Das erste Schwingfest im Jahr 2021 wurde abgesagt: Samuel Giger kann seinen Sieg am Berchtoldschwinget nicht verteidigen

Das Warten geht weiter: Nach der Absage der kompletten Kranzfestsaison 2020 findet nun auch das erste regionale Schwingfest des neuen Jahres nicht statt. Der traditionelle Berchtoldschwinget am
2. Januar in der Zürcher Saalsporthalle fällt aus.

Ives Bruggmann
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Samuel Giger (rechts) im Schlussgang des Schwägalpschwingets 2019 gegen Marcel Mathis. Es war das drittletzte Schwingfest, das der Thurgauer bestritt.

Samuel Giger (rechts) im Schlussgang des Schwägalpschwingets 2019 gegen Marcel Mathis. Es war das drittletzte Schwingfest, das der Thurgauer bestritt.

Urs Bucher

«Schweren Herzens müssen wir den Berchtoldschwinget 2021 absagen», schreibt der Schwingklub Zürich in einer Mitteilung. Die Absage des traditionellen Hallenschwingfests ist eine direkte Folge der Restriktionen des Bundesrats vom 28. Oktober. Das aktuelle Verbot des Schwingtrainings lasse kein Schwingfest in der Neujahrswoche zu, so die Veranstalter. Und weiter:

«Der Schutz der Schwinger und Zuschauer ist uns wichtiger, deshalb sind wir gezwungen, auf den Traditionsanlass zu verzichten.»

Alle Schwingfeste sollen stattfinden

Die Schwinger brauchen zwingend eine seriöse Vorbereitungszeit im Sägemehl, sonst ist die Verletzungsgefahr zu gross. Das wirft die Frage auf, ob die Kranzfestsaison des nächsten Jahres ebenfalls gefährdet ist. Genau dieser Unsicherheit hat der Zentralvorstand des Eidenössischen Schwingerverbandes Ende September entgegengewirkt:

«Das oberste Gebot des Zentralvorstandes, der Technischen Kommissionen und des Aktivenrates des ESV ist es, dass 2021 alle Schwingfestedurchgeführt werden.»

Solange die Schwinger, die als Amateursportler gelten, jedoch nicht im Sägemehl trainieren dürfen, ist das Festhalten an der Durchführung aller Schwingfeste hinfällig. In der Ostschweiz startet die Kranzfestsaison am 2. Mai mit dem Thurgauer Kantonalschwingfest. In welcher Form dieser Anlass stattfinden wird, ist derzeit ungewiss.

Samuel Giger kann den Sieg frühestens in einem Jahr wiederholen

Der abgesagte Berchtoldschwinget ist bei den Schwingern äusserst beliebt in der Vorbereitung auf die Kranzfestsaison. Vor allem geniessen die Sportler die Abwechslung zum Wintertraining, in dem vor allem Kraft und Kondition aufgebaut werden. 2020 gewann der Thurgauer Samuel Giger erstmals diesen Traditionsanlass in Zürich. Die Wiederholung des Erfolgs muss der Mann aus Ottoberg nun um ein Jahr verschieben.

Der Berchtoldschwinget war eines der letzten regionalen Schwingfeste, das vor der Coronapandemie noch stattfand. Samuel Giger und Co. bestritten also seit dem Eidgenössischen Schwingfest Ende August 2019 keinen Ernstkampf mehr. Und das Warten geht weiter.