Das Ei aus der Schweineblase

Das Spielgerät im Rugby hat eine eigenwillige Form. Es ist ein Rotationsellipsoid, was die meisten auch ganz einfach an ein grosses Ei erinnert. Doch weshalb spielt man Rugby nicht mit einem komplett runden Ball?

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Das Spielgerät im Rugby hat eine eigenwillige Form. Es ist ein Rotationsellipsoid, was die meisten auch ganz einfach an ein grosses Ei erinnert. Doch weshalb spielt man Rugby nicht mit einem komplett runden Ball?

Tatsächlich stammt Rugby aber der Legende nach von einer Sportart ab, in der sehr wohl mit einem runden Ball gespielt wird. So soll 1823 während eines Fussballspiels in der englischen Stadt Rugby der Engländer William Webb Ellis angesichts einer bevorstehenden Niederlage den Ball einfach in die Hand genommen und ihn ins gegnerische Tor gelegt haben. Da Fussball aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden ist, herrschen berechtigte Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Geschichte. Dennoch gilt Webb Ellis als der Erfinder des Rugbys. Doch wie kommt es nun vom Rund zum Ei? Die ersten Rugbybälle wurden aus Schweineblasen hergestellt. Diese haben von Natur aus die Form einer Pflaume, was dem modernen Rugbyball schon näher kommt. Übrigens musste man damals die frisch entfernten Schweineblasen mit dem Mund aufblasen, was aufgrund des Gestanks nicht gerade der beliebteste Job war. Es wird angenommen, dass durch die Formbarkeit des Materials der Ball immer flacher und dadurch ovalförmiger wurde. Dank dieser Form kann ein Rugbyball viel besser geworfen und auch gefangen werden, wenn man die Technik beherrscht. Viele verwechseln den Rugbyball mit dem bekannten roten Ball des American Football. Dieser ist jedoch an den Enden spitz und besitzt eine Naht an der Seite, wobei der Rugbyball tatsächlich wie ein weisses Ei aussieht. (yl)

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.