Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Trainer Olaf Sager war vier Jahre ohne Fussball – doch dann fehlte ihm sein Lieblingssport halt doch

Der FC Rorschach-Goldach bezwingt in der 2. Liga Arbon mit 2:1. «Ein Arbeitssieg», sagt Trainer Olaf Sager.
Beni Bruggmann
Olaf Sager gibt im Derby gegen Arbon die Richtung des FC Rorschach-Goldach vor.Bild: Benjamin Manser

Olaf Sager gibt im Derby gegen Arbon die Richtung des FC Rorschach-Goldach vor.Bild: Benjamin Manser

Es beginnt im Kreis. 90 Minuten vor dem Spiel spazieren Rorschach-Goldachs Spieler in ihren Trainingsanzügen auf das Spielfeld. In der Mitte bilden sie einen weiten lockeren Kreis. Der Trainer begrüsst seine Spieler mit wenigen Worten.

Nachher geht es zurück in die Kabine. Gute drei Stunden später, nach dem glücklich gewonnenen Spiel, tanzt die ganze Mannschaft vor der Spielerbank, wieder im Kreis. Eine runde Sache also, dieses Bodensee-Derby?

«Der Anfang schon», sagt Trainer Olaf Sager. Mit leidenschaftlichem Forechecking, das weite Wege verlangt, setzt das Heimteam den Gegner unter Druck. «Go, go, go!» tönt es dauernd. Arbon kann sich nicht entfalten. Nach 20 Minuten steht es durch Tore von Oliver und Patrice Baumann 2:0. Dann kommt der Bruch. «Wir waren nicht mehr kompakt, liessen wichtige Räume offen und hatten letztlich Glück, dass wir den knappen Vorsprung verteidigen konnten», so der Trainer.

Das Team muss in den neuen Stil hineinwachsen

Das Team des FC Rorschach-Goldach ist im Umbruch. Es muss in den Stil des neuen Trainers hineinwachsen, der da heisst: Ballbesitz, sorgfältig aufbauen, agieren statt reagieren, und mutig pressen. «Wir haben unsere Spielweise diskutiert», sagt er. Und weiter:

«Das Team hat entschieden. Es steht hinter der Spielphilosophie des gepflegten Aufbaus.»

Nach der Karriere als Spieler wird Sager Trainer, ein halbes Jahr beim FC Gossau, drei Jahre bei seinem Stammclub, dem FC Amriswil, und dann noch ein Jahr beim FC St.Gallen, wo er die U16 und die U18 trainiert. «Ich habe gelernt, Entscheide zu fällen und bei Erfolg auf dem Boden zu bleiben. Und», fügt er an, «bei Misserfolg nicht gleich alles über Bord zu werfen.»

Im Sommer 2015 leitet er das letzte Training. Es folgt eine lange Pause. «Ich wollte Abstand gewinnen», begründet er die Fussball-Abstinenz, «aber ich hatte schon meine Bedenken: Ohne Fussball, das geht doch gar nicht. Ich werde in ein Loch fallen.» Es kommt anders. «Es war schön, so ohne Fussball. Eigentlich ein neues Leben. Freie Wochenenden. Gelegentlich ein Ausflug mit der Frau. Am Feierabend Arbeit im Garten. Und einige Male, so ganz unbeschwert, an ein Fussballspiel in Amriswil oder Kreuzlingen.» Aber dann hat ihm, nach vier fussballlosen Jahren, sein Lieblingssport halt doch gefehlt.

Das Ziel ist früher oder später der Aufstieg

Aus mehreren Anfragen entscheidet er sich für den FC Rorschach-Goldach. Die schöne Fussballanlage, die geringe Distanz zu seinem Wohnort und die Ziele des Vereins machen ihm die Wahl leicht. «Ziel ist es, einmal in die 2. Liga interregional aufzusteigen.» Und er setzt niemanden unter Druck: «Früher oder später.»

Zum Spiel kommt er zusammen mit seiner Frau Rahel. Die beiden wohnen in Amriswil und haben einen erwachsenen Sohn. Sager hat Maschinenmechaniker gelernt, arbeitete dann als Lehrlingsausbildner bei Bühler Uzwil und ist nun seit zehn Jahren bei Eugster Frismag in Romanshorn, einer Firma, die Kaffeemaschinen herstellt. Als Leiter der Produktion ist er für 80 Mitarbeitende verantwortlich. Er sagt:

«Es ist im Beruf gleich wie beim Fussball: Harte Arbeit zahlt sich aus, und die Eckpfeiler der Zusammenarbeit sind Vertrauen und Disziplin.»

Zurück zum Schluss des Spiels. Es steht 2:1. Sagers Team ist arg unter Druck, der Ausgleich bedrohlich nahe. Je aufregender das Geschehen auf dem Spielfeld ist, desto ruhiger wird der Trainer. Er beobachtet nur noch. Dann folgen Schlusspfiff und Siegestanz. Der Trainer mitten unter den Jungen. Gross, schlank, athletisch. Man hat das Gefühl, der 44-Jährige könnte noch ganz gut mitspielen. Fussball hält jung.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.