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Das andere Tessin

Alle kennen Ambri und Lugano. Wie aber steht es mit Biasca? Morgen gastiert Thurgau beim NLB-Neuling.
Matthias Hafen/Biasca
Der Fanblock der Ticino Rockets besteht nur aus gut einem Dutzend Anhängern. An Originalität und Leidenschaft mangelt es den Tessinern trotzdem nicht. (Bilder: Matthias Hafen)

Der Fanblock der Ticino Rockets besteht nur aus gut einem Dutzend Anhängern. An Originalität und Leidenschaft mangelt es den Tessinern trotzdem nicht. (Bilder: Matthias Hafen)

Erstmals seit 31 Jahren haben auch die Fans aus der Nationalliga B wieder einen Grund, ins Tessin zu reisen. Nachdem Ambri-Piotta 1985 den Aufstieg in die höchste Spielklasse geschafft hatte, gab es ennet des Gotthards zuletzt nur noch NLA-Eishockey zu sehen – entweder in Ambri oder in Lugano.

Seit dieser Saison stellen die beiden Kantonsrivalen ein gemeinsames NLB-Partnerteam, die Ticino Rockets. Die Mannschaft ging aus dem 1.-Liga-Club Biasca hervor und spielt noch am gleichen Ort. Morgen um 17 Uhr, drei Tage nach dem Cup-Erfolg gegen den SC Bern, empfangen die Ticino Rockets Thurgau. Und diese Reise sollte man sich nicht entgehen lassen.

Spätestens bei der Ausfahrt aus dem Gotthardtunnel stellt sich ernsthaft die Frage, wo denn Biasca genau liegt. Ambri und seine ehrwürdige, aber vor allem alte Valascia kennt man, sieht man nur Augenblicke später von der Autobahn aus. Und Lugano, das ist tief im Süden, wo schon die Palmen wachsen. Wo aber befindet sich Biasca?

Von Airolo aus dauert es mit dem Auto etwa eine halbe Stunde bis zur Ausfahrt. Ein kleiner Tip: Die Besucher ersparen sich einen Umweg, wenn sie nach der Autobahnausfahrt gleich rechts Richtung Bellinzona abbiegen anstatt Richtung Biasca fahren. Denn die Eishalle liegt im Industriequartier am Ortsrand.

Ein Stadion wie eine Munitionsfabrik

Die Biascarena, dank der Raiffeisenbank immerhin mit Namenssponsor, ist ein typisches Schweizer Eishockeystadion, das von weitem betrachtet genauso gut eine Munitionsfabrik sein könnte. Innen aber geben die Holztribünen und die farbigen Stahlträger an der Decke trotz Betonbau und Wellblechdach Atmosphäre.

Gleiches kann man vom Publikum nur bedingt behaupten. Denn die Fankurve, die sich selbstbewusst Nord-Front nennt, besteht aus lediglich einem Dutzend Halbwüchsiger. In den bisherigen zwei NLB-Heimspielen konnten die Ticino Rockets auf 658 Zuschauer zählen – insgesamt. Das heisst, schon mit einem gut gefüllten Kleinbus graben die Anhänger der Gastmannschaft den Einheimischen unter Umständen das Wasser ab. Kommt dazu, dass sich der abgetrennte Gästesektor direkt neben der Nord-Front befindet; eine irrwitzige Aufteilung.

Jedoch sollte man das südländische Temperament nicht unterschätzen. Angefeuert wird mit Ausdauer. Und die Pfiffe nach einem Schiedsrichterentscheid gegen das eigene Team sind laut. Mit der Fachkunde nimmt man es in Biasca nicht immer so genau. Trotzdem ist die Stimmung nie aggressiv. In den Drittelspausen laufen alte Canzoni, zu welchen die Leute fröhlich mitsingen und mitpfeifen.

Dazu passt, dass mitten im Spiel zahlreiche Besucher auf der Terrasse vor dem Haupteingang anzutreffen sind, wo sie sich aufwärmen und eine Zigarette rauchen. Andere sitzen gemütlich im Stadionrestaurant und essen eine Pizza. Fehlt nur noch die Bocciabahn, um das Bild einer Ferienanlage zu vervollständigen.

Direkt in der Halle betreiben die Ticino Rockets einen eigenen Laden mit wenigen, aber zeitgemässen Fanartikeln.

Direkt in der Halle betreiben die Ticino Rockets einen eigenen Laden mit wenigen, aber zeitgemässen Fanartikeln.

Der Eingang der Biascarena: Mit 329 Zuschauern im Durchschnitt reicht die kleine Holzhütte rechts unten als Hauptkasse.

Der Eingang der Biascarena: Mit 329 Zuschauern im Durchschnitt reicht die kleine Holzhütte rechts unten als Hauptkasse.

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