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«Das Ende einer Generation»

Lionel Messi: ausgeschieden. Cristiano Ronaldo: ausgeschieden. Die WM in Russland geht ohne die Weltfussballer der letzten zehn Jahre zu Ende. Ob sie in vier Jahren nochmals dabei sind? Zweifelhaft.
Thomas Lipinski und Christoph Stukenbrock (SID)
Konsternierte Superstars: Argentiniens Lionel Messi (oben) und Portugals Cristiano Ronaldo nach dem Out im WM-Achtelfinal. Bilder: AP

Konsternierte Superstars: Argentiniens Lionel Messi (oben) und Portugals Cristiano Ronaldo nach dem Out im WM-Achtelfinal. Bilder: AP

Am Abend der einsetzenden Götterdämmerung trennten die beiden besten Fussballer des vergangenen Jahrzehnts 1512 Kilometer. Vereint waren Lionel Messi und Cristiano Ronaldo in ihrem Schicksal: Die Weltmeisterschaft in Russland findet nun ohne sie statt, und die WM in Katar ist weit weg. Zu weit. Messi ist 31 Jahre alt. Er wirkt ausgebrannt. Ronaldo ist 33 Jahre alt. Er reitet dem Sonnenuntergang entgegen. Einen grandiosen Abgang von der grössten aller Bühnen werden sie nicht mehr bekommen.

Es war 18.52 Uhr Ortszeit am Samstagabend in Kasan, als Messi zur Salzsäule erstarrte. «Leo geht es natürlich schlecht, wie uns allen», berichtete Stürmer Sergio Agüero nach dem 3:4 gegen Frankreich: «Aber ihn hat es sicher am schlimmsten von uns allen getroffen, aufgrund des ganzen Drucks, der auf ihm bei jedem Spiel für die Selección lastet.» Die Zeitungen sehen die Zeit zum Umbau gekommen, «La Nación» schrieb: «Eine neue Ära muss eingeläutet werden. Es gab keinen epischen Messi, sondern einen viel irdischeren.»

Gut vier Stunden später, um 22.55 Uhr Ortszeit in Sotschi, zog Ronaldo seine Kapitänsbinde vom Arm, er bedankte sich beim Schiedsrichter und trat enttäuscht, aber durchaus mit Würde ab. «War es der Abschied einer Legende?», fragte die Zeitung A Bola. Eine Antwort gab es darauf nicht nach dem 1:2 gegen Uruguay, dessen verletzten Doppeltorschützen Edinson Cavani der Portugiese persönlich vom Feld geleitete (71.), um im Angesicht seines gerade drohenden Ausscheidens nur ja keine wertvolle Zeit zu verlieren. Ronaldo tat, was er konnte. Aber es reichte nicht.

«Die Besten sind raus, es ist das Ende einer Generation», schrieb die argentinische Zeitung Olé, und für sie stand auch gleich fest, warum das so ist: Messi und Ronaldo hätten in ihren Teams «nur wenig Unterstützung» gefunden, deshalb sei es ihnen schwergefallen, «auf gleicher Höhe wie in ihren Clubs zu spielen». Dies ist freilich keine neue Erkenntnis. Doch während Ronaldo noch darum kämpfte, seine Mitspieler auf sein Niveau zu heben, schien Messi dazu nicht die Kraft zu haben und auch nicht den Willen.

Äusserst erfolgreich in den Clubs

Die Wahl zum Weltfussballer dominieren Messi und Ronaldo seit zehn Jahren, jeder wurde fünf Mal ausgezeichnet. Messi gewann mit dem FC Barcelona vier Mal die Champions League und drei Mal die Club-WM, Ronaldo mit Real Madrid (4) und Manchester United (1) fünf Mal die Champions League und vier Mal die Club-WM. Die Erfolge mit der Nationalmannschaft? Messi wurde 2008 wenigstens Olympiasieger, ansonsten ist er gescheitert, besonders grandios im WM-Final 2014 in Rio. Ronaldo dagegen führte Portugal zum EM-Titel 2016. Immerhin ein grosser Titel.

Wie Cristiano Ronaldo hat Lionel Messi nun vier WM-Endrunden gespielt. Eine fünfte WM? Ein Argentinien ohne Messi wollen sich viele nicht vorstellen. «Der Einzige, auf den man nicht verzichten kann, ist Messi», sagte sein gealterter Kumpel Javier Mascherano. Allerdings: Messi hat schon mal seinen Rücktritt erklärt aus der Nationalmannschaft, er kehrte zurück, um sich seinen, vor allem aber den Traum der Argentinier vom Titel zu erfüllen. Eine Last, die wohl zu gross ist.

Und Ronaldo? Der Portugiese sagte am Samstag, es sei «jetzt nicht der Moment», um über die Zukunft zu reden. Das taten andere. «Cristiano», sagte Trainer Fernando Santos, «hat dem Fussball noch viel zu geben. Ich hoffe, dass er bleibt.»

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