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CURLING: Die Hartnäckige

Heute Samstag beginnt in St.Gallen die EM. Zum engsten Favoritenkreis zählt das Schweizer Frauenteam um Skip Silvana Tirinzoni. Die Schweizer Leaderin hat einen langen und harten Weg hinter sich.
Daniel Good
Silvana Tirinzoni kümmert sich während eines Prominentenspiels um den curlenden Fussballer Tranquillo Barnetta. Heute steht für die Schweizerinnen der erste Ernstkampf auf dem Programm. (Bild: Urs Bucher)

Silvana Tirinzoni kümmert sich während eines Prominentenspiels um den curlenden Fussballer Tranquillo Barnetta. Heute steht für die Schweizerinnen der erste Ernstkampf auf dem Programm. (Bild: Urs Bucher)

1999 war sie Junioren-Weltmeisterin, aber erst 18 Jahre später bestreitet Silvana Tirinzoni ihre erste EM als Skip. Die heute 38-jährige Zürcherin blieb meistens in den verbandsinternen Ausscheidungen der starken Schweizerinnen hängen. Die Weltmeisterinnen Mirjam Ott, die 2014 zurückgetreten ist, Binia Feltscher und Alina Pätz standen dem einstigen Supertalent im Weg. Viele hätten aufgehört. Aber Tirinzoni hat den Mut nicht verloren. In diesem Herbst hat sie die Hierarchie im Schweizer Frauencurling arg ins Wanken gebracht. In der Olympiaqualifikation in Biel fegte Tirinzonis Team Feltscher und Pätz regelrecht vom Eis.

Tirinzoni ist mental stärker geworden. Der Kanadier Ralph Schoenfeld kümmert sich seit diesem Jahr um sie. «Es gibt im Curling viele Bereiche, die das Mentale betreffen. Ich lernte, besser mit Druck umzugehen. Oder was ich machen muss, wenn ich in ein Motivationsloch gerate. Oder wie wir während eines Spiels auf eine Baisse reagieren müssen», sagt Tirinzoni. Ihr Team ist mittlerweile die Nummer vier der Weltrangliste. Die besten Schweizerinnen spielen oft und mit Erfolg in Kanada, wo Curling sehr populär ist.

In der Schweiz ist Curling eine Randsportart. Tirinzoni arbeitet auch während der Olympiasaison zu 50 Prozent. Sie ist als Projektmanagerin bei einer Bank in Wallisellen angestellt. Ein ­EM-Titel wirft kein Geld ab. Das Schweizer Männerteam, das im Februar an den Olympischen Spielen startet, ist zu 100 Prozent auf den Sport fokussiert.

Von Stein zu Stein

Ein Meilenstein auf dem Weg an die Olympischen Spiele in Süd­korea ist für Tirinzoni die heute in St.Gallen beginnende EM. Die Schweizer Frauen gehören zum engsten Favoritenkreis. Zwei der Teams, die in der Weltrangliste vor Tirinzoni klassiert sind, stammen aus Kanada. Aus Europa sind nur die Schwedinnen im Ranking besser positioniert.

Unter Druck fühlt sich Tirinzoni trotz der für sie aussergewöhnlichen Konstellation nicht. «Natürlich gehören wir mit dieser Weltranglisteneinstufung zu den Favoritinnen auf den Titel. Wir schauen aber auch hier nur von Stein zu Stein.»

Wenn ein Schweizer Team zum olympischen Turnier antritt, gehört es immer zu den Anwärtern auf eine Medaille. So wird es auch Tirinzoni im Februar gehen. Zunächst aber steht St.Gallen im Vordergrund. Sie freut sich sehr auf das Turnier im Lerchenfeld und die Unterstützung von Bekannten, Verwandten und Arbeitskollegen. Sie hat lange genug darauf warten müssen.

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