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Brünig-Sieger Erich Fankhauser: «Das ist alles ein bisschen viel»

Joel Wicki und Kilian Wenger finden im Brünig-Schlussgang keinen Sieger. Deshalb erbt Erich Fankhauser, dem dies nicht ganz geheuer ist.
Claudio Zanini
Packt seine Chance: Erich Fankhauser (links) bei seinem Sieg im fünften Gang gegen Florian Weyermann. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Brünig, 29. Juli 2018))

Packt seine Chance: Erich Fankhauser (links) bei seinem Sieg im fünften Gang gegen Florian Weyermann. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Brünig, 29. Juli 2018))

Elf Minuten waren mehr oder weniger ereignisarm verstrichen, als der Platzkampfrichter die letzte Minute im Schlussgang zwischen Kilian Wenger und Joel Wicki ankündete. Wicki hörte das Kommando und beschloss sogleich, kein Risiko mehr einzugehen. «In einen Konter zu laufen und zu verlieren, wäre blöd gewesen. Vor allem, wenn ein Klubkollege bei einem Gestellten erben kann.» Er dachte an seinen Kameraden Erich Fankhauser – wie Wicki ein Athlet des Entlebucher Schwingerverbands. Fankhauser gewann im sechsten Gang mit der Maximalnote und hatte sich so in diese Spitzenposition gebracht. Er wusste davon aber erst, als der Schlussgang bereits gestartet hatte. «Etwa nach drei Minuten habe ich realisiert, dass ich erben würde», sagte Fankhauser. «Joel ist ein echter Teamplayer. Dass er für mich gestellt hat, ist wahnsinnig stark.» Wicki agierte also im Sinne der Mannschaft und liess gegen Wenger die letzte Minute verstreichen.

Es benötigte nicht viel Vorstellungsvermögen, um sich in die Gefühlswelt von Erich Fankhauser reinzudenken. Der 27-Jährige aus Hasle hatte Mikrofone vor dem Gesicht, noch bevor er die Wörter «ich» und «Brünig-Sieg» nur schon im Kopf hätte in Verbindung bringen können. Der geschichtsträchtige Ort, das wohl bedeutendste Bergfest und das 125-Jahr-Jubiläum machten die Sache auch nicht einfacher. Wahrscheinlich wird Fankhauser am Montag aufwachen und merken, dass er nun für immer zu den Grossen des Sägemehlsports gehört. Er sagte: «Ich kann das nicht genug hoch einstufen. Das ist alles gerade ein bisschen viel für mich.» Seine eigene Leistung wollte Fankhauser noch auf dem Schwingplatz stehend nicht überbewerten. Nachdem er im ersten Gang gegen den unweit vom Areal wohnenden Berner Simon Anderegg verlor, reihte er fünf Siege aneinander. Anderegg war der einzige Eidgenosse, der ihm zugeteilt wurde. Fankhauser zog dies wohlweislich auch in seine Bilanz ein.

Achtjährige Durststrecke beendet

Den Titel auf dem Brünig hatten die Innerschweizer zuletzt vor acht Jahren gewinnen können, als Martin Grab 2010 siegte. Seither dominierten die Berner, etwa mit Stucki, Sempach, Wenger oder Kämpf. Doch in diesem Jahr war vor allem am Nachmittag ein wenig der Wurm drin (siehe Kasten unten). Es ist nicht so, dass die Innerschweizer ihre Berner Rivalen gleich im Brünig-Massiv versenkt hätten. Die 20 Kränze wurden brüderlich aufgeteilt. Acht für die Innerschweiz, acht für Bern, die übrigen vier für die Nordwestschweizer Gäste. Aber die Innerschweizer drehten eben im richtigen Moment auf und erzwangen am Schluss einen Gestellten, der nötig war, um die Durststrecke zu beenden.

Dass es ausgerechnet Erich Fankhauser sein sollte, hätten kaum jemand prognostiziert. Fankhauser war zwar sehr konstant in dieser Saison, er holte bei seinen acht Teilnahmen an Kranzfesten immer Kranz. Erst zweimal konnte er bei einem Kranzfest siegen. «Ich wäre niemals mit dem Ziel hierhergekommen, den Brünig zu gewinnen.» Ob man im Entlebuch spontan Feiern aus dem Boden stampfen könne, wurde er abschliessend gefragt. «Als ich den eidgenössischen Kranz 2013 gewann, waren sie jedenfalls schnell.» Man sollte es wohl nicht unterlassen, den Sieg angemessen zu feiern. Und dabei Wicki nicht vergessen, den Türöffner des Erfolgs.

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