic Resonance Imaging) ein Riss im vorderen Kreuzband diagnostiziert, beim Junior dauern die Abklärungen länger, die Diagnose ist ungewiss.

Das vordere Kreuzband ist die schwächste Stelle im Kniegelenk, erklärt Henrik Behrend, Leiter Kniechirurgie am Kantonsspital St. Gallen. Verdreht sich das Knie, kann sich das Kreuzband höchstens um 30 Prozent dehnen. Danach reisst es. Das bedingt danach einen operativen Eingriff, bei dem das Kreuzband durch eine körpereigene Sehne ersetzt wird. Muss es bei Spitzensportlern schneller gehen, werden Sehnen von Verstorbenen verwendet.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 5. Juli.

Aktuelle Nachrichten