Ski-WM St. Moritz

Das Geld fährt mit: Die Gewinner der WM erhalten grosszügige Prämien

Wer in St. Moritz Weltmeister wird, bekommt nicht nur eine glänzende Medaille, sondern verdient auch gut. Doch es geht noch mehr.

Sebastian Wendel
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Das Podium des Super-G: Kjetil Jansrud, Erik Guay und Manuel Osborne-Paradis (v. l.)

Das Podium des Super-G: Kjetil Jansrud, Erik Guay und Manuel Osborne-Paradis (v. l.)

Keystone

85 Sekunden dauert die Siegerfahrt von Erik Guay im Super-G. Zur Belohnung erhält der Kanadier 48 000 Franken Preisgeld. Heisst: In jeder Sekunde seines fehlerfreien Ritts auf der Corviglia-Piste verdient Guay 564 Franken. Hochgerechnet ergibt dies einen Stundenlohn von zwei Millionen!

Kein Wunder, strahlen Guay und seine Kollegen auf dem Podest um die Wette. Denn obwohl es an einer Weltmeisterschaft für die Fahrer primär um sportliches Prestige geht, ist das Preisgeld nicht zu verachten. Für die Sieger in den zehn Einzelrennen gibt es je 48 000 Franken. Der oder die Zweitplatzierte erhält 30 000 Franken, Lara Gut erhält für Rang 3 im Super-G vom Dienstag 18 000 Franken.

Anders als im Weltcup, wo alle in den Top 30 kassieren, erhalten an der WM nur die ersten sechs ein Preisgeld – 4800 Franken flossen gestern auf das Konto des sechstplatzierten Alexis Pinturault. Insgesamt werden pro Rennen 120 000 Franken ausgeschüttet – macht für die gesamte WM (inkl. Teamwettkampf) 1,32 Millionen. Die eine Hälfte steuert der Veranstalter bei, die andere der Weltverband FIS.

Wer Geld will, muss warten

Über die Höhe des Preisgeldes berät die FIS – und zwar jeweils im Frühling vor der kommenden Saison. 120 000 Franken sind heuer das Minimum, das pro Rennen ausbezahlt werden muss. Wegen des immensen finanziellen Aufwands für die Bereitstellung der Infrastruktur zahlen die meisten Weltcup-Stationen auch nicht mehr als das vorgegebene Minimum. So auch die Klassiker in Wengen und Adelboden.

Doch es gibt eine Ausnahme. Und wie könnte es anders sein: Kitzbühel, der Ort, an dem in jedem Winter Helden geboren werden. Wer die Hahnenkamm-Abfahrt gewinnt, knackt den Jackpot: 79 000 Franken gab es im Januar für Dominik Paris.

30 000 Franken mehr als für den Abfahrtsweltmeister von St. Moritz, der am Samstag ermittelt wird. Die Preisgeld-Rangliste der aktuellen Saison führen die Amerikanerin Mikaela Shiffrin (437 292 Franken) und der Österreicher Marcel Hirscher (422 978 Franken) an. Die bestverdienende Schweizerin ist Lara Gut (310 418 Franken), bei den Männern führt Nils Hintermann (47 600 Franken) dank seines Überraschungssieges in der Kombination von Wengen die nationale Rangliste an.

Übrigens, im FIS-Reglement heisst es: «Wettkämpfer, die der Preisverteilung unentschuldigt fernbleiben, (...) verlieren das Anrecht auf einen Preis inklusive Preisgeld.» Erik Guay musste gestern wegen der 72 Fahrer zwei Stunden warten, bis die Siegerfeier endlich durchgeführt werden konnte. Doch er hatte ja 48 000 gute Gründe, auszuharren.