Dämpfer mit dem Schlusspfiff

FUSSBALL. Der FC St. Gallen ist im Nachtragsspiel in Aarau lange auf einem guten Weg. Nach einem schwachen Start führen die Ostschweizer dank zweier Tore von Marco Mathys mit 2:1, ehe sie in der 91. Minute das 2:2 hinnehmen müssen.

Patricia Loher
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Die Schlussphase hatte es in sich, das Spiel war von hohem Unterhaltungswert. Aarau warf beim Stand von 2:1 für St. Gallen beinahe verzweifelt alles nach vorne, die Ostschweizer konterten und strebten die definitive Entscheidung an. Beide Teams waren in der zweiten Hälfte mit ihren Chancen fahrlässig umgegangen und trotzdem trennten die Gäste in ihrem 20. Spiel der Saison nur noch wenige Sekunden vom Sieg. Aber Aarau bewies Moral und der eingewechselte Stürmer Linus Hallenius erzielte in der 91. Minute doch noch das 2:2. Es war für die Mannschaft von Trainer René Weiler ein verdienter Punkt. Allein zwischen der 65. und 77. Minute war sie zu sieben ausgezeichneten Chancen gekommen. St. Gallen muss sich vorwerfen, über 90 Minuten keine konstante Leistung abgerufen zu haben. Der Start war schwach, der Zwischenspurt dank zweier Tore von Marco Mathys in der 19. und 48. Minute stark, das Ende aber wieder ungenügend. Den Ostschweizern gelang es in den letzten 20 Minuten nicht, ihre Chancen zu verwerten, das Spiel zu beruhigen und dem Ball Sorge zu tragen. In der 91. Minute verloren die Ostschweizer in der Vorwärtsbewegung den Ball, die Verteidigung war aufgerückt – und der Sieg dahin.

Unter Dauerdruck

Damit endete das Spiel so, wie es begonnen hatte: Mit einem Gegentor. St. Gallen musste in Aarau gleich arg untendurch. Die Mannschaft wirkte desorientiert, sie klärte permanent zu kurz und verlor fast jeden Zweikampf. So standen die Ostschweizer unter Dauerdruck und hätten nach zehn Minuten bereits mit 0:2 in Rückstand sein können. Weil aber Goalie Marcel Herzog, der zum erstenmal in dieser Saison in der Meisterschaft zum Einsatz kam, in der neunten Minuten hervorragend reagierte, war die Quittung für St. Gallens schwachen Start lediglich ein 0:1. In der sechsten Minute hatte Dejan Janjatovic die Cornerflanke von Sven Lüscher verpasst und Igor Nganga profitiert.

St. Gallens Trainer Jeff Saibene hatte seine Mannschaft nach dem 0:0 gegen Thun erneut auf sieben Positionen verändert. Unter anderem vertrat Martin Stocklasa in der Innenverteidigung Stéphane Besle. Besle ist mit bereits 17 Einsätzen in dieser Saison über die volle Distanz einer der Schwerarbeiter in St. Gallens Team. Nach dem Abschlusstraining gab es beim Franzosen Anzeichen muskulärer Probleme, weshalb Saibene in Aarau auf Besle verzichtete. Nach dem schwachen Start gelang es St. Gallen aber, sich zu steigern. Die treibenden Kräfte waren in jener Phase Roberto Rodriguez, Stéphane Nater, Mathys und Matias Vitkieviez. Der Ausgleich gelang den Gästen schliesslich in der 19. Minute durch Mathys, der plaziert in die rechte hohe Ecke traf. Nach der Pause doppelte Mathys nach und erzielte nach einer Flanke von Rodriguez per Kopf das 2:1. Es war für den 26jährigen Mittelfeldspieler der dritte Saisontreffer in der Super League.

Wieder verwundbar

St. Gallen schien auf dem tiefen Terrain lange auf einem guten Weg, sich den sechsten Saisonsieg zu sichern. Nur schlichen sich wieder Nachlässigkeiten ein, Janjatovic oder Alhassane Keita können sicher mehr, und in der Abwehr wirkte St. Gallen wieder verwundbar. So gelang es den Gästen schliesslich nicht, den Zwischenspurt erst im Ziel zu beenden.