Das grosse Ziel Hawaii erreicht

TRIATHLON. Am Sonntag an der Halb-Ironman-WM in Österreich, am 10. Oktober an der Ironman-WM auf Hawaii: Der Thurgauer Christoph Luginbühl, ehemaliger Profi-Inlineskater, hat Grosses vor. Trotz allem arbeitet er immer noch 100 Prozent.

Ralf Rüthemann
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Vollbepackt und bereit für die Ironman-WM: Christoph Luginbühl ist Triathlet und ehemaliger Inlineskater. (Bild: Donato Caspari)

Vollbepackt und bereit für die Ironman-WM: Christoph Luginbühl ist Triathlet und ehemaliger Inlineskater. (Bild: Donato Caspari)

Er prägte die Inline-Szene als Profi und war Mitinitiator des Inlinedroms Weinfelden. Doch jetzt gilt seine Passion dem Triathlon: Christoph Luginbühl aus Sulgen hat sich für die Halb-Ironman-WM wie auch für die absolute Königsklasse, die Ironman-WM auf Hawaii, qualifiziert. «Mit der Qualifikation für die Ironman-WM habe ich ein grosses Ziel erreicht», sagt der 33-Jährige. Um sich diesen Wunsch zu erfüllen, musste er harte Tests bestehen. Die Hauptprobe für Hawaii hatte Luginbühl am Frankfurter «Hitze-Ironman», wie er ihn nennt. «Es war nahezu 40 Grad heiss. Ich habe mich zum Glück immer gut verpflegt und abgekühlt.» Christoph Luginbühl und Sandro Bauer (TZ berichtete) sind die einzigen Thurgauer an der Ironman-WM.

Für die Halb-Ironman-WM in Österreich, die am Sonntag stattfindet, hat sich Luginbühl mit seinem Sieg am Halb-Ironman in Rapperswil qualifiziert. An einem Halb-Ironman müssen die Teilnehmer die Hälfte des Ironman Hawaii (3,86 km schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,2 km laufen) absolvieren.

Ein Bandscheibenvorfall

Nach seiner Profikarriere als Inlineskater, die er 2006 auch wegen eines Bandscheibenvorfalls beendete, hat Luginbühl durchgehend im Bereich Sport gearbeitet. Heute arbeitet er bei Chris Sports in Münchwilen als Produktmanager von Sportmarken. Nebst seinem Fulltime-Job verbringt er immer noch viel Zeit mit Sport. Zur Arbeit von Sulgen nach Münchwilen fährt er täglich mit dem Velo und braucht dafür etwa 40 Minuten, wie er sagt. «Am Feierabend gehe ich oft noch auf eine Tour durch das Appenzellerland», ergänzt Luginbühl. «Da kann es schon mal vorkommen, dass ich erst so um 21 Uhr zu meiner Freundin nach Hause komme.» Die Passion Triathlon entwickelte er nicht lange nach seiner Inline-Profikarriere. Und bald wusste er, dass er eines Tages am Ironman auf Hawaii teilnehmen möchte.

«Ich esse sehr gerne»

Ein Ironman geht an die Substanz. «Man sollte nicht viel mehr als zwei Ironman pro Jahr machen, denn es ist schon eine enorme Belastung für den Körper», so Luginbühl. Beim Ironman beginne die Ruhephase schon zwei Wochen vor dem Wettkampf. In dieser Phase gilt es, übermässig viele Kohlenhydrate aufzunehmen. «Das ist eine schöne Phase, ich esse sehr gerne.» Kleinere Trainingseinheiten liegen aber immer noch drin, erzählt Luginbühl.

Warum tut man sich so etwas wie ein Ironman überhaupt an? «Ich finde einfach die Sportkombination grossartig. Und die Stimmung an einem Triathlon ist einmalig», so Luginbühl. «Ich muss nicht an die Grenzen kommen, ich habe immer noch ein wenig Reserven.» Zudem sei es auch mental eine gute Schule, die man aufs Geschäftsleben übertragen könne. Seine Stärke ist das Velofahren, eher langsamer ist Luginbühl im Schwimmen. «Mein Ziel fürs Schwimmen ist es, nicht zu weit nach hinten zu fallen.» Er wolle einfach sein Bestes geben, und wie schon in Frankfurt als Teilnehmer der Kategorie 30–35 den einen oder anderen Profi hinter sich lassen. Wie es nach dem Abenteuer auf Hawaii weitergeht, weiss er noch nicht. «Aber Sport gehört bei mir sicher dazu.»