«…dann haben wir noch eine Chance»

Heute um 19 Uhr empfangen die Volleyballer des TV Amriswil im Achtelfinal-Rückspiel des europäischen Challenge Cups Metallurg Schlobin. Die Weissrussen gewannen das Hinspiel mit 3:1.

Patricia Loher
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Volleyball. Obwohl es für den TV Amriswil vor einer Woche in Weissrussland eine Niederlage absetzte, erntete der Aussenseiter viel Lob. Noch den ersten Umgang entschieden die Schweizer mit 25:23 für sich, ehe sie dem favorisierten Metallurg Schlobin die folgenden Sätze überlassen mussten. Vor allem durch die Mitte hatte Amriswil mit Christian Willi und dem Kanadier Brett Dailey überzeugt. «Im Rückspiel müssen wir unser bestes Volleyball präsentieren. Dann haben wir noch eine Chance, eine Runde weiterzukommen», sagt Mittelblocker Willi vor der zweiten Partie, die heute ab 19 Uhr in der Sporthalle Tellenfeld ausgetragen wird. Der TV Amriswil muss gegen das europäische Spitzenteam mit 3:1 und den Golden Set oder mit 3:0 gewinnen, um sich noch für den Viertelfinal zu qualifizieren.

Physische Stärke

Der Schweizer Nationalspieler Willi spricht auch eine Woche nach dem Hinspiel noch von einer ärgerlichen Niederlage, «weil wir dank viel Kampfgeist und einer starken Verteidigung stets dran blieben und durchaus noch einen Satz mehr für uns hätten entscheiden können». Vor allem Umgang zwei (24:26) und Satz vier (23:25) gingen knapp verloren. «Die Weissrussen agierten in den entscheidenden Phasen abgeklärter», sagt Willi. Metallurg Schlobins Stärke ist die Physis. «Es erreichte eine beeindruckende Abschlaghöhe. Hinzu kam, dass Schlobin technisch souverän agierte und kompakt auftrat», so der 27jährige Amriswiler.

Professioneller Spirit

Trotz der Niederlage bestätigten die Thurgauer, welche die NLA-Qualifikation verlustpunktlos abschlossen, im Playoff-Halbfinal stehen und sich für den Cupfinal qualifizierten, ihre Steigerung auch im Europacup. «Wir haben im Vergleich mit der vergangenen Saison einen Schritt vorwärts gemacht. Der Spirit im Team ist noch professioneller geworden», sagt Halbprofi Willi, der Teilzeit bei einer PR-Agentur beschäftigt ist.

Vom Hinspiel bleibt nicht nur die Niederlage in Erinnerung. Der europäische Wettbewerb eröffnet die Möglichkeit, Orte kennenzulernen, «die man sonst wohl eher nicht besuchen würde». Das Europacupspiel wurde in Gomel ausgetragen, der zweitgrössten Stadt in Weissrussland. Er sei angenehm überrascht gewesen – vom freundlichen Empfang und auch von der Halle, sagt Willi. «Natürlich ist spürbar, dass das Land ärmer ist. Trotzdem hat die Lebensqualität der Weissrussen meine Erwartungen übertroffen.»

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