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Zwei Wochen vor dem Eidgenössischen Schwingfest: Das gute Omen der Schwägalp

Am Bergkranzfest bestreiten die Nordostschweizer Schwinger am Sonntag den letzten Ernstkampf vor dem Saisonhöhepunkt in Zug.
Ives Bruggmann
Hochstehender Schwingsport vor malerischer Kulisse: Das ist der Schwägalp-Schwinget. Bild: Melanie Duchene/Keystone (Schwägalp, 19. August 2018)

Hochstehender Schwingsport vor malerischer Kulisse: Das ist der Schwägalp-Schwinget. Bild: Melanie Duchene/Keystone (Schwägalp, 19. August 2018)

Rückblende. Vor drei Jahren erben zwei aufstrebende Schwingtalente den Festsieg auf der Schwägalp nach einem gestellten Schlussgang: Samuel Giger und Armon Orlik. Für beide ist es damals der grösste Erfolg ihrer Karriere. Er gibt ihnen die letzte Gewissheit, mit den besten Athleten mithalten zu können. Mit diesem Selbstvertrauen reisen der damals 21-jährige Orlik und der drei Jahre jüngere Giger an das Eidgenössische Schwingfest in Estavayer und schrammen haarscharf am Königstitel vorbei. Orlik unterliegt dem Berner Matthias Glarner erst im Schlussgang, dem zweitplatzierten Giger fehlen am Ende nur zweieinhalb Minuten, um im Falle eines gestellten Endkampfes selbst König zu werden.

Diese Episode zeigt, wie entscheidend der Schwägalp-Schwinget im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt in zwei Wochen in Zug sein kann. Eines steht fest: Wer auf der Schwägalp seiner Form hinterher läuft, wird den Rückstand in den wenigen verbleibenden Tagen nicht mehr wettmachen können. Und dennoch beginnt das Eidgenössische Schwingfest bei Null. Nicht zu unterschätzen ist der mentale Faktor. Funktionieren die Schwünge? Stimmt die Form? Ist der Körper bereit für die grossen Belastungen, die folgen werden? Die letzten Fragen werden am Fusse des Säntis unter echten Wettkampfbedingungen beantwortet.

Drei Jahre mehr Erfahrung

Die Parallelen zu 2016 sind bei Giger und Orlik auch im Saisonverlauf frappant. Wie damals gewann der Bündner fünf Kranzfeste und dominierte das Geschehen in der Nordostschweiz. Wie damals war Giger auch in diesem Jahr länger verletzt. 2016 war es der Fuss, nun die Schulter. Der Schwäg­alp-Schwinget wird deshalb auch diesmal die letzten Antworten liefern. Der Vorteil der beiden Mitfavoriten auf den Schwingerkönigstitel ist, dass sie die Situation bereits erlebt haben. Und deshalb wissen, wie sie damit umgehen können. Eine Erfahrung, die ihnen 2016 noch fehlte.

Der erste Gang

Die Gäste aus der Innerschweiz reisen zwei Wochen vor dem Eidgenössischen Schwingfest lediglich mit vier Eidgenossen an. Armon Orlik trifft zum Auftakt auf den Schwyzer Mike Müllestein. Der Thurgauer Samuel Giger bekommt es mit Reto Nötzli zu tun. Zu einer Neuauflage des Schlussgangs von 2016 kommt es zwischen Daniel Bösch und dem Nidwaldner Marcel Mathis.

Daniel Bösch war vor drei Jahren übrigens einer der Schlussgangteilnehmer. Er verpasste den Festsieg durch einen Gestellten gegen den Innerschweizer Marcel Mathis. Aber auch der Toggenburger holte sich mit dem Spitzenplatz auf der Schwägalp 2016 das Selbstvertrauen für ein erfolgreiches Eidgenössisches Schwingfest. Mit dem wohl stärksten Notenblatt von Estavayer – er verlor nur gegen den späteren König Matthias Glarner und Matthias Sempach – klassierte sich der damals 28-Jährige auf Rang sieben. Auch Bösch wird heuer nach einer Verletzungspause alles daran setzen, mit einem positiven Ergebnis von der Schwägalp abzureisen.

Innerschweizer Favoriten schauen aus der Ferne zu

Pirmin Reichmuth und Joel Wicki, neben Orlik und Giger zwei der meistgenannten Favoriten auf den Königstitel, verzichten derweil auf den letzten Test unter Wettkampfbedingungen. Diesen vollzogen sie bereits an kleinen Regionalfesten in ihrer Heimat. Eines ist jedoch sicher: Reichmuth und Wicki werden, genauso wie die Berner, die an ihrem Teilverbandsfest in Münsingen antreten, das Geschehen auf der Schwägalp genaustens mitverfolgen. Nicht die schlechteste Idee also, wenn Giger, Orlik, Bösch und Co. noch nicht alle Karten offenlegen. Denn schaden kann es bestimmt nicht, wenn die Ostschweizer auch noch ein paar Überraschungen für die Konkurrenz in der Hinterhand halten.

Das sind die Leader der Nordostschweizer:

Samuel Giger

(Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)

(Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)

Der 21-jährige Thurgauer hat sich vom Ausnahmetalent zum nationalen Spitzenschwinger entwickelt. Von den körperlichen Voraussetzungen her macht dem 1,93 m grossen und 115 kg schweren Kurz-Spezialisten schweizweit keiner etwas vor. Die Fragen nach der achtwöchigen Verletzungspause beantwortete Giger mit dem Sieg auf dem Weissenstein mit einem Ausrufezeichen. Knüpft er an diese Leistung an, gehört er in Zug zu den Favoriten.

Armon Orlik

(Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey).

(Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey).

An sechs Kranzfesten trat der 24-jährige Maienfelder in dieser Saison an, fünf davon gewann er. Dabei verlor der Bündner von 36 Gängen keinen einzigen. Orlik ist wohl der vielseitigste Schwinger des Landes. Das macht ihn für die Gegner so unberechenbar. Wer den ehemaligen Judoka kennt, weiss, dass er dem Eidgenössischen Schwingfest alles untergeordnet hat. Auf der Schwägalp dürfte er sich deshalb in Bestform präsentieren.

Daniel Bösch

(Bild: Michel Canonica/Tagblatt)

(Bild: Michel Canonica/Tagblatt)

Der Toggenburger hat schon bewiesen, dass er ein Mann für die grossen Feste ist. In diesem Jahr präsentierte sich der Unspunnensieger von 2011 in bester Verfassung. Dies zeigte der 31-Jährige mit zwei Kranzfestsiegen nach optimal verlaufenem Wintertraining. Zuletzt bremste ihn jedoch eine Schleimbeutelentzündung im Ellbogen aus. Nach der siegreichen Rückkehr auf dem Ricken mutiert der Schwägalp-Schwinget für ihn zum ultimativen Härtetest.

Domenic Schneider

(Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)

(Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der Trainingskollege von Samuel Giger hat sich in dessen Schatten zu einem Leader in der Ostschweiz gemausert. Zweimal stand er in dieser Saison gegen Armon Orlik in einem Schlussgang. Am Nordostschweizer Fest schrammte der 25-Jährige gegen den Bündner ganz knapp am grössten Erfolg seiner Karriere vorbei. Nach sieben Kränzen folgte kürzlich mit Rang zehn am Nordwestschweizerischen Fest ein Dämpfer. Ein Ausrutscher?

Samir Leuppi

(Bild: Lorenz Reifler)

(Bild: Lorenz Reifler)

Der 1,95 m grosse Hüne aus Winterthur hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. So verpasste der 26-Jährige das Eidgenössische Schwingfest in Estavayer 2016. Leuppi gehört nach Joel Wicki zu den stärksten Nicht-Eidgenossen des Landes. Mit seinen konstant guten Leistungen in dieser Saison mit einem Festsieg und fünf weiteren Kranzgewinnen nimmt er im Ostschweizer Team eine wichtige Führungsrolle in Zug ein.

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