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Das Harry-Kane-Dilemma

Pause für die Stars oder mit Volldampf zum Gruppensieg? Trainer Gareth Southgate sucht vor dem Topduell mit Belgien nach dem Königsweg.
Peer Lasse Korff, Kaliningrad (SID)
Harry Kane feiert sein Tor im Spiel gegen Tunesien. (Bild: Francis R. Malasig/EPA)

Harry Kane feiert sein Tor im Spiel gegen Tunesien. (Bild: Francis R. Malasig/EPA)

Gareth Southgate grübelt und grübelt. Der Trainer der Engländer steht vor einem Dilemma – es ist sein persönliches «Harry-Kane-Dilemma». Southgate braucht vor der Topbegegnung der beiden Geheimfavoriten England und Belgien zum Vorrundenabschluss ganz viel Empathie. Der 47-Jährige fahndet nach dem Königsweg, der perfekten Turnierformel. «Harry weiss, dass das Team an oberster Stelle steht», sagte der Trainer mit Blick auf eine mögliche Pause des bislang besten Torjägers des Turniers. Und genau das ist das Problem. Kane hat nach seinen fünf Treffern längst den «Goldenen Schuh» im Visier, er will bei der WM in Russland seinen Fussabdruck in den Geschichtsbüchern hinterlassen. Und trotz des bereits erreichten Einzugs ins Achtelfinal wieder auf die Jagd gehen.

Der Traum vom ersten WM-Titel seit 52 Jahren

«Es ist seine Entscheidung, aber natürlich will ich bei meiner aktuellen Form weiterspielen», sagte Kane, der auf der Insel grosse Hoffnungen auslöst. England spürt längst, dass bei der WM etwas geht. Dass die Mischung aus erfahrenen Kräften und Jungstars stimmt, dass der Teamspirit sie weit tragen kann. Die Briten wissen – wie aber auch die Belgier – nach zwei Siegen gegen Tunesien und Panama das Momentum auf ihrer Seite. Der Traum vom ersten WM-Titel seit 52 Jahren lebt. An der positiven Entwicklung hat Southgate einen grossen Anteil. Wissbegierig hat er sich 2016 in die Aufgabe gestürzt. Stundenlang sezierte er Videos von Spanien und Deutschland bei den WM-Siegen 2010 und 2014.

«Die Standards waren ein grösserer Faktor, als es viele Leute realisiert haben», sagte Southgate der BBC. Seitdem sind sie ein permanenter Bestandteil des Trainings – mit Erfolg. Sechsmal jubelte England in Russland infolge ruhender Bälle. Ein anderes Erfolgsgeheimnis ist die Teamführung von Southgate, der sich auch beim NFL-Club Seattle Seahawks Anregungen holte.

Keine Zockerei auf den einfacheren Turnierweg

Nun steht Southgate bei der Aufstellung für das Belgien-Spiel vor einer kniffligen Aufgabe. Um die Ersatzspieler bei Laune zu halten und die Kräfte der ersten Elf zu schonen, wäre eine grösser angelegte Rotation hilfreich. Doch damit könnte Southgate sein Topteam aus dem Flow bringen. Er wird wohl den Mittelweg mit punktuellen Veränderungen wählen, während Belgiens Trainer Roberto Martinez durchtauschen dürfte. Topstürmer Romelu Lukaku ist angeschlagen, die Bundesliga-Profis Michy Bat­shuayi von Dortmund und Thorgan Hazard von Gladbach können auf eine Chance hoffen.

Für Kane und seine Kollegen steht fest, dass es eine Zockerei auf den einfacheren Turnierweg – und damit womöglich auf Rang zwei – nicht geben darf. «Wir begeben uns auf gefährliches Territorium, wenn wir anfangen, vorherzusagen, wo wir landen könnten», sagte Southgate. Bei der EM 2016 dachte England, es hätte eine leichte Auslosung erwischt. Dann kam Island.

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